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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Hitzeschutz: Wie sind Krankenhäuser in Bayern aufgestellt?
Wirtschaft

Hitzeschutz: Wie sind Krankenhäuser in Bayern aufgestellt?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 22. Juli 2026 09:48
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Nach den vergangenen Hitzewellen ist es zuletzt kühler geworden. Für Pflegekräfte, Patientinnen und Patienten von Kliniken hieß das: Auf- und Durchatmen. Sobald die Temperaturen wieder steigen, wird es aber in Krankenhäusern schnell ungemütlich heiß.

Inhaltsübersicht
Hitzeschutz: Wie Kliniken in Bayern aufgestellt sindWarum die Umsetzung so schwierig istHitzeschutz: Für Patienten und Mitarbeitende wichtig

Vielen Kliniken in Bayern und Deutschland fehlt das Geld für umfänglichen Hitzeschutz. Die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) betont, dass angesichts der wirtschaftlichen Lage viele Kliniken diesen Hitzeschutz nicht aus Eigenmitteln finanzieren können. „Hier braucht es aus unserer Sicht gezielte Investitionsunterstützung“, erklärt ein Sprecher der BKG im BR-Gespräch. Es sei eine Frage von Patientensicherheit, Arbeitsschutz und Resilienz.

Hitzeschutz: Wie Kliniken in Bayern aufgestellt sind

In Sachen Hitzeschutz greifen unterschiedliche Faktoren, die sich auf die Temperaturen in Krankenhäusern auswirken. Deswegen müssen die Lösungen ebenso individuell sein.

Das Waldkrankenhaus Erlangen hat etwa – wie der Name schon verrät – durch das umliegende Waldgebiet einen baulichen Vorteil. Gegenüber anderen Kliniken, deren Umfeld stärker versiegelt ist, ist es dadurch kühler. Zudem verfügt das Haus über eine vollständige Außenverschattung: „Das mag sich kleinlich anhören“, sagt Geschäftsführer Carsten Haeckel. In deutschen Krankenhäusern sei dies aber keineswegs selbstverständlich.

Das Klinikum Rosenheim nutzt ein Flusswasser-Kühlsystem in seinen neueren Gebäudetrakten. Demnach decke die Kälte des Inns bis zu 75 Prozent des gesamten Kältebedarfs der Klinik. In alten, nicht klimatisierten Gebäudebereichen stiegen die Temperaturen während der jüngsten Hitzewelle jedoch stark an, erklärt eine Pressesprecherin. Auch hier ist Geld das Problem, denn die Gebäudeteile mit Klimaanlagen nachzurüsten, ist aufwendig und teuer.

Das Klinikum Nürnberg möchte ebenfalls auf natürliche Lösungen setzen: In einem Anfang des Jahres vorgestelltem Klimaanpassungskonzept wurden unterschiedliche naturbasierte Lösungen für den Nordcampus des Trägers entwickelt. Schattenspendende Pflanzen sowie eine Außenverschattung wären eine mögliche Lösung. Die tatsächliche Umsetzung sei jedoch von Fördermöglichkeiten abhängig, erklärt eine Sprecherin des Klinikums.

Einem Gutachten der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) [externer Link] zufolge sei ein Investitionsbedarf von 31 Milliarden Euro nötig, um Krankenhäuser „wirksam gegen die Folgen des Klimawandels und insbesondere gegen zunehmende Hitzewellen zu schützen“.

Warum die Umsetzung so schwierig ist

Das Bayerische Gesundheitsministerium erklärt auf Anfrage, dass im Freistaat die Finanzierung von Hitzeschutzmaßnahmen bei allen Neubauten und Sanierungen nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz erfolgt. In sensiblen Bereichen, wie beispielsweise Intensivstationen, sollen klimatische Bedingungen geschaffen werden, damit diese Bereiche besonders gegen Hitze geschützt werden, antwortet eine Ministeriumssprecherin auf Nachfrage.

Genau an diesem Punkt brauche es aber mehr, findet Carsten Haeckel, Geschäftsführer des Malteser Waldkrankenhauses in Erlangen. Im Gespräch erklärt er, dass Klimaanlagen in Normalstationen in den Vorschriften nicht vorgesehen und somit nicht förderfähig sind. Der Staat schließe damit dort die Finanzierung von Gerätekühlung aus.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums stehen den Trägern unterschiedliche Finanzierungsmittel zur Verfügung. So gibt es für alle Krankenhäuser in Bayern aktuell auch rund 317 Millionen Euro an Pauschalfördermitteln. Von diesen müssen andere Geräte wie etwa CT- oder Ultraschallgeräte bezahlt werden.

Hitzeschutz: Für Patienten und Mitarbeitende wichtig

Ein Hitzeschutz ist angesichts häufigerer und längerer Hitzewellen dringend nötig. Hohe Temperaturen wirkten sich direkt auf den Körper aus und könnten bestehende Erkrankungen verschlimmern. Während Hitzeperioden steige laut Gesundheitsministerium [externer Link] häufig der Pflege- und Unterstützungsbedarf bei pflegebedürftigen Menschen.

Sowohl der Bedarf als auch die einzelnen Aufgaben für Pflegekräfte würden während Hitzeperioden zunehmen: Wenn es heiß ist, wirke sich das auf die Konzentration der Mitarbeitenden aus. „Man muss sich da schon mehr zusammenreißen, damit alles funktioniert“, erklärt Lisa Herling, Pflegefachkraft im Waldkrankenhaus Erlangen.

Herling und ihre Kolleginnen und Kollegen müssen bei Hitze regelmäßiger Handtücher und Bettwäsche wechseln, Patientinnen und Patienten ans Trinken erinnern, Kühlelemente besorgen, lüften, helfen. Und das, während sie selbst die Hitze ertragen müssen. Wie genau Kliniken künftig gegen die Hitze gerüstet werden, ist unklar. Bis dahin müssen sich die Krankenhäuser selbst behelfen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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