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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Milliarden Euro auf vergessenen Konten: Wie das Geld einsetzen?
Wirtschaft

Milliarden Euro auf vergessenen Konten: Wie das Geld einsetzen?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 21. April 2026 09:49
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Auf Bankkonten schlummern Milliarden von Euro, auf die schon seit Jahren keiner mehr zugegriffen hat und für die sich keine Berechtigten melden. Ein Grund für solche „nachrichtenlosen Konten“ kann sein, dass Erben gar nichts davon wissen. Was soll mit diesem Geld geschehen? Eine aktuelle Umfrage kam zu einem eindeutigen Ergebnis.

Inhaltsübersicht
Umfrage: Mehrheit will vergessenes Geld für soziale Zwecke nutzenGutachten: 4,2 Milliarden Euro auf „nachrichtenlosen Konten“SOS-Kinderdörfer kritisiert fehlende gesetzliche RegelungFür Erben oft schwer auffindbar

Umfrage: Mehrheit will vergessenes Geld für soziale Zwecke nutzen

Die allermeisten Deutschen wollen, dass Geld auf vergessenen Konten für soziale Zwecke verwendet wird und nicht den Banken zufließt. 86 Prozent der Befragten befürworten, dass solches Vermögen nach einer angemessenen Frist in einen unabhängigen Sozialfonds fließen sollte. Das geht aus einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der SOS-Kinderdörfer weltweit hervor, deren Ergebnisse der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorab vorlagen. Nur zwei Prozent finden, das Geld solle bei den Banken verbleiben, acht Prozent bevorzugen eine Übertragung an den Staat.

Gutachten: 4,2 Milliarden Euro auf „nachrichtenlosen Konten“

Laut einem Gutachten des Bundesforschungsministeriums sollen bis zu 4,2 Milliarden Euro auf sogenannten nachrichtenlosen Konten liegen. Der Verband Deutscher Erbenermittler schätzte das Volumen in der Vergangenheit sogar auf bis zu neun Milliarden Euro. Nach rund 30 Jahren löschen Banken meist entsprechende Konten, das Geld verbleibt bei den Instituten.

SOS-Kinderdörfer kritisiert fehlende gesetzliche Regelung

Deutschland sei der einzige G7-Staat, der den Umgang mit vergessenem Vermögen nicht gesetzlich geregelt habe, kritisieren die SOS-Kinderdörfer weltweit. In Großbritannien etwa würden Gelder auf inaktiven Konten seit 2008 in einen Sozialfonds fließen – bei lebenslanger Rückzahlungsgarantie für die Inhaber. Zur G7 gehören außerdem Frankreich, Italien, Japan, Kanada und die USA.

Die schwarz-rote Bundesregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag eigentlich darauf verständigt, mit dem Geld von nachrichtenlosen Konten einen Fonds für soziale Innovationen einzurichten.

Für Erben oft schwer auffindbar

Die Vorständin der Hilfsorganisation, Petra Sorge-Booms, fordert ein zentrales Register, das Erben den Zugang zu Vermögensansprüchen erleichtert. Auch der Verband Deutscher Erbenermittler spricht sich für ein Register aus, in dem vergessene Konten erfasst werden. Für Vermögen bei Privatbanken in Deutschland bietet der Bankenverband bereits einen Suchservice für Erben an.

Der Umfrage zufolge haben derweil nur 30 Prozent der Befragten ihre eigenen Konten, Depots und Schließfächer vollständig dokumentiert und mit ihren Angehörigen oder Erben darüber gesprochen. 24 Prozent haben gar nichts dokumentiert und weitere 24 Prozent nur einen Teil ihres Vermögens bei Banken. 14 Prozent haben zwar alles aufgeschrieben, aber nie mit ihren Erben darüber gesprochen. „Wer seine Vermögenswerte nicht dokumentiert und mit Angehörigen bespricht, riskiert, dass das eigene Ersparte unauffindbar wird“, warnte Sorge-Booms von SOS-Kinderdorf.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte für die repräsentative Erhebung im Februar bundesweit rund 1.600 zufällig ausgewählte deutschsprachige Personen ab 18 Jahren befragt.

Mit Informationen von KNA

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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