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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Negativer Trend“: Umfrage-Pause bei Putins Beliebtheitswerten
Kultur

„Negativer Trend“: Umfrage-Pause bei Putins Beliebtheitswerten

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 11. Mai 2026 21:48
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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„Die Maifeiertage wirken normalerweise wie eine kurze soziale Betäubung. Die Menschen widmen sich der Familie, dem Landhaus, Ausflügen, dem Feiertag des Sieges und dem normalen Alltag. Doch aktuelle Umfragen zeigen, dass die Gesellschaft im Jahr 2026 den Mai weniger in festlicher als vielmehr in besorgter und erschöpfter Stimmung erlebt“, so der russische Politologe Ilja Graschtschenkow in einer Analyse der gesellschaftlichen Stimmung [externer Link]. Angst äußere sich in Russland weniger in Rebellion als in „Müdigkeit und Schweigen“.

Inhaltsübersicht
„Spezielle Methoden“ angekündigt„Allgemein pessimistische Atmosphäre“„Es werden bald wirksame Maßnahmen ergriffen“

„Spezielle Methoden“ angekündigt

Fest steht: Das staatliche russische Meinungsforschungsinstitut pausiert gerade [externer Link] zur Verwunderung vieler Beobachter für zwei Wochen mit der Veröffentlichung der sonst üblichen aktuellen Zustimmungswerte von Putin. Das sei den Feiertagen sowie „Vorbereitungen für die bevorstehende Parlamentswahl“ geschuldet, bei der „spezielle Methoden der soziologischen Messung und Beobachtung erforderlich“ seien. Neue Zahlen soll es erst wieder am 15. Mai geben.

Über die Gründe für diese Zurückhaltung wird viel spekuliert. So waren die aus westlicher Sicht wenig glaubwürdigen Beliebtheitswerte Putins selbst bei den staatlichen Demoskopen seit Wochen zusammengeschrumpft, auf zuletzt angeblich 65,6 Prozent [externer Link], was einem Rückgang seit Jahresanfang um rund zwölf Prozentpunkte entspricht.

„Allgemein pessimistische Atmosphäre“

Die Deutungen für diese Entwicklung sind zahlreich. So wird vermutet [externer Link], der Kreml lasse Putins Popularität absichtlich „abstürzen“, um sie ab Mitte Mai bis zur Parlamentswahl im Herbst umso deutlicher wieder ansteigen zu lassen. Dahinter stecke der für die Propaganda und die Innenpolitik zuständige Präsidentenberater Sergei Kirijenko. Möglich sei allerdings auch, dass es hinter den Kulissen einen Machtkampf im Kreml gebe und die vergleichsweise schlechten Zustimmungswerte für Putin Kirijenko schaden sollen.

„Der Abwärtstrend in Putins Beliebtheitswerten hat die Entstehung eines negativen Trends beeinflusst und erzeugt eine allgemein pessimistische Atmosphäre“, schreibt einer der mit rund 400.000 Fans größten anonymen russischen Polit-Blogs unter Berufung auf Kreml-Quellen [externer Link]: „Interne Umfragen belegen laut unseren Quellen weiterhin ein hohes Maß an sozialer Besorgnis und das Risiko eines weiteren Vertrauensverlusts in die staatlichen Institutionen, sollte die aktuelle politische und wirtschaftliche Agenda fortgesetzt werden.“

„Es werden bald wirksame Maßnahmen ergriffen“

In der russischen Bloggerszene ist das Misstrauen groß: „Ich möchte bemerken, dass das staatliche Umfrageinstitut bereits mehrfach für seine übermäßig regierungsfreundlichen Umfrageergebnisse kritisiert wurde“, schrieb Oleg Sarow (400.000 Fans) [externer Link].

Die Leser der St. Petersburger Zeitung „Fontanka“ hielten sich mit Häme nicht zurück [externer Link]: „Wir werden die wahren Beliebtheitswerte nie erfahren. Und das müssen wir auch nicht. Putin wird mindestens bis 2036 an der Macht bleiben.“ Oder auch: „Wenn sie mich anrufen, antworte ich höflich, dass ich bei wahrheitsgemäßer Beantwortung ihrer Fragen gegen etwa ein Dutzend Artikel des russischen Strafgesetzbuches verstoßen könnte, und lege auf.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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