Papst Leo XIV. will sich nach eigenen Worten nicht auf eine weitere Auseinandersetzung mit US-Präsident Donald Trump einlassen. Es liege „überhaupt nicht in meinem Interesse“, mit dem Republikaner über den Iran-Krieg zu streiten, sagte der Pontifex während seines Fluges von Kamerun nach Angola am Samstag. Er werde jedoch weiter die christliche Botschaft des Friedens predigen.
Was führte zu dem Konflikt?
Manche seiner Äußerungen seien „nicht in allen Aspekten korrekt“ interpretiert worden, betonte das Oberhaupt der katholischen Kirche zudem. „Das wurde so aufgefasst, als wolle ich dem Präsidenten widersprechen.“ Das sei aber nicht seine Absicht gewesen.
Trump und Leo hatten sich zuletzt aus der Distanz ein heftiges Wortgefecht geliefert, was weltweit Schlagzeilen machte. Der US-Präsident warf dem Papst nach einer Reihe von Friedensappellen aus dem Vatikan eine „schreckliche“ Außenpolitik vor. Kurz darauf stellte Trump ein KI-Gemälde von sich als Heiland ins Internet, das er später löschte. Leo entgegnete: „Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung.“ Später sprach er – ohne einzelne Politiker beim Namen zu nennen – von einer „Handvoll Tyrannen, die die Welt zerstören“. Dies wurde vielfach miteinander in Zusammenhang gebracht.
Dazu sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche nun im Flugzeug vor Journalisten, die Rede mit dieser Äußerung sei bereits zwei Wochen zuvor vorbereitet worden – „also, bevor der Präsident etwas über mich gesagt hat und die Friedensbotschaft, die ich verbreite“.
Trump unterstellt Papst Zuwendung zur radikalen Linken
Trump hatte verstimmt auf eine Forderung des Papstes, die Kriege im Nahen Osten und der Ukraine zu beenden, reagiert, in der der Pontifex eine „Wahnvorstellung der Allmächtigkeit“ kritisierte, die den Krieg gegen den Iran und andere Konflikte weltweit befeuere. Zudem bezeichnete der Papst die Androhung Trumps, im Iran eine ganze Zivilisation auszulöschen, als absolut inakzeptabel.
Der US-Präsident unterstellte dem katholischen Kirchenoberhaupt Nachsichtigkeit gegenüber Kriminalität und eine Zuwendung zur „radikalen Linken“. Überhaupt sei der in den USA geborene Leo vor allem deshalb Papst geworden, weil man sich im Vatikan gedacht habe, dass das für den Umgang mit ihm, Trump, hilfreich sein werde.
Mit Informationen von dpa und AP

