Die französisch-iranische Künstlerin Marjane Satrapi ist tot. Sie starb im Alter von 56 Jahren in Paris, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Umfeld der Künstlerin berichtet. In der Mitteilung ihrer engen Vertrauten heißt es demnach, Satrapi sei aus Trauer gestorben, etwas mehr als ein Jahr nach ihrem Ehemann, dem schwedischen Filmemacher und Produzenten Matthias Rieper. Auf ihrem Instagram-Account hatte die Künstlerin ihrer Trauer über diesen Verlust Ausdruck verliehen.
Zahlreiche Preise für „Persepolis“
Weltweit bekannt wurde Satrapi mit der Comic-Autobiografie und dem Animationsfilm „Persepolis“. Darin schildert sie in schwarz-weißen Einzelbildern ihre Kindheit im Iran und ihre Jugendjahre in Teheran und Wien. Für das Werk wurde Satrapi 2004 mit dem Max-und-Moritz-Preis für die „Beste deutschsprachige Comic-Publikation Import“ ausgezeichnet. Auf der Frankfurter Buchmesse erhielt sie die Auszeichnung „Bester Comic“. Die Verfilmung bekam 2007 den Preis der Jury beim Festival von Cannes.
In „Persepolis“ erzählte Satrapi ihre Kindheit und Jugend als rebellische Teenagerin, die Unterdrückung der Bevölkerung durch das Mullah-Regime und die schmerzhafte Entscheidung für das Exil. Auch in weiteren Comics wie „Sticheleien“ oder „Huhn mit Pflaumen“ zeichnete Satrapi Porträts der iranischen Gesellschaft und vor allem der iranischen Frauen, humorvoll, teils melancholisch, immer widerständig. Zuletzt erschien die Graphic Novel „Frau, Leben, Freiheit“, die sich mit der feministischen Revolution 2022 beschäftigte und Comics von verschiedenen Zeichnern beinhaltet.
Künstlerin engagierte sich für Proteste im Iran
2006 erlangte Marjane Satrapi die französische Staatsbürgerschaft und engagierte sich aus dem Exil, unterstützte zum Beispiel die Proteste nach dem Tod von Dina Mahsa Amini im Jahr 2022. Als Satrapi im vergangenen Jahr in die französische Ehrenlegion aufgenommen werden sollte, lehnte sie das ab. Sie kritisierte vor allem, dass Frankreich Visa-Bewerbungen von jungen iranischen Dissidenten und Künstlern abgelehnt habe. Die Ablehnung der Ehrenlegion wollte Satrapi aber nicht als Ablehnung Frankreichs verstanden wissen. Es sei ein Land, das sie liebe und das ihres sei.

