Die Allianz Arena ist die Heimat des FC Bayern. In den kommenden Wochen aber verwandelt sie sich in eine der größten Konzertbühnen Deutschlands. Internationale Superstars stehen dann auf dem Programm und ziehen Zehntausende Fans an. Auf der Bühne stehen unter anderem Linkin Park (11./12.6.), Foo Fighters (17.6.), The Weeknd (25.-27.6.) , BTS (11./12.7.) sowie Helene Fischer (17.7.).
Die Nachfrage ist bei allen Terminen extrem hoch. Viele Konzerte gelten bereits als ausverkauft, je nach Veranstaltung kann es allerdings noch Restkarten geben.
2025 erstes Konzert in der Allianz Arena
Konzerte in der Allianz Arena sind noch immer etwas besonderes. Seit ihrer Eröffnung 2005 wird die Arena zwar immer wieder für Sonderveranstaltungen genutzt, im Kern ist sie jedoch ein reines Fußballstadion. Das erste große Open-Air-Konzert in der Geschichte des Stadions war das Konzert der Guns N’Roses im Juni 2025.
Dass sich nun in den nächsten Wochen die Top-Acts in Fröttmaning nur so tummeln, hat einen handfesten Grund: Das sonst für Großkonzerte in München genutzte Olympiastadion wird renoviert. Die Allianz Arena bietet mit rund 70.000 Plätzen, moderner Infrastruktur und guter Verkehrsanbindung eine ideale Ausweichspielstätte – zumindest in der Fußball-Sommerpause.
Trotzdem musste erst einmal umgebaut werden: „Der bestehende Rasen wurde im Vorfeld der Veranstaltung entfernt und wird im Anschluss an die Konzertsaison für den regulären Fußballbetrieb vollständig neu verlegt“, sagt Andre Lieberberg, Geschäftsführer des Konzertveranstalters Live Nation, die unter anderem die Konzerte von Linkin Park ausrichten.
Herausforderung Akustik
Eine besondere Herausforderung ist die Akustik. Die Allianz Arena ist nicht für Konzerte gebaut. Nach dem Konzert von Guns N’Roses gab es von einigen Besuchern Kritik. Während der Sound im Innenraum und nahe der Bühne für viele druckvoll und klar wirkte, berichteten einige Besucher auf den oberen Rängen von Hall und weniger differenziertem Klang.
Thomas Drescher, Toningenieur beim Bayerischen Rundfunk und leidenschaftlicher Konzertgänger, machte bei jenem Konzert gemischte Erfahrungen: „Die Organisation hat super gut geklappt, der Einlass ging schnell, das Wetter war top, die Vorfreude groß. Aber dann begann das Konzert: Wir waren verwundert, dass der Sound so undifferenziert war, es hat sich ziemlich breiig angehört. Wir haben dann die Position geändert und da wurde es besser. Es hat sich herausgestellt, dass die Dachkonstruktion der Arena dem Ton etwas entgegengespielt hat, da gab es viele Reflexionen.“
„Linkin Park werden die Fans definitiv mitreißen“
Live Nations-Geschäftsführer Andre Liebermann bestätigt: „Die tatsächliche Klangwahrnehmung hängt bei Konzerten immer von mehreren Faktoren ab: der Künstlerproduktion, dem Genre, dem Sounddesign, dem Tonpersonal oder einfach der Position im Stadion. Wir haben aber keinerlei grundsätzliche Bedenken hinsichtlich der Eignung der Allianz Arena für Großkonzerte“, äußerte er sich gegenüber dem BR.
Thomas Drescher wechselte während des Konzerts mehrfach die Position. Das Ergebnis: Es kommt darauf an, wo genau man steht. Fairerweise muss man betonen, dass Thomas Drescher ein extrem geschultes Ohr hat und seine Ansprüche an den Sound sicherlich höher sind als die eines Konzertbesuchers ohne Profi-Hintergrund. „Es kommt immer auf einen persönlich an, wieviel Drive man an dem Abend hat, und dann man feiert sich ja auch ein bisschen selbst und feiert die Band auch (…) Linkin Park werden die Fans definitiv mitreißen.“
Anreise, Stadionregeln – Was Fans beachten müssen
Andre Lieberberg hält die Allianz Arena alles in allem für sehr gut geeignet: „Es ist eines der modernsten und beeindruckendsten Stadien Deutschlands, mit guter Verkehrsanbindung, moderner Infrastruktur und professionellen Rahmenbedingungen für Veranstaltungen dieser Größenordnung.“
Gleichzeitig bringt die Nutzung als Konzertarena klare Vorteile: Die Stadt München kann internationale Weltstars begrüßen, die sonst oft nur in wenigen europäischen Metropolen auftreten. Zudem profitieren Tourismus, Gastronomie und Infrastruktur von den Großveranstaltungen.
Wer ein Konzert in der Allianz Arena besucht, sollte sich auf klare Stadionregeln einstellen. Der Einlass ist nur mit gültigem Ticket möglich, unabhängig vom Alter. Speisen und Getränke dürfen nicht mitgebracht werden, stattdessen gibt es ein bargeldloses Bezahlsystem sowie ein Mehrwegbecherkonzept im Stadion. Auch Taschenkontrollen und Sicherheitschecks gehören zum Standard.
Für die Anreise empfiehlt sich dringend der öffentliche Nahverkehr, insbesondere die U-Bahnlinie U6 bis Fröttmaning. Die Parkmöglichkeiten rund um die Arena sind begrenzt und bei Großveranstaltungen schnell ausgelastet.

