Laura hat sich in der Nähe von Nürnberg mit ihrem Brautmodeladen selbstständig gemacht. Am Anfang ihrer Verkaufsstrategie steht fast immer die Online-Anfrage: Die meisten Kundinnen finden den Laden der 27-Jährigen über Instagram oder die Website. Dahinter stecken Werbeausgaben, die essenziell wichtig für Lauras Laden sind, denn der befindet sich nicht in einer Einkaufspassage.
Risiko fest mit einkalkuliert
Online vereinbaren die Kundinnen ihren Termin und geben bereits wichtige Eckdaten an, etwa Hochzeitsdatum, Budget und erste Stilwünsche. Auf dieser Basis führt Laura vor dem Termin ein kurzes Erstgespräch, sortiert ungeeignete Optionen aus und bereitet den Showroom vor.
Im Beratungstermin selbst beginnt dann die eigentliche Leidenschaft der Brautmodendesignerin: „Während der Beratung, da kann draußen die Welt untergehen. Ich bin da nur für meine Braut da“, sagt Laura.
Am Ende steht idealerweise der Abschluss: Die Braut trifft die Kaufentscheidung, das Outfit wird bestellt oder in der eigenen Werkstatt gefertigt. Kommt es nicht zum Kauf, bleibt trotz drei Stunden intensiver Beratung kein Umsatz – ein Risiko, das in Lauras Geschäftsmodell fest einkalkuliert ist.
Vom Nebenjob in die Selbstständigkeit
Lauras Karriere sollte ursprünglich ganz anders aussehen. Nach ihrem Abitur studierte sie Wirtschaftspädagogik und wollte damit Lehrerin werden. Während ihres Studiums jobbte sie samstags in einem Brautmodeladen: „Das war damals mein Lieblingstag in der Woche.“
Dank des Nebenjobs orientierte Laura sich schlussendlich um. Ihr Traum: Brautmode designen. Sie begann mit einem 18 Quadratmeter kleinen Geschäft – ohne Schnitte, Stoffe oder Schneiderinnen. Laura hat ihr Geschäft mit ihren eigenen Ersparnissen eröffnet, ohne einen Kredit aufzunehmen. Mit jedem Jahr kommt sie ihrem Traum immer näher: Viele ihrer Designs werden heute von Bräuten getragen.
Saisongeschäft Brautmode
Die Hochsaison für Laura ist der Winter: Viele Bräute suchen sich ihr Kleid bereits sechs bis neun Monate vor der Hochzeit aus, gefeiert wird im Normalfall in wärmeren Monaten. Die meisten Beratungen finden also meistens von Oktober bis März statt, im Sommer folgen die Absteck- und Abholtermine.
Ab wann ist der Laden rentabel?
In Lauras erstem Geschäftsjahr 2023 belief sich der Jahresfehlbetrag auf 12.733 Euro, das lag an den Anfangsinvestitionen. Laura zahlte sich im ersten halben Jahr selbst kein monatliches Gehalt aus. Aber 2025 ging es richtig bergauf: Die Betriebseinnahmen lagen bei 196.477 Euro, davon gingen die Betriebsausgaben von 132.983 Euro ab, so kam die Unternehmerin auf einen Gewinn vor Steuer von 63.847 Euro.
Neues Jahr mit neuem Umsatz
Seit Januar 2026 ist Laura in ihrem neuen, größeren Laden tätig. Auch die Zahl ihrer Angestellten hat sie aufgestockt, denn die Nachfrage nach ihrer Brautmode steigt. Die Betriebseinnahmen sind dieses Jahr deutlich gewachsen: Der Umsatz von 40.000 Euro im Februar 2026 ist beinahe genauso groß wie die Betriebseinnahmen im gesamten Jahr 2024. Deshalb zahlt sich die 27-Jährige aktuell monatlich 2.000 Euro als Gehalt aus.
„Mein Beruf lohnt sich zu tausend Prozent. Es ist schön dabei zu sein und zu sehen, wie die Bräute in ihren Kleidern strahlen“, erzählt Laura. Ihre Selbstständigkeit hat sich als sozial erfüllend und finanziell profitabel erwiesen. Laura rechnet am Jahresende mit einem Nettoumsatz von 300.000 Euro.

