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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Traumjob Notarin? Hartes Studium, viel Verantwortung, Topgehalt
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Traumjob Notarin? Hartes Studium, viel Verantwortung, Topgehalt

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 20. Oktober 2025 09:47
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Christina hat es geschafft. Seit Dezember 2024 ist sie Notarin mit eigenem Notarsitz in Altdorf – der Weg dahin hat mehr als zehn Jahre gedauert. Gemeinsam mit einer Kollegin führt sie eine Sozietät – sie teilen sich die Mandanten und die Verantwortung für das Team.

Inhaltsübersicht
Die Rolle der Chefin – von Anfang anWas macht eine Notarin eigentlich?Notarin – ein Beruf nah am Leben der MenschenDer lange Weg ins Notariat – Studium, Referendariat, AssessoratViele halten den Weg zum Notarberuf für unerreichbarNotar oder Anwalt – was ist der Unterschied?Wie viel verdienen Notarinnen und Notare?Die Notargebühren sind gesetzlich geregelt – das Einkommen nicht

Die Rolle der Chefin – von Anfang an

Christinas Job verlangt Fachwissen, Gelassenheit und Offenheit. Von Beginn an trägt sie Verantwortung für fachliche Entscheidungen, wirtschaftliche Risiken und Personalführung. „Es erschlägt einen am Anfang – fachlich wie organisatorisch. Aber man wächst hinein“, sagt Christina. Der Sprung ins kalte Wasser gehört dazu – ebenso die schlaflosen Nächte in der Anfangszeit. Das Jurastudium habe sie auf diese Rolle kaum vorbereitet: „Auf der einen Seite ist es schon sehr cool, gleich Chef zu sein. Auf der anderen Seite bringt das viele Aufgaben und Herausforderungen mit sich.“

Christina weiß, dass jeder Fehler schwerwiegende Konsequenzen haben kann. Wenn sie ein Detail übersieht, haftet sie mit ihrem Vermögen. Ein beängstigender Gedanke – den man mit der Zeit auszublenden lernt, um entscheidungsfähig zu sein.

Was macht eine Notarin eigentlich?

Die Bandbreite von Christinas Aufgaben ist groß: Vorsorgevollmachten, Gesellschaftsgründungen, Erbschaften – hinter jedem Mandat steckt eine persönliche Geschichte. Besonders bei sensiblen Themen wie der Vorsorgevollmacht braucht es Vertrauen. Denn wer so eine Vollmacht erhält, kann über Konten oder Eigentum verfügen. Für Mandanten bedeutet eine Beratung durch einen Notar hohe Sicherheit.

Notarin – ein Beruf nah am Leben der Menschen

Für Laien mögen die Aufgaben trocken und bürokratisch wirken. Doch der Beruf ist mehr als nur Aktenwälzen: „Mich begeistert vor allem an meinem Job, dass er so abwechslungsreich ist, weil er so viel Facetten hat. (…) Es gibt sehr viele Lebenssituationen, bei denen ich die Mandanten begleite“, sagt Christina.

Der lange Weg ins Notariat – Studium, Referendariat, Assessorat

Christina studierte von 2013 bis 2019 Jura an der FAU Erlangen-Nürnberg. Danach folgte das Referendariat von 2019 bis 2021. Anschließend absolvierte sie den dreijährigen Anwärterdienst als Notarassessorin. Nach erfolgreichem Abschluss ernannte sie die Landesjustizbehörde zur Notarin. Ende 2024 startete sie mit eigenem Notarsitz.

Bundesweit gibt es 1.700 hauptberufliche Notare. Die Zahl der Stellen ist begrenzt, der Zugang entsprechend anspruchsvoll. In der Regel werden nur Juristen mit überdurchschnittlichen Noten – einem Prädikatsexamen – für den Notardienst in Betracht gezogen.

Viele halten den Weg zum Notarberuf für unerreichbar

Dass Christina einmal Notarin würde, war nicht selbstverständlich. Schon im ersten Semester hieß es: „Von euch wird niemand Notar, da braucht ihr euch nicht drauf einstellen“, hieß es damals in der Fachschaft. Christina fand diese Aussage schwierig – und ließ sich nicht entmutigen: „Ich war auch nicht von Anfang an und überall der Überflieger (…). Aber jetzt sitze ich hier und bin das beste Gegenbeispiel.“

Notar oder Anwalt – was ist der Unterschied?

Notare sind keine Anwälte. In den meisten Bundesländern ist das Amt strikt von der anwaltlichen Tätigkeit getrennt. Nur in Berlin, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Hessen gibt es das sogenannte Anwaltsnotariat. Dort dürfen Notare neben ihrer notariellen Tätigkeit auch als Rechtsanwälte arbeiten.

Wie viel verdienen Notarinnen und Notare?

Notarinnen und Notare gelten als Topverdiener unter den juristischen Berufen. Während der Ausbildungsphase als Notarassessorin oder Notarassessor sind sie im öffentlichen Dienst angestellt. In Bayern liegt das monatliche Grundgehalt in dieser Zeit bei 5.254 Euro.

Nach Abschluss der Ausbildung führen Notarinnen und Notare ihr Amt selbstständig, üben dabei aber ein öffentliches Amt aus.

Die Notargebühren sind gesetzlich geregelt – das Einkommen nicht

Wie viel ein Notar für eine Beurkundung verlangen darf, ist im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) (externer Link) verbindlich festgelegt. Die Gebührensätze sind bundesweit einheitlich. Unterschiede ergeben sich nur durch den Geschäftswert – also den Wert des beurkundeten Geschäfts. Ein Immobilienkauf in München verursacht daher höhere Notarkosten als ein Hauskauf in einer strukturschwachen Region, weil die Kaufpreise unterschiedlich hoch sind.

Entsprechend schwanken die Einkommen: Je nach Standort und Auftragslage liegen die Angaben zwischen rund 50.000 Euro und mehreren Hunderttausend Euro im Jahr. Klar ist: Der Notarberuf gehört zu den bestbezahlten juristischen Tätigkeiten. Der lange Weg dahin hat sich also für Christina gelohnt.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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