Ende Mai haben zwei Piloten am Münchner Flughafen etwas fliegen sehen, das sie für eine Drohne hielten. Die Bundespolizei hat daraufhin das Gelände mit einem Hubschrauber abgesucht. Sie hat nichts gefunden und Entwarnung gegeben.
Die Startbahn in München war nur eine Stunde lang gesperrt. Trotzdem hat der Vorfall den Pfingstverkehr ziemlich durcheinandergebracht: 26 Flieger konnten nicht landen und wurden umgeleitet – zum Beispiel nach Frankfurt, Nürnberg oder Leipzig, etwa 60 Flieger hatten teils erhebliche Verspätungen. All das verursacht Kosten. Doch wie hoch die genau sind, ist schwer zu beziffern.
Zwischenfälle verursachen Kosten
Muss ein Flugzeug umkehren und einen anderen Flughaufen ansteuern, verbraucht es auf dem Weg mehr Kerosin. Die Airline muss außerdem zusätzliche Landegebühren zahlen. Die Fluggäste bekommen Anspruch auf Verpflegung. All das verursacht Kosten. Laut DLR haben die Drohnensichtungen den deutschen Luftverkehr vergangenes Jahr insgesamt geschätzt 60 Millionen Euro gekostet. Berücksichtigt man Folgestörungen – das Flugzeug tritt seinen nächsten Flug verzögert an, Flüge fallen aus, die Fluggäste müssen übernachten –, dann belaufen sich die Kosten dem DLR zufolge auf bis zu 160 Millionen Euro.
Auch andere Zwischenfälle behindern die Luftfahrt: Nur eine Woche nach der jüngsten Drohnensichtung musste der Münchner Flughafen seinen Betrieb wieder aussetzen. Mitarbeitenden im Tower war aufgefallen, dass es nach Rauch roch. Zwei Stunden später konnte die Feuerwehr entwarnen: Schuld war ein defektes Bauteil der Lüftungsanlage. Die Kosten des falschen Feueralarms vom Wochenende kann der Münchner Flughafen eigenen Angaben zufolge nicht beziffern.
Drohnenvorfall im Oktober vermutlich teuerster in 2025
Viel teurer als die Zwischenfälle der vergangenen Wochen war laut DLR jedenfalls ein Vorfall im Oktober: Mehrere Drohnen hatten den Verkehr am Münchner Franz Joseph Strauß-Flughafen tagelang gestört und zum Teil ganz lahmgelegt. Tausende Passagiere saßen fest. Es war laut DLR der deutschlandweit vermutlich teuerste Drohnenvorfall des vergangenen Jahres.
Die Ergebnisse der DLR-Studie könnten „eine Grundlage für Kosten-Nutzen-Analysen bilden, etwa zur Bewertung von Investitionen in Systeme zur Drohnendetektion und Drohnenabwehr“, sagt Dr. Florian Linke, kommissarischer Direktor des DLR-Instituts für Luftverkehr.
Verbotene Drohnenflüge nehmen zu
Wenn eine Drohne, selbst eine kleine, mit einem Flugzeug kollidiert, dann kann sie es ernsthaft beschädigen. Drohnen, die unautorisiert über Flughäfen schweben, sind deshalb ein echtes Sicherheitsrisiko. 226 solcher Drohnensichtungen wurden vergangenes Jahr in Deutschland gemeldet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, kurz DLR. Mehr als 100-mal hätten die betroffenen Flughäfen ihren Betrieb teilweise oder vollständig einstellen müssen.
Täter meist unbekannt
Drohnenflüge sind im Umkreis von 1,5 Kilometern um Flughäfen gesetzlich verboten. Es drohen bis zu zehn Jahre Haft. Meist bleibt aber ungeklärt, wer die Drohnen steuert. Nicht immer stecken Geheimdienste oder Terrorgruppen dahinter. Die Behörden verdächtigen zum Teil unbedarfte Hobby-Pilotinnen und -Piloten.

