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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Babynahrung: Kann sie das Neurodermitis-Risiko senken?
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Babynahrung: Kann sie das Neurodermitis-Risiko senken?

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 23. Juni 2026 08:50
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Säuglinge bekommen über die Muttermilch alles, was sie für die Ernährung brauchen. Aber manchmal funktioniert es nicht mit dem Stillen, oder es ist für die Mutter aus anderen Gründen nicht möglich. Dann wird das Baby mit Flaschennahrung gefüttert. Eine neue Studie hat sich damit beschäftigt, welche Auswirkung Flaschenmilch auf eine mögliche Neurodermitis-Erkrankung hat.

Inhaltsübersicht
Kuh- oder Ziegenmilch – macht das einen Unterschied?Allergologin will keine generelle Empfehlung gebenNeurodermitis-Schulungen – Hilfe für Eltern betroffener Kinder

Kuh- oder Ziegenmilch – macht das einen Unterschied?

Daten von mehr als 2.000 Säuglingen aus Spanien und Polen gingen in die Studie [externer Link] ein. Die Babys wurden bis zum Alter von einem Jahr von den Medizinern begleitet. Damit ist dies eine der größten Studien über Säuglingsernährung. Verglichen wurde die Standard-Flaschenmilch auf Kuhmilchbasis mit einer Flaschenmilch auf Ziegenmilchbasis.

Es zeigte sich, „dass die Flaschenernährung im Säuglingsalter eine starke Auswirkung hat auf das Risiko für ein chronisches Ekzem“, sagt Studien-Koordinator Prof. Berthold Koletzko vom Haunerschen Kinderspital des LMU Klinikums München. Kinder, die mit einem Präparat auf Basis von Ziegenvollmilch ernährt worden waren, hätten ein deutlich geringeres Risiko für ein chronisches Ekzem gezeigt als Säuglinge, die eine Standardnahrung auf Kuhmilch-Basis bekommen hatten.

Ein signifikanter Unterschied zeige sich vor allem in der Gruppe, die die Vorgaben der Studie von Anfang an und bis zum Schluss komplett erfüllten, und bei Kindern, deren Eltern bereits Neurodermitis hatten. „Da sah man in der Kuhmilchgruppe 48 von 100 Kindern ein Ekzem entwickeln und in der Gruppe der Ziegenvollmilchnahrung nur 18“, erklärt Studienkoordinator Koletzko.

Allergologin will keine generelle Empfehlung geben

Lässt sich aufgrund der Studie also eine generelle Empfehlung für alle Kinder aussprechen? Hier rät Kirsten Beyer, Leiterin des Kinderallergologischen Studienzentrums an der Charité Berlin [externer Link], zur Vorsicht. Sie war an der aktuellen Studie nicht beteiligt. Aus ihrer Sicht wurde die Studie zwar korrekt ausgeführt und die Ergebnisse seien spannend für weitere Forschung.

Dennoch sei die Gruppe der Kinder, in der sich die Unterschiede deutlich gezeigt hätten, sehr klein: „Wenn ich Kinder nehme, deren Eltern selber eine Neurodermitis haben oder hatten, sind das noch sehr geringe Fallzahlen“, erklärt die Allergologin. „Deswegen wäre ich sehr vorsichtig mit der Interpretation der Daten in die Richtung einer Empfehlung, Säuglingsmilchnahrung auf Basis von Ziegenvollmilch zu geben.“

Warum Ziegenmilch das Risiko einer Neurodermitis-Erkrankung bei einer bestimmten Gruppe von Säuglingen möglicherweise verringern könnte, ist noch nicht geklärt. Damit will sich das Team um Koletzko in den nächsten Jahren beschäftigen. Die Kinder werden bis zum Alter von fünf Jahren vom Forscher-Team weiter begleitet. Auch um herauszufinden, welche Auswirkungen die Hautkrankheit auf spätere Folgeerkrankungen haben kann, beispielsweise eine Lebensmittelallergie, Asthma oder Heuschnupfen.

Neurodermitis-Schulungen – Hilfe für Eltern betroffener Kinder

Unabhängig von der Studie rät Kirsten Beyer Eltern, deren Kinder an Neurodermitis erkrankt sind, sich mit einer umfassenden Behandlung helfen zu lassen und zum Beispiel eine Neurodermitis-Schulung in Anspruch zu nehmen. Die Schulung fängt bei der Basistherapie an, in der die Kinder regelmäßig eingecremt werden, und geht weiter mit antientzündlichen Maßnahmen, die von den Ärzten getroffen werden. „Leider gibt es immer noch ganz viele Kinder, die weder adäquat diagnostiziert noch therapiert sind, und das ist eigentlich das Traurige daran.“ Die Ursachen für Neurodermitis sind vielfältig, restlos geklärt sind sie nicht. Und auch was die Prävention angeht, sind noch viele Fragen offen.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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