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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Angespannter Arbeitsmarkt, vereinzelte Lichtblicke
Wirtschaft

Angespannter Arbeitsmarkt, vereinzelte Lichtblicke

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 3. August 2026 09:53
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Juli gestiegen. Wie die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit mitteilt, waren im Juli 318.025 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 5.098 mehr als im Juni und 6.001 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 4,1Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 4,0 Prozent gelegen.

Inhaltsübersicht
Negativtrend leicht gebremstAnhaltender Beschäftigungsrückgang bereitet SorgeSchwaben weiter SpitzenreiterVollbeschäftigung ist noch möglichIndustriestädte spüren die Krise

Negativtrend leicht gebremst

Der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, Markus Schmitz, zieht ein gemischtes Fazit: „Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat geringer anstieg als in den letzten Jahren, markieren rund 320.000 Arbeitslose in Bayern eine Höchstmarke für einen Juli.“.

Allerdings sieht Schmitz auch kleine Lichtblicke. So habe die negative Entwicklung der letzten Monate an Fahrt verloren, Stabilisierungstendenzen seien erkennbar. Im Baugewerbe und im verarbeitenden Gewerbe seien zum Beispiel wieder mehr offene Stellen gemeldet als im Vorjahr.

Anhaltender Beschäftigungsrückgang bereitet Sorge

Bedenklich sei dagegen der andauernde Rückgang der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, der mit Ausnahme des Jahres 2020 zu dieser Jahreszeit noch nie solche Ausmaße angenommen habe. Zuletzt wurden im Freistaat 5,95 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte registriert – 16.500 weniger als vor einem Jahr. „Die demografische Entwicklung und die konjunkturelle Krise spiegeln sich hier deutlich wider“, fasst Schmitz die Situation am bayerischen Arbeitsmarkt zusammen.

Derzeit stellen die bayerischen Arbeitsagenturen vor allem bei den Langzeitarbeitslosen, den Jüngeren, den Schwerbehinderten und den über 55-Jährigen einen überdurchschnittlich starker Anstieg der Arbeitslosigkeit fest. Zudem ist etwa die Hälfte der Langzeitarbeitslosen ohne abgeschlossene Berufsausbildung.

Schwaben weiter Spitzenreiter

Vergleicht man die bayerischen Regierungsbezirke, so hat Schwaben mit 3,7 Prozent weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote in Bayern. Hier fällt auf, dass Schwaben der einzige Bezirk ist, in dem sich die Nachfrage nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vorjahr erhöht hat. Grund sei hier der gesunde Branchenmix, der auf mittelständischen Unternehmen, aber auch auf Zukunftstechnologien beruhe, erklärt Schmitz.

Auch Niederbayern, die Oberpfalz – mit jeweils 3,8 Prozent – und Oberbayern mit 4,0 Prozent bleiben unter dem bayernweiten Schnitt von 4,1 Prozent. Genau diesen Durchschnittswert erreicht Unterfranken. Oberfranken liegt mit 4,3 Prozent darüber und Mittelfranken bleibt mit einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent das Schlusslicht im Freistaat.

Vollbeschäftigung ist noch möglich

Im Vergleich der Städte und Landkreise haben die Landkreise Roth und Unterallgäu mit jeweils 2,4 Prozent die niedrigsten Arbeitslosenquoten. Gute Werte haben auch die oberbayerischen Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und Pfaffenhofen an der Ilm mit jeweils 2,6 Prozent vorzuweisen. Diesen Wert erreicht auch der Kreis Neumarkt in der Oberpfalz.

Die Landkreise Bamberg in Oberfranken und der unterfränkische Main-Spessart-Kreis kommen immerhin auf 2,8 Prozent. Insgesamt liegt in 18 der 96 bayerischen Städte und Landkreise die Arbeitslosenquote unter drei Prozent. Unterhalb dieses Schwellenwertes spricht man von Vollbeschäftigung.

Industriestädte spüren die Krise

Am höchsten sind die Arbeitslosenquoten in den Städten Hof und Aschaffenburg mit jeweils 7,7 Prozent. Auch Schweinfurt spürt mit einer Quote von 7,4 Prozent die Probleme mit der Transformation in der Auto- und Zulieferindustrie. In Schweinfurt ist die Arbeitslosenquote binnen eines Jahres um einen halben Prozentpunkt gestiegen. Das ist, gemeinsam mit Passau, wo die Arbeitslosenquote derzeit bei 6,5 Prozent liegt, der höchste Anstieg in ganz Bayern. Auch in den Autohochburgen München (5,5%) und Ingolstadt (5,0%) ist die Lage vergleichsweise angespannt.

Positive Nachrichten kommen aus der zweitgrößten Stadt Bayerns: In Nürnberg ist die Arbeitslosenquote binnen eines Jahres um 0,2 Prozentpunkte zurückgegangen. Mit 7,2 Prozent liegt sie allerdings immer noch auf relativ hohem Niveau. Den Rückgang erklärt die BA in Bayern mit den Qualifizierungsmaßnahmen, in denen sich derzeit viele Menschen in der Frankenmetropole befänden. „Wir wollen in die Menschen investieren, damit sie zukunftsfähige Jobs bewerkstelligen können“, erklärt Bayerns BA-Chef Schmitz.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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