Wie bewerten die Beteiligten in Bayern die Lage?
Die PISA-Studie liefert deutschlandweite Daten, keine detaillierten bayerischen Zahlen. Aus Sicht der bayerischen Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) sind die Weichen in Bayern bereits richtig gestellt – auch als Reaktion auf frühere Ergebnisse. Die Fächer Deutsch und Mathematik habe man in der Grundschule um sechs Wochenstunden aufgestockt. Und: „Rund eineinhalb Jahre vor der Einschulung erheben wir verbindlich den Sprachstand und schließen bei Förderbedarf eine verpflichtende Sprachförderung an.“ Bei der Ausbildung der Lehrkräfte könne man besser werden.
Bayerns Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) sieht dagegen großen Handlungsbedarf. „Wenn immer weniger Lehrkräfte immer mehr leisten sollen, spiegelt sich das auch in den Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler wider“, betont der Verband. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann fragt: „Warum nimmt sich die deutsche Bildungspolitik nicht die internationalen PISA-Spitzenreiter zum Vorbild und macht’s auch so?“
Bayerischer Elternverband drängt auf Kurswechsel
Der Bayerische Elternverband (BEV) fordert einen grundlegenden Kurswechsel. Konkret fordert der BEV: „Aktivierung statt passivem Konsum“, Lernen mit mehreren Sinnen, nicht nur einmal Auswendiglernen, Lösungen gemeinsam entwickeln, weniger Prüfungsfixierung und mehr. Das eigentlich Erschreckende sei „nicht mehr der nächste schlechte PISA-Wert, sondern dass die Politik daraus immer noch keinen grundlegenden Kurswechsel ableitet“.

