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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Kardinal Marx: Kein Fehlverhalten von Oster im Fall Hauzenberg
Kultur

Kardinal Marx: Kein Fehlverhalten von Oster im Fall Hauzenberg

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 14. April 2025 11:47
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Der Münchner Kardinal Reinhard Marx sieht keinen kirchenrechtlichen Verstoß gegen den Passauer Bischof Stefan Oster im Fall Hauzenberg. Dies geht aus einem Schreiben hervor, das dem BR vorliegt. Damit reagierte Marx als zuständiger Erzbischof auf eine Meldung von Timo Ranzenberger. Dieser hatte als Kind Missbrauch erlebt und wirft Oster vor, die Vorwürfe gegen den abgesetzten Pfarrer nicht rechtzeitig an den Vatikan gemeldet zu haben. Dabei berief sich Ranzenberger auf eine Regelung von Papst Franziskus, die eine Sanktionierung von Bischöfen vorsieht, wenn sie nicht konsequent mit Vorwürfen umgehen.

Inhaltsübersicht
Begründung: Ermittler sehen bisher keinen AnfangsverdachtMissbrauchsbetroffener sieht das Ergebnis der Prüfung kritischSolidarität mit abgesetztem PfarrerAnnäherung zwischen Bischof und Pfarrei-VertreternIm Video: Hunderte demonstrieren für abgesetzten Pfarrer

Begründung: Ermittler sehen bisher keinen Anfangsverdacht

Marx argumentiert in seinem Schreiben, die Regelung des Papstes sehe vor, dass mögliche Taten zunächst durch den zuständigen Bischof untersucht werden müssten. Oster habe dies getan, nachdem ihm die Interventionsbeauftragte im März geraten habe, die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Die Beauftragte habe zuvor neues Dokumentationsmaterial einsehen können. Die staatlichen Ermittler sähen bisher keinen Anfangsverdacht, so Marx. Außerdem seien ihm keine Meldung konkreter Betroffener bekannt. Deshalb könne er Ranzenbergers „Auslegung der Rechtslage nicht zustimmen“, schreibt der Kardinal.

Missbrauchsbetroffener sieht das Ergebnis der Prüfung kritisch

Ranzenberger sieht das anders. Er sagte dem BR, Bischof Oster habe in seinem Video-Statement erklärt, schon vor der Versetzung des Geistlichen nach Hauzenberg und dessen Ernennung zum Dekan Meldungen wie nun in Hauzenberg bekommen und deshalb ein intensives Gespräch mit dem Geistlichen geführt zu haben. Dies sei vor Januar 2023 gewesen.

In seiner Meldung an Marx bezog sich Ranzenberger ebenso auf das Video-Statement von Passaus Bischof. Darin habe Oster unter anderem eingeräumt, schon seit September 2023 von den Vorwürfen gegen den Geistlichen gewusst zu haben. Außerdem hätte ein Präventionskonzept gegen sexuellen Missbrauch in der Pfarrei nicht umgesetzt werden können, da der Pfarrer in dieser Hinsicht kompromittiert sei, heißt es in dem Schreiben Ranzenbergers. Zudem verweist er auf Medienberichte, nach denen zu den Vorwürfen auch Verhaltensweisen gehörten, die als sexualisierte Annäherungsversuche und Grenzüberschreitungen zu werten seien.

Solidarität mit abgesetztem Pfarrer

Hauzenbergs Pfarrer war vor drei Wochen von Bischof Oster suspendiert worden. Der Grund: mutmaßliches Fehlverhalten in der Jugendarbeit. Der Bischof erteilte dem Pfarrer ein vor­läu­fi­ges Zele­bra­ti­ons- und öffent­li­ches Auf­tritts­ver­bot. Zuvor hatten sowohl die Unabhängige Aufarbeitungskommission als auch der Betroffenenbeirat ein Handeln angemahnt.

Seitdem bekunden Tausende Hauzenberger ihre Solidarität mit dem Geistlichen. Am Samstag demonstrierten etwa 1.000 Menschen in Passau für den Geistlichen. In Hauzenberg herrscht seit Längerem ein massiver Konflikt. Alleine in den ersten beiden Wochen nach der Absetzung des Pfarrers sind dort nach Behördenangaben mehr als 100 Katholiken aus der Kirche ausgetreten. Ein Großteil der Ministranten will den Dienst beenden. Eine Onlinepetition wurde bereits von mehr als 10.000 Personen unterzeichnet.

Annäherung zwischen Bischof und Pfarrei-Vertretern

Der Pfarrer ließ über seinen Verteidiger sämtliche Vorwürfe abstreiten. Zuletzt gab es in zwei Gesprächen zwischen dem Bischof und Vertretern des Pfarrverbands erste Anzeichen von Annäherung in diesem Konflikt. „Wir suchen und gehen miteinander Schritte nach vorne“, hieß es in einer Pressemitteilung nach diesen Gesprächen.

Im Video: Hunderte demonstrieren für abgesetzten Pfarrer

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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