Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat dem Sanierungsplan von Europas größtem Autohersteller zugestimmt. Der sogenannte Zukunftsplan 2030 sei am Donnerstagabend einstimmig beschlossen worden, teilte der Konzern in Wolfsburg mit.
Demnach ist eine „konzernweite Anpassung der Beschäftigtenzahl in Höhe von rund 50.000 abzubauenden Stellen“ vorgesehen. Diese Anpassung der weltweiten Personalkapazitäten sei notwendig, um die Ziele des Transformationsprogramms zu erreichen, teilte der Konzern mit.
Vier Werke bangen um ihre Zukunft
Für die Standorte Emden, Zwickau, Hannover und das Audi-Werk Neckarsulm könne keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 gewährleistet werden, teilte VW mit. Für diese Werke würden „parallel und ergänzend alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft“.
Die Arbeitnehmervertreter betonten in einer ersten Reaktion, damit sei eine „Eskalation verhindert“ worden. Eine Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen Pkw und der VW-Komponente ist laut IG-Metall-Chefin Christiane Benner und Betriebsratschefin Daniela Cavallo vom Tisch, ein Angriff auf die Mitbestimmungsstrukturen sei damit erfolgreich abgewehrt.
Und: Entgegen mehreren Medienberichten sei „keine Werksschließung besiegelt“. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer ordnet den Beschluss so ein: „Die Werkschließungen sind nicht beschlossen, aber auch nicht ausgesetzt“
Weniger Arbeiter, weniger Autos, weniger Angebotsvielfalt
Bereits im Juli waren erste Zahlen des Sparpakets bekanntgeworden, welche die Dimensionen des Umbaus deutlich machten – damals allerdings noch ohne konkrete Angaben zum Personalabbau. Damals hieß es, Volkswagen richte sich darauf ein, künftig im Jahr nur noch neun Millionen Fahrzeuge zu bauen; vor der Corona-Pandemie waren es noch zwölf Millionen. Unter anderem soll die Modellpalette um bis zu 50 Prozent reduziert werden, die Angebotsvielfalt soll sogar um drei Viertel gesenkt werden.

