Das millionste Werk in der Bibliothek des Deutschen Museums heißt „Costumes Français – Civils, Militaires et Religieux“. Es wurde von 1834 bis 1837 von Charles Auguste Herbé (1801–1884) verfasst und auch von ihm illustriert. Das Werk hat die Bibliothek für 250 Euro von einer Privatperson gekauft.
Millionstens Buch „eine wertvolle Bereicherung“
Das neue Buch scheint erstmal untypisch für das große Technikmuseum zu sein: ein zwischen 1834 und 1837 erschienenes Werk zur Mode- und Ausstattungsgeschichte Frankreichs. Bibliotheksleiter Helmut Hilz erklärt aber, dass das Buch ideal zum historischen Bestand passe. Denn die Bibliothek des Deutschen Museums sammelt seit der Gründung Literatur zur alten Textiltechnik und Bekleidungshistorie. Das Werk sei für die wissenschaftliche Sammlung „eine wertvolle Bereicherung.“
Ein handschriftlicher Vermerk auf der Titelseite zeigt, dass das Buch 1837 vom königlich-preußischen Hoftheatermaler Karl-Johann Gerst (1792–1854) erworben wurde. Der Band ist farbig illustriert und sei gut erhalten – ohne Feuchtigkeitsschäden oder Bibliotheksstempel.
Aufwendig gestaltete Kostümgeschichte
Auf 100 von Hand aquarellierten Lithografien kann man rund 2.500 historische Kostüme, Waffen, Möbel und Instrumente sehen. „Anders als in den steifen und isolierten Darstellungen älterer Trachtenbücher agieren die Figuren hier in lebendigen, theaterartigen Szenen miteinander – sie debattieren, gestikulieren oder präsentieren sich gegenseitig ihre Gewänder“, so Hilz. Die Mode-Geschichte reicht von spärlich bekleideten Galliern aus der Römerzeit über Edelleute in Waffenröcken des 14. Jahrhunderts bis zu Hofkostümen zur Zeit Ludwig XVI.
Künftig wird das Buch zu den „Libri rari“ gehören – rund 15.000 besonders seltenen und wertvollen Bänden, die in einem speziellen Raum aufbewahrt werden.
Von 22.000 zu 1.000.000 Bänden
Die Bibliothek des Deutschen Museums wurde 1903 zeitgleich mit dem Museum gegründet und 1908 für Besucher geöffnet. „Oskar von Miller wollte ja nicht nur ein Museum, sondern ein Studienzentrum für Naturwissenschaft und Technik erschaffen“, sagt Bibliotheksleiter Hilz.
Heute ist die Bibliothek die größte Museumsbibliothek Deutschlands und weltweit die größte Spezialbibliothek für Naturwissenschafts- und Technikgeschichte.
Keine Ausleihe, aber freier Eintritt
Die Bibliothek des Deutschen Museums ist eine Bestandsbibliothek, das heißt: Es gibt keine Ausleihe, die Werke werden vor Ort genutzt. So kann man auch das millionste Werk der Bibliothek in Präsenz ansehen. Geöffnet ist sie täglich von 9 bis 17 Uhr für jedermann, der Eintritt ist frei.

