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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Umgang mit NS-Raubkunst in Bayern: Knobloch kritisiert Freistaat
Kultur

Umgang mit NS-Raubkunst in Bayern: Knobloch kritisiert Freistaat

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 7. März 2025 13:52
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Die nun entflammte Debatte um den Umgang der bayerischen Staatsgemäldesammlungen mit NS-Raubkunst löst in der jüdischen Gemeinschaft große Verunsicherung aus. Das schreibt Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, in einem Gastbeitrag für die „Süddeutsche Zeitung“ [externer Link]. „Das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit von Politik und Museen in Sachen Restitution geraubten Gutes ist erschüttert“, so Knobloch, „es darf nicht verspielt werden.“

Inhaltsübersicht
Knobloch pocht auf Einhaltung der Washingtoner PrinzipienBayerische Staatsgemäldesammlungen im Fokus der KritikBlumes Reaktion: Eine Million Euro für Provenienzforschung

Knobloch pocht auf Einhaltung der Washingtoner Prinzipien

Weiter heißt es: „Dass heute, 80 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus und mehr als 25 Jahre nach der Unterzeichnung der Washingtoner Prinzipien, auch nur der Verdacht besteht, dass Nachkommen der einstigen Eigentümer von Raubkunst hingehalten und von einem der bedeutendsten Museen des Landes Kunstwerke zurückgehalten werden, ist unerträglich. Bekenntnisse zur historischen Verantwortung haben wir lange genug gehört.“

Die Washingtoner Prinzipien haben 1998 das Vorgehen bei der Identifizierung und Klärung der Besitzverhältnisse von NS-Raubkunst festgeschrieben.

Bayerische Staatsgemäldesammlungen im Fokus der Kritik

Nachfahren von jüdischen Kunstbesitzern und deren Rechtsanwälte hatten die bayerische Staatsregierung zuletzt scharf kritisiert und verlangt, dass der Freistaat bei der Provenienzforschung zu NS-Raubkunst transparenter und schneller arbeiten müsse. Entzündet hatte sich die Diskussion an einer von der SZ geleakten internen Liste der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die etwa 200 Kunstwerke in den eigenen Beständen als Verdachtsfälle einstuft.

Knobloch ruft die Verantwortlichen dazu auf, nun „schnellstmöglich Klarheit“ zu schaffen. Geraubtes Gut müsse endlich zurückgegeben werden. „Dass der Bayerische Landtag nun einstimmig entsprechende Maßnahmen beschlossen hat, ist ein erster unerlässlicher Schritt. Die Eigentümer und ihre Erben haben einen Anspruch auf eine zügige Umsetzung.“

Blumes Reaktion: Eine Million Euro für Provenienzforschung

Bei der Rückgabe von Kunstwerken, die die Nazis einst jüdischen Menschen geraubt hatten, gehe es um Gerechtigkeit, schrieb Knobloch. „Das Unrecht, das den einstigen Eigentümern angetan wurde, ist nicht wiedergutzumachen.“ Alle seien verfolgt und viele aus Deutschland vertrieben worden. „Sie wurden verschleppt, gequält, ermordet. Davor wurden sie systematisch erniedrigt – und mit erpresserischen Mitteln um ihr Hab und Gut gebracht, das fortan die nationalsozialistischen Herrscher und ihre Gefolgsleute bereicherte. Es war Raub aus niedrigsten Beweggründen: Judenhass und Habgier.“

Intern hatte es bei der Staatsgemäldesammlung offenbar vor einigen Jahren Kritik am Umgang mit der NS-Raubkunst gegeben. Eine Sprecherin der staatlichen Einrichtung erklärte, dass Mitarbeiter im Jahr 2022 ein Dokument dazu verfasst hätten. Allerdings habe es Generaldirektor Bernhard Maaz nicht erreicht. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet [externer Link], dass der Zeitung das Papier zugespielt worden sei.

Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) hatte zuletzt gewisse Fehler eingeräumt und Maßnahmen angekündigt, um die Situation zu verbessern. Unter anderem soll es zusätzliche Stellen geben. Eine Million Euro wurde von Blume für die Verbesserung der Provenienzforschung zur Verfügung gestellt.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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