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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Katholische Kirche: Wer wird Vorsitzender der Bischofskonferenz?
Kultur

Katholische Kirche: Wer wird Vorsitzender der Bischofskonferenz?

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 26. Januar 2026 09:47
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Wenn die katholischen Bischöfe Ende Februar in Würzburg einen neuen Vorsitzenden wählen, steht vor allem eine Frage im Raum: Wer kann die gespaltene Kirche zusammenführen? Im Kern geht es darum, wie es mit den Reformbemühungen in Deutschland weitergehen soll, etwa bei den Machtstrukturen, Frauen in Ämtern oder der Sexualmoral.

Inhaltsübersicht
Synodaler Weg: Reformprozess sucht VermittlerVersöhner und Moderator gefragtStellenprofil: Mit Erfahrungen in RomAuch Bischöfe aus Bayern werden gehandeltKommt der Papst nächstes Jahr nach Deutschland?

Synodaler Weg: Reformprozess sucht Vermittler

Die Debatten beim Reformprozess Synodaler Weg haben tiefe Spuren hinterlassen. Eine Mehrheit der Bischöfe, vor allem aber auch der Laien befürwortet Reformen, eine kleine Gruppe ist dagegen und hat nicht wenige Verbündete im Vatikan. Dieses Erbe wartet auf den neuen Vorsitzenden.

Genau deshalb wird nun ein Bischof gesucht, der die Reformwünsche großer Teile der Basis ernst nimmt, ohne den skeptischen Flügel bloßzustellen. Er muss die Debatte moderieren, nicht dominieren und zugleich im Vatikan für Vertrauen sorgen. Denn dort ist die deutsche Reformagenda nach wie vor umstritten, jede Zuspitzung wird misstrauisch wahrgenommen.

Versöhner und Moderator gefragt

Dass der nächste Vorsitzende ein Versöhner und Moderator sein soll, sagen neben Beobachtern in Deutschland auch die im Vatikan. Keine Frontfigur eines Flügels, sondern einer, der Papst Leo XIV. in seiner Linie folgt, die auf Entpolarisierung setzt.

In dieser Gemengelage gilt der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz als einer der aussichtsreichsten Kandidaten. Er steht für einen moderaten Reformkurs und ist zuletzt immer wieder bundesweit sichtbar. Obwohl Bentz erst seit zwei Jahren Erzbischof in Paderborn ist, bringt er doch Erfahrung mit. Er war vorher Weihbischof in Mainz und zudem bereits Sekretär von Kardinal Karl Lehmann, der die Bischofskonferenz über viele Jahre als Vorsitzender geprägt hat.

Bentz gilt als kommunikativ und vermittelnd – ein Pluspunkt für eine notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit. Überzeugen muss ein Kandidat nicht nur die Ortsbischöfe der 27 Bistümer. Denn die Vorsitzwahl wird gern auch als „Stunde der Weihbischöfe“ bezeichnet. Sie wählen mit und stellen derzeit die Mehrheit der derzeit 59 Wahlberechtigten.

Stellenprofil: Mit Erfahrungen in Rom

Daneben rücken Bischöfe in den Blick, die als ausgleichend wahrgenommen werden. Genannt werden dabei Heiner Wilmer aus Hildesheim, Stephan Ackermann aus Trier, Michael Gerber aus Fulda. Sie alle haben mehrere Jahre in Rom studiert oder gearbeitet, wissen, wie die Kurie tickt. Sie könnten, so die Hoffnung, die deutsche Situation in einer Weise erklären, die dort anschlussfähig ist.

In der innerdeutschen Debatte tauchen außerdem Namen wie Franz-Josef Overbeck aus Essen und Peter Kohlgraf aus Mainz auf. Overbeck ist klar reformorientiert, was ihm Unterstützung bei vielen Engagierten bringt, aber zu klar auf einer Seite positioniert sein könnte. Kohlgraf gilt als guter Seelsorger und dialogbereit.

Auch Bischöfe aus Bayern werden gehandelt

Auch bayerische Bischöfe zählen zu jenen, die Erfahrungen in Rom gesammelt haben. So werden als mögliche Kandidaten immer wieder Bertram Meier aus Augsburg und Franz Jung aus Würzburg gehandelt. Meier hat sich zwar immer wieder kritisch zur deutschen Reformdebatte geäußert, sieht sich aber explizit als Vermittler. Jung zeigt sich offener für Veränderungen. Der Würzburger Bischof ist Gastgeber der Wahl und dann des Katholikentags im Mai. Dort wird sich der neue Vorsitzende erstmals einem großen Publikum präsentieren.

Vereinzelt wird auch der Passauer Bischof Stefan Oster als Kandidat angeführt. Unter den amtierenden Ortsbischöfen zählt er zusammen mit dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und dem Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer zu den striktesten Gegnern des Synodalen Weges. Deshalb werden dem Passauer Bischof bestenfalls Außenseiterchancen eingeräumt, da er weniger dem gewünschten Profil eines Vermittlers entspricht.

Kommt der Papst nächstes Jahr nach Deutschland?

Fest steht: Wer auch immer in Würzburg gewählt wird, steht im Spannungsfeld zwischen deutscher Reformdynamik und römischer Vorsicht. Dazu kommt, dass der neue Vorsitzende möglicherweise schon bald einen Besuch von Papst Leo XIV. in Deutschland vorbereiten muss. Der Papst lernt seinem Bruder zufolge Deutsch. Als Zeitpunkt wird immer wieder das kommende Jahr genannt. Ziel eines solchen Besuchs könnte auch sein, dass er sich persönlich für die Überwindung der Spannungen in der Kirche einsetzen will.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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