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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > So kommen Sie in der Stadt sicher durch die Hitze
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So kommen Sie in der Stadt sicher durch die Hitze

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 3. August 2026 09:52
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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An solchen Tagen kann der ganz normale Arbeitsweg zur Herausforderung werden: Es sind schon um neun Uhr morgens 29 Grad im Münchener Stadtteil Berg am Laim. Açelya Basili steigt aus der Trambahn aus. Reststrecke: gut ein Kilometer bis zu ihrem Arbeitsplatz.

Inhaltsübersicht
Gebäudeschatten nutzenWasserflasche kostenlos befüllen lassenPausen einplanenFlächen entsiegeln

Sie trifft sich hier mit Markus Striese vom Verein „München Aktiv für Gesundheit“. Mit dabei hat er ein Oberflächenthermometer. Der Test auf Asphalt: 35 Grad im Schatten und 42 in der Sonne. „Das bedeutet, dass sich eine Umgebungswärme aufbaut, die auch für den Körper belastend wird“, so Striese. Mit seinem Verein fordert er mehr Schatten in der Stadt – und hat die interaktive „Hitzefrei“-Karte (externer Link) entwickelt, die hilft, schon jetzt kühle Orte zu finden.

Gebäudeschatten nutzen

„Im Grunde zeigt die Karte an, wie man am schattigsten von A nach B kommt“, sagt Açelya Basili. Sie gibt Start und Ziel in ihr Smartphone ein und die Software berechnet anhand von Wetterdaten die Gebäudeschatten – so kann sich die Strecke dann verlängern, aber dafür ist sie im Schatten. Unterwegs sind kühle Orte wie Kirchen oder schattige Bänke eingezeichnet, ebenso Toiletten und Trinkwasserbrunnen.

Markus Striese erklärt dazu: „Die Karte kann leisten, dass sich Leute einerseits bewusst machen können, dass es schattige Orte in München gibt. Andererseits strahlt sie auch aus an die Politik, weil sie eben auch zeigt, wie viele Hitzeorte es eigentlich gibt.“

Wasserflasche kostenlos befüllen lassen

Der erste Stopp führt Açelya in eine Apotheke. Sie nimmt teil am Programm „refill“ (externer Link) – einer Initiative, die dafür wirbt, dass Geschäfte kostenlos Flaschen mit Leitungswasser befüllen. 50 „Tankstationen“ gibt es in München bislang. Erkennen kann man sie an einem runden, blauen Sticker am Eingang.

Der nächste Ort zur Abkühlung ist die Kirche St. Michael. Sie und viele andere in München und ganz Bayern sind tagsüber für alle geöffnet. Drinnen geht es Açelya „deutlich besser“ im Kirchenschiff bei 23 Grad Temperatur statt mittlerweile 32 Grad draußen.

Pausen einplanen

Wer bei Hitze zu Fuß unterwegs ist, sollte solche Pausen zum Abkühlen unbedingt einplanen. Sonst droht Überhitzung, sagt Umweltmedizinerin Elke Hertig von der Uni Augsburg. „Der Mensch hat eine Wohlfühltemperatur von 20 Grad Celsius, alles darunter oder darüber bedeutet Stress“, so die Medizinerin.

Ab 30 Grad Außentemperatur steige das Risiko für gesundheitliche Schäden mit jedem Grad exponentiell an. „Besonders fehlende Abkühlung in der Nacht über mehrere Tage ist für ältere Menschen eine echte Gefahr“, sagt sie.

Diese ausbleibende Abkühlung in der Nacht betrifft vor allem Städte. Versiegelte Flächen und Betonwände speichern Wärme, die lange abstrahlt – der sogenannte Wärmeinseleffekt.

Flächen entsiegeln

Umso wichtiger sei es, Flächen zu entsiegeln, sagt Markus Striese vom Verein München Aktiv für Gesundheit. Die Stadt München etwa plant, bis 2033 3.500 neue Bäume gepflanzt zu haben, 100 Millionen gibt die Stadt pro Jahr für Klimaanpassung aus. Doch bis die viel Schatten werfen, dauert es. Umso wichtiger, jetzt kühle Orte zu schaffen.

„Wir brauchen mehr Orte, wo Menschen sich aufhalten können, ohne etwas kaufen zu müssen“, sagt Striese. Wer einen solchen Ort kennt, könne sich beim Verein melden, dann werde er in die „Hitzefrei“-Karte aufgenommen.

Açelya Basili derweil ist gut an ihrem Arbeitsplatz angekommen – zwar hat sie zehn Minuten länger gebraucht als üblich, doch dank Schatten und Abkühlung war der Weg sicher.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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