„Die Luft ist rein“ hat bei ihm eine ganz bestimmte Bedeutung: Lukas (38) ist Kaminkehrer, in großen Teilen Deutschlands auch Schornsteinfeger genannt. Seinen Job gibt es schon seit dem 17. Jahrhundert, denn wurde der Ruß nicht aus den Schornsteinen entfernt, konnte der sich entzünden und das ganze Haus in Brand setzen.
Auch heute noch reinigt und überprüft der Kaminkehrer Kamine und Schornsteine. Außerdem prüft Lukas Heizungs-, Abgas- und Lüftungsanlagen. Werden die nicht ordentlich gereinigt, kann es durch Abgase im schlimmsten Fall zu einer Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung kommen: „Wenn der Kunde zu Schaden kommt, steht man dafür in der Verantwortung“, sagt Lukas.
Job des Kaminkehrers ist nicht ohne Risiko
Für seinen Job ist Lukas oft auf Dächern unterwegs – ganz ohne Absicherung. Anders als der Industrie-Kletterer oder Dachdecker muss Lukas sich kein Gerüst bauen oder ein Seil verlegen, um sicher zu sein. „Wir Kaminkehrer sind sehr oft auf verschiedenen Dächern, aber nicht lang“, erklärt er dazu. Anseilen sei daher oft nicht möglich. Lukas hat sich jedoch bewusst gegen eine Berufsunfähigkeitsversicherung entschieden.
Vom Rettungsassistenten zum Kaminkehrer
Lukas ist Quereinsteiger und ist seit knapp zehn Jahren Kaminkehrer. Nach dem Wehrdienst hat Lukas eine Ausbildung zum Rettungsassistenten gemacht, heute ist dieser Beruf durch den Notfallsanitäter abgelöst. Im Anschluss hat er für mehrere Jahre im Landrettungsdienst gearbeitet.
Nachdem er einige Saisons auf Berghütten gearbeitet hatte, hat er sich 2016 dazu entschieden, die dreijährige Ausbildung zum Kaminkehrer zu machen, die er 2019 mit einer Gesellenprüfung abgeschlossen hat. Die Ausbildung ermöglicht nach dem Abschluss weitere Spezialisierungs-Richtungen wie den Brandschutztechniker.
Was verdient ein Kaminkehrer?
Lukas verdient monatlich 4.244 Euro brutto. Sein Gehalt setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen: Sein Grundgehalt beträgt 3.881 Euro. Zudem bekommt er sein Weihnachtsgeld anteilig ausgezahlt, das sind 323 Euro mehr pro Monat. Außerdem steuert sein Arbeitgeber noch einmal 40 Euro vermögenswirksame Leistungen bei und die betriebliche Altersvorsorge von 169 Euro. Nach Abzug von Sozialversicherung und Steuern bleiben Lukas noch 2.684 Euro netto.
Mit seinem Gehalt ist Lukas zufrieden. Wichtiger sei ihm jedoch, dass der Beruf Spaß macht, erklärt er. Lukas arbeitet 38,5 Stunden pro Woche und kann sich seine Zeit flexibel einteilen: Ideal für sein Ehrenamt.
Denn Lukas ist nicht nur beruflich gerne über den Dächern: Im Ehrenamt ist er bei der Bergwacht. Fünf Wochen im Jahr ist er für die Bergwacht eingeteilt, noch dazu kommen immer wieder spontane Einsätze. Für die Dokuserie „In höchster Not“ in der ARD-Mediathek wurden Lukas und sein Bergwacht-Team bei ihren Einsätzen begleitet.

