Im Oktober hätte es eigentlich losgehen sollen. Auf der Hohenzollernfestung im mittelfränkischen Wülzburg, einem Hauptdrehort, waren schon die Kulissen aufgebaut worden. Doch nun wandert alles wieder in die Mottenkiste. Die Vorbereitungen zur geplanten High-Ende-Serie „Die Päpstin“ wurden wenige Wochen vor Drehbeginn gestoppt.
Wird das Serienprojekt wieder aufgenommen?
Zuerst hatte die „Welt“ darüber berichtet (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt). Auf Nachfrage des BR bestätigte die Produktionsfirma Constantin Film den Abbruch des Projektes. Grund dafür seien „einige offene Themen bezüglich Besetzung und Budget, die in der verbleibenden Zeit nicht geklärt werden konnten“, so Unternehmenssprecherin Katja Wirz auf Anfrage. Einem Bericht in der „Welt“ zufolge (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt) hat der Ausstieg eines ausländischen Finanzierungspartners den Ausschlag gegeben. Ob die Dreharbeiten zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden könnten, ließ Wirz gegenüber dem BR offen.
Die ARD hatte die Serie im Januar 2025 angekündigt. Die Hauptrolle sollte Schauspielerin Jella Haase („Fack ju Göhte“, „Kleo“) übernehmen. Als Produzent hätte Constantin-Chef Oliver Berben fungiert. Mit einem Budget von etwa 20 Millionen Euro wäre die Serie eines der größten deutschen Fernsehprojekte des Jahres gewesen.
Kinofilm „Die Päpstin“ kam schon 2009 ins Kino
Dass der Stoff durchaus beim Publikum ankommt, zeigte 2009 bereits Regisseur Sönke Wortmann mit seinem gleichnamigen Kinofilm. Etwa 2,5 Millionen Zuschauer fand das opulente Historiendrama damals. In der Hauptrolle war Johanna Wokalek zu sehen.
Der Film wie auch die geplante Serie basieren auf einem Roman der amerikanischen Autorin Donna Woolfolk Cross. Darin geht es um eine Frau (Joan/Johanna), die sich im Frühmittelalter als Mann tarnt, unter dem Namen Johannes in der Kirche aufsteigt und schließlich sogar zum Papst gewählt wird. Auch wenn der Roman auf einer historischen Legende beruht, ist bis heute nicht gesichert, dass es eine weibliche Päpstin tatsächlich gab.

