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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Neuer Audi-Prozess: Dieselskandal geht in die nächste Runde
Wirtschaft

Neuer Audi-Prozess: Dieselskandal geht in die nächste Runde

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 2. Februar 2026 08:48
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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In einem neuen Verfahren muss die Wirtschaftsstrafkammer ab heute die Verantwortung von vier ehemaligen Audi-Managern für den Diesel-Skandal klären. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten Betrug, mittelbare Falschbeurkundung und strafbare Werbung vor.

Inhaltsübersicht
Vier Manager vor GerichtDieselskandal: vor über zehn Jahren aufgedeckt2003 – Audi-Mitarbeiter dichtet zum Diesel-Skandal

Vier Manager vor Gericht

Ab 10.00 Uhr müssen die beiden früheren Audi-Technik-Vorstände Ulrich Hackenberg und Stefan Knirsch im Verhandlungssaal des Landgerichts München Platz nehmen, außerdem ein Audi-Bereichsleiter sowie ein ehemaliger Hauptabteilungsleiter. Es gilt die Unschuldsvermutung. Für das Verfahren hat das Gericht zunächst 50 Verhandlungstage angesetzt.

Der erste Prozess im Dieselskandal begann 2020 unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. Trotz der damit verbundenen Auflagen wurde dieses Verfahren begleitet von riesigem Medieninteresse. Das könnte bei diesem zweiten großen Audi-Verfahren der Wirtschaftsstrafkammer deutlich geringer ausfallen.

Damals verurteilte das Landgericht München unter anderem den damaligen Audi-Vorstandschef Rupert Stadler, der zwischenzeitlich in Untersuchungshaft saß. Stadler und der ehemalige VW- und Audi-Motorentwicklungsvorstand Wolfgang Hatz 2023 bekamen schließlich wegen erwiesenen Betrugs Bewährungsstrafen. Nachdem der Bundesgerichtshof die Revision gegen dieses Urteil im Dezember vergangenen Jahres verworfen hat, ist es rechtskräftig.

Dieselskandal: vor über zehn Jahren aufgedeckt

Am 18. September 2015 veröffentlichte die US-Umweltbehörde EPA eine Mitteilung, wonach Volkswagen in rund 600.000 Diesel-Fahrzeugen der Modelljahre 2009 bis 2016 ein „defeat device“ verbaut habe – eine unzulässige Abschalteinrichtung in der Motorsteuerungssoftware, um bei Emissionstests zu betrügen.

Für Volkswagen und in der Folge für die Autoindustrie weltweit bedeutete das eine Krise historischen Ausmaßes: Den Konzern kostete sie mehr als 30 Milliarden Euro, den bis dahin allmächtigen Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn den Job, die ganze Branche erlitt einen dramatischen Vertrauensverlust.

Außerdem brach der Absatz von Diesel-Fahrzeugen ein, hunderttausende Autofahrer mussten die Motorsteuerungssoftware ihrer Diesel-Fahrzeuge updaten und verklagten mehrere Hersteller auf Schadensersatz oder die Rückabwicklung des Autokaufs.

2003 – Audi-Mitarbeiter dichtet zum Diesel-Skandal

2019 vom BR veröffentlichte Recherchen zeigten, dass der Skandal bei Audi in Ingolstadt seinen Anfang genommen hat. Schon von 2003 an war in Diesel-Fahrzeugen der Schadstoffklasse Euro 4 die so genannte „Akustikfunktion“ zum Einsatz gekommen. Eine Funktion, die sicherstelle, „dass der Emissionsgrenzwert für Stickoxide unter Typprüfbedingungen sicher eingehalten wird“, so das Kraftfahrtbundesamt. Die Behörde stufte die Funktion deswegen „als unzulässige Abschalteinrichtung“ ein.

Reporter des Bayerischen Rundfunks entdeckten in einem vertraulichen Datensatz, der ihnen zugespielt wurde, eine E-Mail aus dem Mai 2003. Darin schrieb ein Audi-Entwickler einem Kollegen ein frei nach Goethe verfasstes Gedicht, in dem es um eine illegale Abschalteinrichtung ging.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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