Penélope Cruz, Glenn Close, Brendan Fraser, Bill Murray, Dustin Hoffman oder Rami Malek – wenn das Filmfest in Cannes startet, stehen auch in diesem Jahr die großen Namen im Programm. Viele Filme sind mit international bekannten Schauspielerinnen und Schauspielern besetzt. John Travolta zeigt seinen ersten Film als Regisseur. Barbra Streisand und „Der Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson werden mit einer Ehrenpalme ausgezeichnet.
Stars, aber keine Hollywood-Blockbuster
Bei dem großen Staraufgebot übersieht man allerdings beinahe, dass sich die großen Hollywood-Studios sich in diesem Jahr zurückhalten. Im Wettbewerb vertreten sind nur zwei US-amerikanische Regisseure aus dem Arthouse- und Independent-Kino: James Gray mit „Paper Tiger“ und „The Man I Love“ von Ira Sachs mit Oscar-Preisträger Rami Malek. Hollywood-Blockbuster wie „Mission: Impossible – The Final Reckoning“ mit Tom Cruise, der 2025 in Cannes noch außer Konkurrenz präsentiert wurde, fehlen hingegen.
Überaus sichtbar sind dagegen mehrere Filme mit deutscher Beteiligung, die im Wettbewerb stehen. Eine Chance auf eine Auszeichnung hat zum Beispiel die deutsche Regisseurin Valeska Grisebach mit ihrem Wettbewerbsfilm „Das geträumte Abenteuer“. Der Film spielt in der Grenzregion zwischen Bulgarien, Griechenland und der Türkei und folgt einer Frau, die sich auf einen fragwürdigen Deal einlässt, um einem alten Freund zu helfen.
Sandra Hüller als Erika Mann
Die Schauspielerin Sandra Hüller spielt in Pawel Pawlikowskis Wettbewerbsfilm „Vaterland“ Erika Mann, die Tochter von Schriftsteller Thomas Mann. Im Mittelpunkt des Films steht die Beziehung zwischen dem Nobelpreisträger Thomas Mann gespielt von Hanns Zischler und seiner Tochter. Vor dem Hintergrund des beginnenden Kalten Krieges begeben sich Vater und Tochter auf eine Reise durch das zerstörte Nachkriegsdeutschland – vom US-amerikanisch besetzten Frankfurt am Main bis ins sowjetisch kontrollierte Weimar. Jella Haase ist im Wettbewerbsfilm „Gentle Monster“ der Österreicherin Marie Kreutzer neben Léa Seydoux und Catherine Deneuve zu sehen.
Lars Eidinger mischt in diesem Jahr in Cannes gleich doppelt mit: Im Wettbewerbsfilm „Moulin“ von László Nemes verkörpert er den Gestapo-Chef Klaus Barbie. Zudem spielt er in „Heimsuchung“ mit, dem neuen Film von Volker Schlöndorff. Die Literaturverfilmung nach Jenny Erpenbeck läuft in der Sonderreihe „Cannes Première“. Der 87 Jahre alte Schlöndorff hatte 1980 für den Film „Die Blechtrommel“ erstmals einen Oscar für einen deutschsprachigen Film erhalten.
Internationales Autorenkino gewinnt Bedeutung
Von den insgesamt 22 Wettbewerbsfilmen sind elf von Regisseuren, die zum ersten Mal in Cannes dabei sind. Das zeigt auch, dass das internationale Autorenkino weiter an Bedeutung gewinnt. Damit war das Filmfest in den vergangenen Jahren äußerst erfolgreich. Bei den diesjährigen Oscars zum Beispiel liefen vier von fünf nominierte Produktionen in der Sparte Bester internationaler Film zuvor an der Croisette, darunter der diesjährige Oscar-Gewinner „Sentimental Value“.
Auch in diesem Jahr konkurrieren internationale Schwergewichte im Wettbewerb. Der iranische Regisseur Asghar Farhadi kehrt mit dem in Paris gedrehten Film „Parallel Tales“ zurück. Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar kommt mit seinem neuen Film „Bitter Christmas“. Und der Japaner Hirokazu Koreeda, der 2018 für „Shoplifters“ die Goldene Palme gewann, zeigt „Sheep in the Box“ – über ein Paar, das einen humanoiden Roboter wie ein Kind großzieht. Wer am Ende die Goldene Palme gewinnt, entscheidet eine Jury unter Vorsitz des südkoreanischen Regisseurs Park Chan-wook („No Other Choice“).
Mit Informationen von dpa und AFP

