Große Nürnberger Musiknacht
Genießen und Flanieren beim Musikfest ION
Genießen und Flanieren beim Musikfest ION
Nürnberg verwandelt sich in eine klingende Stadt: Mit einer Großen Musiknacht von BR Klassik und Musikfest ION startet das Festival in sein 75-jähriges Jubiläum – ein riesiges Wandelkonzert mit Sommernachtsflair.
Bildquelle: BR Franken
Die Große Nürnberger Musiknacht
Solomon’s Knot in St. Sebald
Eine mittelalterliche Kathedrale, ein Renaissance-Ratssaal und eine Barockkirche – drei stimmungsvolle Orte und drei hochkarätige Konzerte. Internationale Top-Interpreten kommen zur Großen Nürnberger Musiknacht von BR Klassik und Musikfest ION: aus Tel Aviv der schillernde Sopranist Maayan Licht, der neue Star am Himmel der hohen Männerstimmen, zusammen mit dem polnischen {Oh!} Orkiestra; aus San Francisco „Chanticleer„, eines der besten Männerensembles der Welt zwischen Gospel, Jazz und Barbershop; und aus Großbritannien „Solomon’s Knot„, das erfrischende und unkonventionelle Barockensemble, ein Künstlerkollektiv ohne Chefdirigent, mit seinen gefeierten Bach-Interpretationen. Zwischen den Konzerten flaniert das Publikum durch die Altstadt oder genießt ein Gläschen in der Festivallounge.
Die Große Nürnberger Musiknacht auf BR Klassik
19. Juni 2026, 19.00-23.15 Uhr, live aus St. Sebald, Rathaus und St. Egidien: Solomon’s Knot, Maayan Licht, Chanticleer u. a.
Video-Livestream im Youtube-Kanal von ARD Klassik
75 Jahre Musikfest ION
1951 lagen immer noch große Teile der Nürnberger Altstadt in Trümmern. Zahlreiche Gebäude waren nur notdürftig repariert. Die spätgotische Lorenzkirche überspannte ein Notdach. Und es hatte nach dem Kriegsende fünf Jahre gedauert, bis 1950 wieder Orgelklang in der Kirche ertönte. Dem damaligen Kantor Walther Körner schwebte da aber schon mehr vor: Verwüstete Städte und Trümmer waren für ihn Mahnmale, forderten ihn zur Versöhnung mit den europäischen Nachbarländern auf. Und womit konnte das besser erreicht werden als mit Musik – ganz speziell mit der Musik, die über Jahrhunderte den ganzen Kontinent verbunden hatte: die Geistliche Musik?
Versöhnung mit Musik
Bereits bei der ersten Internationalen Orgelwoche 1951 kamen die eingeladenen Musiker aus ganz Europa, so etwa mit Fernando Germani der amtierende Organist des Petersdoms, aber auch Organisten aus Ländern, die von Deutschland im Zweiten Weltkrieg mit Leid und Grausamkeit überzogen worden sind: Dazu gehörten etwa Flor Peeters aus Belgien oder Georg Fjelrad aus Dänemark. Mit den Regensburger Domspatzen und dem Thomanerchor aus Leipzig traten darüber hinaus zwei Knabenchöre aus den beiden Teilen Deutschlands auf.
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Der schillernde israelische Sopranist Maayan Licht, der neue Star am Himmel der hohen Männerstimmen, kommt zusammen mit dem polnischen {Oh!} Orkiestra nach Nürnberg. | Bildquelle: Fernando Fath
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„Solomon’s Knot“, das erfrischende und unkonventionelle britische Barockensemble, ein Künstlerkollektiv ohne Chefdirigent, mit seinen gefeierten Bach-Interpretationen. | Bildquelle: Dan Joy
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„Chanticleer“ aus aus San Francisco: eines der besten Männerensembles der Welt zwischen Gospel, Jazz und Barbershop | Bildquelle: Stephen K. Mack
Festival am Puls der Zeit
In den darauffolgenden Jahrzehnten prägten verschiedene Künstlerische Leiter das Musikfest ION, wie es heute heißt: Werner Jacob, Wilfried Hiller und Folkert Uhde. Seit 2019 ist Moritz Puschke verantwortlich, inzwischen als Geschäftsführender Intendant. Die internationale und überkonfessionelle Ausrichtung ist weiterhin die Basis für ein Festival, das stets die aktuellen Tendenzen der Geistlichen Musik reflektiert – von der historischen Aufführungspraxis bis zu zeitgenössischen Klangexperimenten und multimedialen Projekten, die die Musik in den Kontext der Aufführungsorte, die einzigartigen und vielseitigen Kirchenräume Nürnbergs, stellen.
Ort fürs Weiterdenken
Ein Musikfest – für Moritz Puschke ist das weit mehr als nur eine Reihe von Konzerten. „Das Musikfest ION ist ein Ort fürs Weiterdenken, Vertiefen, Debattieren und Ausprobieren. Für die Gegenwart. Und für die Zukunft.“ So formuliert der Intendant Anspruch und Selbstverständnis. Und so hat er die traditionsreiche Internationale Orgelwoche Nürnberg zu einem modernen Festival weiterentwickelt, das sich nicht nur der Kirchenmusik widmet, sondern die Kirche als Ort für Musik viel weiter fasst.
Der Kirchenraum ist ein offener.
Moritz Puschke
Das Musikfest ION in der Festspielzeit auf BR Klassik
8. Juli 2026, 18.03-20.00 Uhr: The King’s Singers
2. August 2026, 18.05-20.00 Uhr: Olivier Latry, Orgel
Von Beatles bis Bach
Im Jubiläumsjahr präsentiert das Musikfest ION die ganze Bandbreite an Musik für die Kirche und im Kirchenraum. Ein Schwerpunkt liegt auf der reinen Vokalkunst, die in den letzten Jahren immer mehr zum Publikumsrenner geworden ist. Zu Gast sind etwa Weltklasse-Vokalensembles wie die „King’s Singers“ oder Chanticleer, aber auch Spitzenchöre wie der Tenebrae Choir, der RIAS Kammerchor, der Kammerchor Stuttgart und der Windsbacher Knabenchor. Neben den Klassikern der Kirchenmusik wie Bachs h-Moll-Messe oder Antonín Dvořáks „Stabat Mater“ gibt es viel aus anderen Genres zu entdecken: Etwa eine „Night for George Harrison“ zum 25. Todestag des Beatles-Gitarristen oder das Festival-Debüt von Jazz-Sängerin und Singer-Songwriterin Rebekka Bakken.
Ein wichtiges Standbein des Musikfests steckt mitten im Festivalnamen ION: die Orgel. Auch dieses Jahr bringen namhafte Organistinnen und Organisten die Kirchen in Nürnberg zum Klingen, etwa Cameron Carpenter oder der Organist von Notre Dame de Paris, Olivier Latry.
Autor des Artikels: Wolfgang Schicker
Veröffentlicht als Podcast bei ARD Sounds

