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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Natur erholt sich“: Frostige Reaktionen auf Harry und Meghan
Kultur

„Natur erholt sich“: Frostige Reaktionen auf Harry und Meghan

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 22. August 2026 08:47
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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So stellen sich vermutlich die wenigsten eine nostalgische Heimkehr in den Kreis der engeren Familie vor: Kaum hatte sich herumgesprochen, dass Harry und Meghan, der Herzog und die Herzogin von Sussex, ihren Hauptwohnsitz von Kalifornien zurück nach England verlegen wollen, hagelte es in der britischen Presse Negativ-Schlagzeilen und frostige bis höhnische Kommentare.

Inhaltsübersicht
„Kalifornien reagiert mit Achselzucken“Kann und will Camilla vermitteln?„Die Natur erholt sich“„Harrys Schatten liegt schwer auf den Royals“

Die einen fragten sich aufgebracht, wer wohl für die Kosten des Personenschutzes aufkommen wird (das Massenblatt „The Sun“ schockierte seine Leser [externer Link, möglicher Bezahlinhalt] mit einer Schätzung von jährlich fünf Millionen Pfund), die anderen klagten, die gesellschaftliche und politische Rolle des Paars sei völlig ungeklärt, und wieder andere, wie die auflagenstarke „Daily Mail“ [externer Link, möglicher Bezahlinhalt], triumphierten schadenfroh über einen Richterspruch, wonach Harry nach einer verlorenen Klage gegen „unrechtmäßige Informationsbeschaffung“ an das Medienhaus Millionen für die Begleichung der Anwaltskosten zahlen muss.

„Kalifornien reagiert mit Achselzucken“

Die „Daily Mail“ forderte ein königliches „Ultimatum“ an Harry und Meghan: „Entweder sie entschuldigen sich für ihre jahrelange öffentliche Kritik an der Familie und geben ihre kommerziellen Unternehmungen auf, oder sie verlieren ihre Titel.“

Die BBC fragte sich [externer Link, möglicher Bezahlinhalt], was eigentlich aus dem „amerikanischen Traum“ von Harry und Meghan geworden sei und meinte wenig mitleidig: „Bekanntheit mag einem den Einstieg erleichtern, aber sie garantiert keinen dauerhaften Erfolg.“ Kalifornien habe „mit einem Achselzucken“ auf die Nachricht ihrer Rückkehr nach Großbritannien reagiert.

Kann und will Camilla vermitteln?

Daneben wurde Harrys Bruder William mit dem kühlen, gleichwohl unbestätigten Satz zitiert, er wolle mit ihm weiterhin „nichts zu tun haben“ und stimme mit König Charles III. „vollkommen darüber ein“, dass es für das Ehepaar Sussex „kein Zurück“ in die Monarchie gebe. Im schottischen Balmoral habe die Familie diesbezüglich einen „Krisengipfel“ abgehalten. Ob Königin Camilla als mögliche Vermittlerin, die das „große Ganze im Auge“ behalte, die Wogen „um der Enkel willen“ glätten kann, wie kolportiert wird [externer Link], ist fraglich.

Für die englische Sensationspresse dürfte die bevorstehende Rückkehr von Harry und Meghan in der hochsommerlichen Nachrichtenflaute ein „Himmelsgeschenk“ sein, aber auch die seriösen Blätter, wie die „Times“ oder der „Guardian“ räumen ihre Titelseiten frei für die Berichterstattung über die royale Familien-„Aufstellung“.

„Die Natur erholt sich“

Der Karikaturist der konservativen „Times“ erwartet mit dem „Sussex-Zirkus“ [externer Link], den er ironisch ankündigte, „erstaunliche Verrenkungen, Hochseil-Stunts und urkomische Wellness-Tipps“, verbunden mit einer „Marken-Strategie“, die „jeder Schwerkraft spottet“.

Die Leitartikler der ehrwürdigen Zeitung fürchten derweil um das „königliche Machtgleichgewicht“ und sahen sich vor die wenig ermutigende Alternative gestellt: „Wird es ein Drama sein – oder eine Krise auslösen“? Es gelte, „schwierige Probleme auf nationaler und verfassungsmäßiger Ebene“ zu lösen.

Im „Guardian“ sagte ein Experte gar eine „Rivalität zweier Höfe“ voraus, als ob ein neues Werk von William Shakespeare aufgefunden wurde, mit dem die gelernte Schauspielerin Meghan ja über viele Ecken verwandt sein soll.

Kolumnistin Marina Hyde [externer Link, möglicher Bezahlinhalt] verglich die Medienpräsenz des Sussex-Paars sarkastisch mit einer „seelischen“ Regenfront, die über das „ausgedörrte“ England aufziehe: „Die Natur erholt sich.“ Vermutlich glaube Meghan, der Markt für Fruchtaufstrich (den sie unter der Marke „As Ever“ vertreibt) sei in Großbritannien weniger überlaufen als in den USA.

„Harrys Schatten liegt schwer auf den Royals“

Im „Daily Telegraph“ war in einer Karikatur der Spott zu lesen: „Die reichen Gegenden müssen jetzt all die kürzlich zurückgekehrten Royals unterbringen, die armen Viertel sollten einen Teil dieser Last schultern.“ Die Kommentatoren des konservativen Blatts seufzten [externer Link, möglicher Bezahlinhalt]: „Harrys Schatten liegt schwer auf dem Balmoral-Sommerurlaub der Royals – dabei ist er noch gar nicht zurückgekehrt.“ Die Atmosphäre habe sich „definitiv gewandelt“.

So niederschmetternde Bemerkungen möchte wohl niemand mit sich selbst in Verbindung gebracht sehen, zumal die Zeitung ihre Meinungsredakteure klagen lässt: „Meghan ist die archetypische Vertreterin der Millennial-Generation. Deshalb weiß ich, dass ihre Rückkehr nach Großbritannien nicht von Dauer sein wird. Es ist ein gewaltiger Schritt, sich von einem Störfaktor der Monarchie in eine absolut zurückgezogen lebende Privatperson in dem Land zu verwandeln, das man bis dahin schlecht geredet hat.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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