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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Klimaanlagen nachrüsten: Diese Hürden gibt es
Wirtschaft

Klimaanlagen nachrüsten: Diese Hürden gibt es

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 13. Juli 2026 11:47
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Frau Meier (Name von der Redaktion geändert) sitzt in ihrem Rollstuhl und trägt eine leichte Bluse. Trotzdem ist die schon ganz nassgeschwitzt, weil es im Seniorenheim an der Effnerstraße wieder so heiß ist. „Ohmei, ohmei!“, stöhnt die Seniorin. Pfleger Tobi kommt jede Viertelstunde vorbei: „Frau Meier, haben Sie schon etwas getrunken?“

Inhaltsübersicht
DWD: „Es ist heißer geworden.“Bestandsgebäude müssten nachgerüstet werdenGerade moderne Gebäude heizen sich aufKluges Lüften kann eine Klimaanlage manchmal ersetzenNicht jeder Raum braucht eine Klimaanlage

DWD: „Es ist heißer geworden.“

Bis vor wenigen Jahren war es nicht üblich, in Gebäuden eine Klimaanlage einzubauen. Da war das auch noch nicht nötig: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat ermittelt, dass bis zum Jahr 1951 im Schnitt an 3,0 Tagen pro Jahr die Temperaturen über 30 Grad kletterten. Im Jahr 2025 lag die Wahrscheinlichkeit bei 11,1 Tagen pro Sommer. In heißen Jahren wie etwa 2003 und 2019 waren es 19 Tage. Bei diesen klimatischen Bedingungen rechtfertigt sich eine Klimaanlage, besonders dort, wo Kinder, Alte oder Kranke untergebracht sind.

Bestandsgebäude müssten nachgerüstet werden

Gebäude, die vor 15 oder 50 Jahren gebaut wurden, haben selten eine Klimaanlage. Hier nachzurüsten, sei nicht immer leicht, erklärt Uwe Redeker, Referent für Technik beim Fachverband Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Bayern: „Der Einbau einer klassischen Klimaanlage, bei der über Rohre kühle Luft in jeden Raum geblasen wird, ist bei Bestandsgebäuden in der Praxis unmöglich. Für die Rohre fehlt meist der Platz.“ Beispielsweise reicht bei vielen Bestandsgebäuden die Deckenhöhe nicht, um die oft über zwölf Zentimeter dicken Rohre dort zu verlegen.

Er empfiehlt den Einbau von Kühlaggregaten, wie es sie auch in vielen südlichen Ländern gibt. Sie bestehen aus einer Außeneinheit, durch die Kühlflüssigkeit gepumpt wird. In knapp fingerdicken Schläuchen fließt die Flüssigkeit zum Kühlaggregat im Raum, und über ein Gebläse wird die Raumluft gekühlt und verteilt. Diese dünnen Kühlflüssigkeitsschläuche lassen sich meist leicht hinter Eck- oder Fußleisten verstecken.

Generell ist eine Baugenehmigung für die Installation der Außeneinheit nicht nötig. Aber Achtung, es gibt Sonderfälle, wie etwa den Denkmalschutz. Vorsichtshalber sollte jeder beim lokalen Bauamt nachfragen.

Gerade moderne Gebäude heizen sich auf

Glasfassaden galten jahrelang als besonders repräsentativ und schick. In Zeiten des Klimawandels erweisen sie sich als untauglich. „Bei Glasfronten haben sie praktisch verloren“, sagt Uwe Redeker. „An heißen Tagen sind die wie ein Gewächshaus. Da kommt man mit einer Klimaanlage kaum dagegen an.“ In Wohnungen können schon große Südfenster zum Problem werden. „Da hilft nur verschatten“, sagt Redeker. „Am besten von außen. Da ist die Wirkung erheblich besser.“

Denn wenn die Sonnenstrahlen erst einmal durch die Scheibe gegangen und damit im Raum sind, dann hilft ein Vorhang nur noch wenig. Wenn eine Jalousie die Sonne vorher abschirmt und sie erst gar nicht durch die Glasscheibe fällt, ist das deutlich effektiver.

Kluges Lüften kann eine Klimaanlage manchmal ersetzen

„Wer für Sonnenschutz sorgt und klug lüftet, kann sich unter Umständen das Geld für die Klimaanlage ganz sparen“, sagt Redeker. Mit „klug lüften“ meint der Klimafachmann, nachts und früh am Morgen das Fenster zu öffnen. Denn auch wenn es an Hitzetagen zur Schlafenszeit oft draußen noch sehr warm ist, kühlen sich die Temperaturen in den frühen Morgenstunden angenehm ab. Dann strömt die kühlere Luft ins Zimmer und macht es angenehmer für den folgenden Tag.

Wer tagsüber lüftet, tut sich bei Hitze selten einen Gefallen. „Wer an heißen Tagen lüftet, der hat subjektiv das Gefühl, den Raum abzukühlen, weil man den Luftzug spürt“, erklärt Uwe Redeker. „Tatsächlich hilft der Luftzug nur der Haut, besser zu schwitzen. Gleichzeitig heizt sich der Raum aber auf!“

Nicht jeder Raum braucht eine Klimaanlage

Im Seniorenheim an der Effnerstraße haben sie inzwischen ein Kühlaggregat bekommen, aber nicht in jedem Zimmer, das wäre zu teuer geworden. Ein großes Gerät hängt jetzt an der Decke im Gemeinschaftsraum. Den Bewohnern geht es sichtlich besser. Auch Frau Meier ist zufrieden, aber sie hat auch selbst etwas verändert: „Ich schlaf jetzt immer bei offenem Fenster und beim Aufstehen bitte ich die Pfleger, das Fenster zu schließen.“ Jetzt kann sie es auch bei sich im Zimmer aushalten.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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