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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Kernkraft: Zurück in die Zukunft dank Big Tech?
Netzwelt

Kernkraft: Zurück in die Zukunft dank Big Tech?

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 17. Oktober 2024 14:58
Von Benjamin Lehmann
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2 min. Lesezeit
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Als die Unternehmen Amazon, Google und Microsoft vor einigen Jahren versprachen, ihren CO₂-Fußabdruck zu verringern, war Künstliche Intelligenz noch ein Traum. Um diese Ziele einzuhalten und den immensen Energiebedarf ihrer Datenzentren heute zu decken, setzt Big Tech jetzt auf Atomstrom. Auffällig daran ist: Die Großkonzerne verkünden ihre konkreten Pläne mehr oder weniger gleichzeitig.

Inhaltsübersicht
Amazon will modulare KleinreaktorenGoogle will bis erstes SMR bis 2030Microsoft reaktiviert altes AKWNicht alle strahlen über Atomstrom

Amazon will modulare Kleinreaktoren

Amazon plant den Bau mehrerer kleiner Atomreaktoren, die nur ein Viertel bis zu einem Zehntel so groß wie bisherige Kraftwerke sind. Dafür beteiligt sich der Konzern am Nuklear-Start-up X-Energy. Vier solcher „Small Modular Reactors“ (SMR) sollen in den USA Anfang des nächsten Jahrzehnts entstehen. Bereits im März kaufte Amazon ein Rechenzentrum in Pennsylvania, das komplett von Atomstrom betrieben wird.

Google will bis erstes SMR bis 2030

Noch schneller will Google sein: Bereits im Jahr 2030 soll mithilfe des Energieunternehmens Kairos Power aus einem funktionierenden SMR Atomenergie in ihre Rechenzentren fließen. Weitere Kleinkraftwerke sollen bis 2035 hinzukommen, eine entsprechende Vereinbarung gaben die beiden Unternehmen diese Woche bekannt. Ein erster Testreaktor ging im Juli in Betrieb.

Microsoft reaktiviert altes AKW

Microsoft setzt hingegen auf konventionelle AKWs und reaktiviert das 2019 stillgelegte Kraftwerk Three Mile Island in Harrisburg, Pennsylvania. Im September einigte man sich mit dem Betreiber darauf, das Kraftwerk bis 2028 wieder hochzufahren und dann 100 Prozent der erzeugten Energie für ihre KI-Rechenzentren zu verwenden. Im Jahr 1979 sorgte Three Mile Island wegen einer partiellen Kernschmelze für Schlagzeilen.

Nicht alle strahlen über Atomstrom

Kritik an den geplanten neuen und reaktivierten Kraftwerken gibt es reichlich: Bürgerinitiativen befürchten steigende Stromkosten, lehnen neue Uranabbaugebiete wie etwa am Grand Canyon ab und bemängeln fehlende Konzepte zur Endlagerung radioaktiver Abfallstoffe. Außerhalb der USA sind überdies keine neuen Kraftwerke der Großkonzerne geplant.

 

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Von Benjamin Lehmann
Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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