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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Steam: Ermittlungen wegen Lücken im Beschwerdemanagement
Netzwelt

Steam: Ermittlungen wegen Lücken im Beschwerdemanagement

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 14. Juni 2026 16:47
Von Benjamin Lehmann
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3 min. Lesezeit
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Das Spiel „Plantation Simulator“ ist eine Simulation um den Betrieb einer Plantage. Der Hersteller sprach von einer historischen Simulation. Um die Produktivität im Spiel zu steigern, musste der Spieler farbige Spielfiguren auspeitschen. Das hatte international teils heftige Proteste in der Gaming-Community zur Folge. Der Hersteller des Spiels hat es daraufhin zunächst verändert und schließlich ganz zurückgezogen.

Inhaltsübersicht
Vorwurf: Steam hat nicht reagiertVor Veröffentlichung keine Prüfung durch SteamEU-Recht schreibt unmittelbare Reaktion auf Beschwerden vorZiel: Grundsätzliche Überprüfung des Meldesystems bei SteamSteam drohen empfindliche Strafen

Vorwurf: Steam hat nicht reagiert

Gegenstand der Ermittlungen des Digital Service Coordinators (DSC), der bei der Bundesnetzagentur angesiedelt ist, ist aber weniger der Inhalt des Spiels, sondern dass Steam offenbar nicht auf die Proteste vor allem von Gamern aus Frankreich reagiert hat.

Vor Veröffentlichung keine Prüfung durch Steam

Auf der Gamingplattform Steam können registrierte Entwickler Software veröffentlichen. Vor der Veröffentlichung findet keine Qualitätskontrolle durch die Plattform statt. Deswegen ist es wichtig, dass die Plattform unmittelbar auf Beschwerden von Nutzern reagiert, wozu sie der europäische Digital Service Act (DSA) auch verpflichtet.

EU-Recht schreibt unmittelbare Reaktion auf Beschwerden vor

Nach EU-Recht muss Steam „ein leicht zugängliches und benutzerfreundliches Verfahren zur Meldung möglicher rechtswidriger Inhalte bereitstellen und diese Meldungen unverzüglich und sorgfältig prüfen sowie über den Inhalt entscheiden“, betont die Bundesnetzagentur. Doch Steam habe auch nach der heftigen öffentlichen Kritik nicht erkennen lassen, ob es den Inhalt des Spiels geprüft, darüber entschieden sowie über die Entscheidung informiert habe. Deswegen werde jetzt ermittelt.

Ziel: Grundsätzliche Überprüfung des Meldesystems bei Steam

Steam gehört zum US-Unternehmen Valve, das seinen gesetzlichen Vertreter für die EU in Deutschland benannt hat. Deswegen ist die Bundesnetzagentur zuständig, obwohl die meisten Proteste gegen das umstrittene Spiel aus Frankreich kamen. Und auch nachdem „Plantation Simulator“ bereits von der Plattform genommen wurde, gehen die Ermittlungen weiter. Ziel des Verfahrens sei nicht die Entfernung eines einzelnen Titels, sondern es gehe darum, strukturelle Defizite im Meldesystem von Steam zu untersuchen und gegebenenfalls zu korrigieren, betont die Behörde.

Steam drohen empfindliche Strafen

Steam hat nun die Möglichkeit, auf die Vorwürfe zu reagieren. Sollte ein Verstoß gegen den Digital Service Act festgestellt werden, drohen empfindliche Strafen, die von der einfachen Anordnung, die Mängel zu beseitigen, bis hin zu hohen Bußgeldern reichen, die am weltweiten Umsatz des Unternehmens ausgerichtet sind.

 

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Von Benjamin Lehmann
Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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