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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Konjunkturflaute und Arbeitslosigkeit: Wo gibt es noch Jobs?
Wirtschaft

Konjunkturflaute und Arbeitslosigkeit: Wo gibt es noch Jobs?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 31. August 2026 08:47
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Allein im vergangenen Jahr hat das verarbeitende Gewerbe – zu dem die Industrie zählt – 177.000 Stellen abgebaut, mehr als 10.000 pro Monat. Besonders die Autoindustrie unterliegt einem tiefgreifenden Wandel: Der geplante Stellenabbau etwa von Volkswagen und BMW hat für Schlagzeilen gesorgt. Ebenso betroffen sind die Zulieferer und der Maschinenbau. Weniger Stellen und steigende Arbeitslosigkeit bedeuten aber nicht, dass keine Arbeits- oder Fachkräfte mehr gesucht werden.

Inhaltsübersicht
Demografie sorgt für Lücken im ArbeitsmarktBeispiel BaustoffbrancheWer sucht nach Jobs?Arbeitsplätze in der RüstungsindustrieMobilität spielt eine RolleHoffen auf den Aufschwung

Demografie sorgt für Lücken im Arbeitsmarkt

Der Renteneintritt der sogenannten Babyboomer wird den deutschen Arbeitsmarkt stärker treffen als bislang befürchtet, lautet das Fazit einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Als Babyboomer zählen die geburtenstarken Jahrgänge von 1954 bis 1969. Demnach erreichen bis 2036 jährlich im Schnitt rund 1,3 Millionen von ihnen das Rentenalter.

Beispiel Baustoffbranche

Auch das mittelfränkische Unternehmen Schotter- und Steinwerk Weißenburg braucht aus diesem Grund Fachkräfte. Einige, die seit Jahrzehnten im Unternehmen sind, schieden demnächst wegen ihres Alters aus, erklärt der Geschäftsführer Jens Geiger. „Die kann man nicht von heute auf morgen ersetzen.“

Die Firma baut in einem Steinbruch Material ab und ist abhängig von der Baubranche. Mithilfe des Konzepts „Hart aber herzlich“ sucht der Schotter- und Steinlieferant Nachwuchs. Unter dem Motto setzt das mittelständische Unternehmen etwa auf Mitarbeiterbeteiligung und konnte damit auch die Zahl der Bewerbungen steigern.

Wer sucht nach Jobs?

Auf den Karriere-Seiten vieler Unternehmen sind offene Stellen zu finden. Und wie schon in den vergangenen Jahren vor allem in den Branchen Gesundheit, Pflege und Erziehung. „Hier gibt es weiter Bedarfe, weiter unbesetzte Stellen. Aber auch im Handwerk, in vielen Verkaufsberufen, in der Gastronomie“, sagt Bernd Fitzenberger, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Aber auch am Bau werden Arbeits- und Fachkräfte gesucht.

Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie

Bei dem Bedarf – etwa an Pflegekräften – scheint es aber regionale Unterschiede zu geben. Wie die private Jobbörse für den Pflege- und Gesundheitsbereich pflegia.de ausgewertet hat, kommen in Schleswig-Holstein weniger Bewerber auf eine offene Stelle als in Bayern.

Auch die Rüstungsbranche sucht Mitarbeitende. Sie verzeichnet ein deutliches Plus bei den ausgeschriebenen Stellen. Viele größere Rüstungsunternehmen befinden sich im Süden Deutschlands, in Baden-Württemberg und Bayern. Allerdings ist laut Arbeitsmarktforscher Bernd Fitzenberger die Verteidigungsindustrie etwa im Vergleich zur Autoindustrie in Deutschland ein sehr kleiner Sektor. „Dort werden nicht alle Beschäftigten aus der Industrie unterkommen können, die jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren oder die jetzt keinen Arbeitsplatz mehr finden“, so der IAB-Direktor.

Mobilität spielt eine Rolle

Nach Angaben des Arbeitsmarktforschers gibt es vor allem in den Metropolen ein Beschäftigungswachstum, vor allem im Bereich der Dienstleistungen. Dazu zählen unter anderem Pflege, aber auch das Handwerk.

Wer auf Jobsuche sei, müsse auch einen Umzug in Kauf nehmen, sagt Fitzenberger. Doch das sei nicht immer einfach. Als Beispiel nennt er die bayerische Landeshauptstadt: „Wenn günstiger Wohnraum fehlt, dann nützt mir natürlich ein tolles Jobangebot beispielsweise in München sehr wenig.“ Zudem müsse auch der Partner oder die Partnerin einen vergleichbaren Job finden.

Hoffen auf den Aufschwung

Der für dieses Frühjahr erhoffte Aufschwung auf dem deutschen Arbeitsmarkt blieb auch aufgrund des Iran-Krieges aus. Dem Geschäftsführer des Schotter- und Steinwerks Weißenburg, Jens Geiger, fehlt derzeit vor allem die Planungssicherheit für den Betrieb: „Wenn ich weiß, was auf mich zukommt, dann kann ich auch meine Zukunft planen und dann kann man auch entsprechend investieren und neue Leute einstellen und ausbilden“, sagt er. In seinen Zahlen sehe er keine Anzeichen für einen Aufschwung.

Aber zuletzt haben Wirtschaftsinstitute positive Veränderungen registriert. Zum Beispiel hat das ifo-Institut eine sich bessernde Stimmung in der Exportwirtschaft festgestellt, was vor allem für das Exportland Bayern wichtig sein könnte.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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