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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Das Verpackungsmüll-Problem: Wie bayerische Kommunen aufklären
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Das Verpackungsmüll-Problem: Wie bayerische Kommunen aufklären

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 3. Juni 2024 08:15
Von Michael Farber
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3 min. Lesezeit
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Eine Passantin in der Nürnberger Fußgängerzone ist sehr ehrlich: Aufs Mülltrennen habe sie manchmal einfach keine Lust. Beziehungsweise „auf den weiten Weg zum Mülleimer“. Auch die Zahlen zeigen, dass nicht jeder die Anstrengungen des ordentlichen Mülltrennens auf sich nimmt.

Inhaltsübersicht
Influencer werben für MülltrennungAbfallberaterin: „Vielen Bürgern ist Mülltrennung egal“Falsch entsorgter Müll wird zum Problem für SortierungsanlagenKlimaschutzeffekte von Mülltrennung

Bundesweit landen immer noch etwa 30 Prozent falsch entsorgter Müll in der gelben Tonne, im gelben Sack oder der Papier- und Glastonne. Ein Problem, denn dieser falsch entsorgte Müll „verhindert dann die Sortierung und das Recycling der Verpackungen“, erklärt Axel Subklew von der Initiative „Mülltrennung wirkt“, einer Kampagne der Dualen Systeme Deutschland.

  • Eine Karte mit teilnehmenden Kommunen und Aktionen finden Sie hier

Influencer werben für Mülltrennung

In den kommenden zwei Wochen will die Initiative „Mülltrennung wirkt“ deshalb mithilfe von Infoständen, TikTok-Influencern und Maskottchen in rund dreißig bayerischen Kommunen ganz gezielt über Mülltrennung aufklären. Schirmherrin der Kampagne ist Bundesumweltministerin Steffi Lemke von den Grünen. Zwar werde Verpackungsmüll seit gut dreißig Jahren mithilfe des dualen Systems getrennt, sortiert und möglichst recycelt. Doch inzwischen sei das Mülltrennen bei vielen aus dem Fokus geraten, erklärt Axel Subklew die Notwendigkeit der Initiative.

Abfallberaterin: „Vielen Bürgern ist Mülltrennung egal“

Das erlebt auch die Abfallberaterin Gudrun Seipel vom Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Nürnberg. Vielen Bürgern sei es egal, wie der Abfall sinnvoll entsorgt werde. „Da wird leider sogenanntes kompostierbares Plastik in die Biotonne geworfen, obwohl es da auf keinen Fall hingehört. In die gelbe Tonne werden Windeln reingeschmissen, obwohl da nur Leichtverpackungen reingehören. Das ist sehr, sehr traurig!“ Die Abfallberaterin hofft, durch die Kampagne nochmal mehr Menschen fürs Mülltrennen begeistern zu können.

Falsch entsorgter Müll wird zum Problem für Sortierungsanlagen

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen nimmt ebenfalls an der Aufklärungsaktion teil. Denn auch dort habe in den vergangenen Jahren die Mülltrennungs-Disziplin nachgelassen, berichtet die Abfallberaterin Ursula Mackensen. Der falsch entsorgte Müll wird dann zum Problem für die Müllsortierungsanlagen, die die unterschiedlichen Materialien voneinander trennen sollen. „Das funktioniert eben nicht, wenn die noch miteinander verklebt sind, wie zum Beispiel der Alu-Deckel am Joghurtbecher oder wenn zu viel Störstoffe dabei sind.“

Klimaschutzeffekte von Mülltrennung

Je mehr gut vorsortierte Verpackungen es gebe, desto besser seien diese wieder verwertbar und desto mehr CO2 ließe sich einsparen. „Mit der richtigen Mülltrennung und Recycling von Verpackungen sparen wir über alle Materialien knapp 1,95 Millionen Tonnen CO2 jedes Jahr. Und wir liefern knapp 4 Millionen Tonnen Rohstoffe wieder für die Kreisläufe, das heißt für neue Produkte oder auch neue Verpackung“, sagt Axel Subklew. Das Freiburger Ökoinstitut habe berechnet: Wenn konsequent Müll getrennt wird, könnten im Jahr 2030 rund 2,6 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Das entspricht in etwa dem CO2-Ausstoß aller innerdeutschen Flüge.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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