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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > KI-Angst: Wenn die Sorge um den Job die Demokratie bedroht
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KI-Angst: Wenn die Sorge um den Job die Demokratie bedroht

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 27. Januar 2026 08:48
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Wer Angst davor hat, dass eine Künstliche Intelligenz (KI) den eigenen Job übernehmen könnte, hadert auch mit der Demokratie. Das zumindest legt eine gemeinsame Studie (externer Link) der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Uni Wien nahe: Je stärker Menschen fürchten, dass KI eher Arbeitsplätze ersetzt als neue schafft, desto unzufriedener sind sie mit der Demokratie.

Inhaltsübersicht
Die Rolle der wohlhabenden MitteMenschen ziehen sich zurück – statt die Zukunft zu gestaltenEin Ansatzpunkt: Positive Perspektiven wirkenFazit: KI-Narrative können die Demokratie schützen

Wie stark dieser Effekt ist, zeigen die Zahlen: Steigt die Sorge vor dem Jobverlust auf einer 5-Punkte-Skala um nur einen Punkt, sinkt die Zufriedenheit mit der Demokratie um bis zu fünf Prozent. Diese Schlussfolgerung ziehen die Forschenden aus den Daten von knapp 37.100 Befragten aus 38 europäischen Ländern.

Die Rolle der wohlhabenden Mitte

Das Phänomen zieht sich durch alle politischen Lager. Statistisch spielt es demnach keine Rolle, ob jemand politisch eher links oder rechts steht. Der Vertrauensverlust in die Demokratie ist umfassend.

Mit Blick auf die Daten aus Deutschland interessant: Auch nationaler Reichtum schützt Menschen nicht vor dieser Skepsis. Im Gegenteil: In Ländern mit höherem Bruttoinlandsprodukt ist die Wahrnehmung von KI als „Jobkiller“ sogar oft verbreiteter. Das deutet darauf hin, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht nur Angst davor haben, ihr Einkommen zu verlieren – sondern ihren kompletten gesellschaftlichen Status.

Die Autoren sprechen von einem „symbolischen Statusverlust“. Wo die Fallhöhe groß ist, wiegt die Sorge schwerer, dass Maschinen nicht nur Menschen ersetzen, sondern sie in ihrer gesellschaftlichen Rolle entwerten. Wenn die Bürger dann den Eindruck gewinnen, dass die demokratischen Institutionen sie nicht davor schützen können, leidet die Akzeptanz des gesamten politischen Systems.

Menschen ziehen sich zurück – statt die Zukunft zu gestalten

Diese Haltung hat Folgen. Die Autoren warnen vor einer verringerten „politischen Wirksamkeit“: Menschen könnten das Gefühl haben, keinen Einfluss mehr auf die technologische Entwicklung zu haben. Gleichzeitig zögen sie sich zurück: Wer an der KI zweifelt, bringt sich auch politisch weniger in die Gesellschaft ein, etwa durch Debatten über Wissenschaft und Technik. Gerade in einer Phase, in der gesellschaftliche Mitsprache wichtig wäre, zögen sich jene zurück, die sich am stärksten betroffen fühlen.

Ein Ansatzpunkt: Positive Perspektiven wirken

Doch die Studie zeigt auch einen Ausweg auf: Die öffentliche Meinung sei noch nicht zementiert. In zwei Experimenten untersuchten die Wissenschaftler, ob sie die Meinung der Menschen gezielt beeinflussen konnten – und damit ihre Demokratie-Akzeptanz. Sie hatten Erfolg: Teilnehmer, denen KI glaubhaft als arbeitsplatzschaffend erklärt wurde, entwickelten deutlich weniger Zweifel an der Demokratie. Zudem stieg ihre Bereitschaft, sich politisch an der Gestaltung der KI-Zukunft zu beteiligen.

Gleichzeitig bewiesen die Forscher damit, dass ihre These nicht nur zwischen der Jobangst durch KI und dem Vertrauensverlust in die Demokratie korreliert, sondern dass die Wahrnehmung von KI die politische Einstellung kausal verursacht.

Fazit: KI-Narrative können die Demokratie schützen

Die Studienautoren folgern, dass positive Narrative das Vertrauen in die Demokratie schützen können. Wenn Bürger KI also nicht als Bedrohung, sondern als Chance für neue Beschäftigungsfelder wahrnähmen, käme das auch der Demokratie zugute. Die Wahrnehmung der Technologie sei also formbar – und damit ein entscheidender Hebel, um dem Vertrauensverlust aktiv entgegenzuwirken.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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