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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > IG Metall fordert sieben Prozent mehr Lohn in Tarifrunde
Wirtschaft

IG Metall fordert sieben Prozent mehr Lohn in Tarifrunde

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 17. Juni 2024 14:03
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Die Gewerkschaft IG Metall will sich in der anstehenden Tarifrunde vor allem auf mehr Geld konzentrieren. Mit Blick auf ein anhaltend hohes Preisniveau empfiehlt der Vorstand der Gewerkschaft sieben Prozent höhere Entgelte für zwölf Monate, wie die Gewerkschaft am Montag in Frankfurt mitteilte. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 170 Euro überproportional angehoben werden.

Inhaltsübersicht
IG Metall: Verständnis für unbeständige Lage einzelner Unternehmen„Unternehmen verfügen über komfortables Auftragspolster“Derzeitige Tarifverträge laufen Ende September ausArbeitgeber fordern teils Nullrunde bei LöhnenGesamtmetall rechnet mit Produktionsrückgang

IG Metall: Verständnis für unbeständige Lage einzelner Unternehmen

Verständnis zeigte IG-Metall-Chefin Christiane Benner für die unbeständige Lage einzelner Unternehmen. Diese dürfe aber nicht über die Solidität der Branche insgesamt und die verbesserten Konjunkturprognosen hinwegtäuschen. 

„Unsere Tarifpolitik zeichnet Verlässlichkeit und Verantwortung aus“, sagte Benner. Mit ihren Forderungen beweise die IG Metall Augenmaß. „Unter der Lage einzelner Firmen dürfen aber nicht alle Beschäftigten der Branche leiden. Für uns zählen die Realitäten in den Betrieben und der Respekt gegenüber den Beschäftigten“. 

„Unternehmen verfügen über komfortables Auftragspolster“

Die Forderung für deutlich mehr Geld begründet der IG-Metall-Vorstand mit der wirtschaftlichen Lage der Branche. „Die Unternehmen verfügen über ein komfortables Auftragspolster, die Beschäftigten müssen ranklotzen“. Die Auftragsbücher seien derzeit über einen Monat länger als normal gefüllt. Auch wenn die Inflationsrate sinke, bleibe der Preissockel an den Kassen hoch.

Die Empfehlung ist noch nicht die endgültige Forderung. Diese wird in den kommenden Wochen in den regionalen Tarifkommissionen diskutiert. Anfang Juli will der IG-Metall-Vorstand dann über die endgültige bundeseinheitliche Forderung entscheiden.

Derzeitige Tarifverträge laufen Ende September aus

Die Entgelttarifverträge für die Beschäftigten in den Kernbranchen der deutschen Industrie, zu denen unter anderem der Fahrzeugbau und der Maschinenbau zählen, laufen zum 30. September des laufenden Jahres aus. Die ersten Verhandlungen finden nach IG-Metall-Angaben bis spätestens 16. September statt, also bis spätestens sechs Wochen vor Ende der Friedenspflicht am 28. Oktober. Warnstreiks wären dann ab dem 29. Oktober möglich.

Arbeitgeber fordern teils Nullrunde bei Löhnen

Die Arbeitgeber argumentieren, dass die angespannte wirtschaftliche Lage in Deutschland keine großen Lohn- und Gehaltserhöhungen zulasse. Die Arbeitgeber in Baden-Württemberg forderten jüngst eine Nullrunde bei den Löhnen. Der dortige Verhandlungsführer Harald Marquardt begründete dies vor allem mit der schlechten wirtschaftlichen Lage vieler Firmen und der Gefahr, dass zentrale Industriebranchen künftig vor allem im Ausland investieren.

„Jedes Plus bei den Arbeitskosten bedeutet daher für die Firmen eine zusätzliche Belastung. Investitionen in die Zukunft würden erschwert, der Druck auf die Arbeitsplätze würde wachsen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des einflussreichen Arbeitgeberverbandes Südwestmetall. IG-Metall-Chefin Benner wies die Forderung nach einer Nullrunde zurück: „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Arbeitnehmer“, sagte sie.

Gesamtmetall rechnet mit Produktionsrückgang

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall wies zuletzt auf Auftrags- und Produktionsdaten in der Metall- und Elektroindustrie hin und rechnet im Gesamtjahr mit einem Produktionsrückgang von mehr als drei Prozent. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes ging die Produktion demnach im ersten Quartal des laufenden Jahres um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurück. „Die Rezession hat sich in der Metall- und Elektroindustrie im ersten Quartal ungebremst fortgesetzt“, sagte Gesamtmetall-Chefvolkswirt Lars Kroemer unlängst. 

Auch der Auftragseingang habe die Talsohle noch nicht erreicht. Im ersten Vierteljahr sanken die Neuaufträge um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Inzwischen seien zwei von fünf Firmen der Metall- und Elektroindustrie von Auftragsmangel betroffen. 

Mit Informationen von dpa und Reuters.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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