Die Weltwirtschaft hat den durch den Iran-Krieg ausgelösten Energie-Schock nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) besser verkraftet als befürchtet. Allerdings äußerte der IWF Bedenken hinsichtlich der sich verschlechternden Haushaltslage in einigen Ländern.
Energie-Schock abgefedert
Es gebe ein „Tauziehen“ zwischen den negativen Folgen der Energiekrise und dem durch Künstliche Intelligenz (KI) getriebenen Investitionsboom, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgieva am Dienstag im Vorfeld des G20-Finanzministertreffens im US-Bundesstaat North Carolina. Die Schließung der Straße von Hormus habe dank der Freigabe von Öl- und Gasreserven, einer geringeren Nachfrage sowie dem Ausbau erneuerbarer Energien weniger drastische Auswirkungen gehabt.
Die Ölpreise im Blick behalten
Georgieva warnte aber vor Selbstzufriedenheit. „Der Energie-Schock ist nicht vorbei“, sagte sie mit Blick auf die Ölpreise. Diese bewegen sich derzeit zwischen 80 und 90 Dollar pro Barrel (159 Liter), nachdem sie im Frühjahr in der Spitze bei über 118 Dollar gelegen hatten. Vor Beginn des von den USA und Iran begonnenen Krieges Ende Februar lagen sie bei rund 70 Dollar.
Ein erneuter Preisanstieg könnte die Inflation weiter anheizen und die Zentralbanken zwingen, die Zinsen hoch zu halten oder anzuheben. Das würde die Kosten für den Schuldendienst in die Höhe treiben und das Wirtschaftswachstum bremsen. Die IWF-Chefin forderte alle Staaten auf, glaubwürdige Pläne zur Konsolidierung ihrer Haushalte vorzulegen. Zwar nannte sie keine einzelnen Länder, jedoch waren die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen in der vergangenen Woche auf den höchsten Stand seit 19 Jahren gestiegen.

