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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Europa gegen Kanye West: Skandalrapper kassiert Absagen
Kultur

Europa gegen Kanye West: Skandalrapper kassiert Absagen

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 20. April 2026 17:46
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Kanye West, der sich seit 2021 „Ye“ nennt, ist einer der einflussreichsten Musiker des 21. Jahrhunderts. Gleichzeitig ist seine Karriere von Dutzenden Skandalen geprägt. Anfangs ging es dabei noch um Selbstüberschätzung und Größenwahn, später aber auch um Rassismus und Antisemitismus.

Inhaltsübersicht
„Bewusstes Überschreiten von Grenzen“Auch Großbritanniens Regierung verweigerte EinreiseAntisemitische Äußerungen spätestens seit 2022Geschäftspartner gehen auf AbstandWie ernst meint West seine Entschuldigung?

„Bewusstes Überschreiten von Grenzen“

Vor allem in Europa regt sich nun Widerstand. Zuletzt wurde sein Auftritt in der polnischen Stadt Chorzów abgesagt. Laut der Nachrichtenagentur PAP hatte Polens Kulturministerin Marta Cienkowska den geplanten Auftritt als „inakzeptabel“ bezeichnet. Es gehe um einen Künstler, der sich öffentlich antisemitisch äußere und Geld mit dem Verkauf von T-Shirts mit Hakenkreuzen verdiene, schrieb sie auf X . Das sei „ein bewusstes Überschreiten von Grenzen“ und normalisiere Hass. „In einem Land, das von der Geschichte des Holocaust geprägt ist, dürfen wir nicht so tun, als sei dies nur Unterhaltung.“

Die Betreiber des Stadions sagten das für Juni geplante Konzert ab. Mittlerweile hat sich auch Polens Außenminister Radoslaw Sikorski geäußert. In einem Instagram-Video sagte er: „Die Demokratie hat das Recht, sich gegen Radikale zu verteidigen. Herr Kanye West wird nicht nach Polen einreisen dürfen. Der Platz von Faschisten ist im Gefängnis.“

Auch Großbritanniens Regierung verweigerte Einreise

Bereits Anfang April hatte die britische Regierung dem Rapper die Einreise verweigert. Dort sollte er im Sommer auf dem Wireless-Festival spielen, das nun gar nicht mehr stattfindet. Ein Konzert im französischen Marseille sagte Ye nach einem drohenden Verbot selbst ab. Auch sein Auftritt im schweizerischen Basel fällt aus.

Weiterhin geplant sind in Europa derzeit – Stand 20. April – noch Termine in der Türkei (30. Mai), in den Niederlanden (6. und 8. Juni), in Italien (18. Juli), in Madrid (30. Juli) und in Portugal (7. August).

Antisemitische Äußerungen spätestens seit 2022

Seit 2022 war West wiederholt mit antisemitischen Äußerungen aufgefallen. Damals veröffentlichte er in sozialen Netzwerken eine Reihe beleidigender Kommentare und wurde daraufhin von X (seinerzeit Twitter) und Instagram verbannt. In einem Interview mit dem Verschwörungstheoretiker Alex Jones hatte er Zuspruch für Adolf Hitler und die Nationalsozialisten geäußert.

Das Wiesenthal-Zentrum nannte seine Äußerungen den schlimmsten antisemitischen Vorfall des Jahres 2022. Seine Künstleragentur trennte sich von ihm, der deutsche Sportartikelhersteller Adidas kündigte die Zusammenarbeit mit West als Designer.

Geschäftspartner gehen auf Abstand

Doch West legte nach: Im Februar 2025 begann er, T Shirts mit Hakenkreuz zu verkaufen, wenig später erschien er zu einem Interview in einer Robe des Ku-Klux-Klan. Sein 2025 erschienenes Album nannte er „WW3“ also „World War 3“.

Ausgerechnet am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, veröffentlichte er den Song „Heil Hitler“, in dem er den Nazi-Diktator pries. Daraufhin wurde ihm das Visum für Australien entzogen, ein Konzert in Brasilien wurde abgesagt.

Anfang dieses Jahres nun entschuldigte sich der Rapper für sein Verhalten. Er schaltete eine ganzseitige Anzeige im Wall Street Journal, in der er seine antisemitischen Kommentare mit einer „vier Monate andauernden manischen Phase mit psychotischem, paranoidem und impulsivem Verhalten“ erklärte. Er habe den Bezug zur Realität verloren. „Ich bin weder ein Nazi noch ein Antisemit“, schrieb er. Offen ist, ob die Entschuldigung ernst gemeint ist oder nur der besseren Vermarktung seines neuen Albums „Bully“ dienen soll.

Wie ernst meint West seine Entschuldigung?

Schon vor den antisemitischen Äußerungen hatte West mit seiner provokanten Art eine ganze Reihe von Skandalen ausgelöst: 2009 stürmte er bei den MTV Video Music Awards die Bühne, entriss der damaligen Newcomerin Taylor Swift während ihrer Dankesrede das Mikrofon und rief, Beyoncé habe den Preis viel mehr verdient.

Er nannte sich selbst Gott, sagte, Schwarze seien an Sklaverei selbst nicht ganz unschuldig, kaufte für 57 Millionen Dollar ein Haus des japanischen Star-Architekten Tadao Ando und ließ es anschließend komplett entkernen. Besonders unberechenbar wurde der Rapper nach seiner Scheidung von Kim Kardashian 2021. Nur einen Monat später heiratete er Bianca Censori, die seither vor allem für Nackt-Auftritte an seiner Seite bekannt ist.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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