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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Rekorde an der Börse: Warum der DAX gerade nicht zu bremsen ist
Wirtschaft

Rekorde an der Börse: Warum der DAX gerade nicht zu bremsen ist

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 17. August 2026 08:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Für die DAX-Konzerne zählt vor allem das internationale Geschäft

Die deutsche Wirtschaft spielt für die Unternehmen in der ersten Börsenliga kaum eine Rolle. Eine Studie des Vermögensverwalters DWS kommt zu dem Ergebnis, dass die DAX-Konzerne rund 80 Prozent ihres Gewinnes im Ausland erwirtschaften [externer Link]. „Deswegen können Unternehmen mit multinationalem Geschäft glänzen“, erklärt Betz. Im Inland ist die Wirtschaft hingegen stark vom Mittelstand geprägt.

Inhaltsübersicht
Für die DAX-Konzerne zählt vor allem das internationale GeschäftBayern: Das sind die Gewinner und Verlierer im DAXSteigt der DAX weiter oder fällt er? Diese zwei Faktoren entscheiden darüber

Thomas Altmann verweist im Gespräch mit BR24 auf so etwas wie ein „bestmögliches Szenario“, das derzeit die Kurse treibe. Der Portfoliomanager des Vermögensverwalters QC Partners sieht folgende Kausalkette: Würde die Straße von Hormus wieder geöffnet, fielen die Öl- und Gaspreise. Das würde die Inflationserwartungen dämpfen und die Notenbanken davor bewahren, die Zinsen anzuheben.

Hier greift ein alter Börsen-Merksatz: An den Finanzmärkten werden vor allem Erwartungen gehandelt. „Man traut den deutschen Unternehmen viel mehr zu als der deutschen Volkswirtschaft“, sagt Martin Lück, Kapitalmarktstratege beim Vermögensverwalter Franklin Templeton, der ARD.

Bayern: Das sind die Gewinner und Verlierer im DAX

Allerdings nicht allen Unternehmen. Denn die Bilanz bayerischer DAX-Konzerne in diesem Jahr fällt sehr unterschiedlich aus: Mit Infineon und BMW stammen sowohl Spitzenreiter als auch Schlusslicht aus dem Freistaat. Ein Blick auf ausgewählte Aktien:

  • Infineon: Der KI-Boom hat die Aktien des Halbleiterkonzerns mit +67 Prozent auf Jahressicht an die DAX-Spitze geführt. Das Unternehmen aus Neubiberg hat heuer bereits mehrfach seine Umsatzprognose angehoben.
  • Siemens Energy: Auch wenn der Kurs dieses Jahr schwankt, kommt das Münchner Unternehmen immer noch auf +29 Prozent. Denn: Gasturbinen sind gefragt und KI-Rechenzentren müssen mit Strom versorgt werden – beides bedient der Technologiekonzern.
  • Siemens: Zwar ist das Papier „nur“ um 15 Prozent gestiegen, aber die Münchner sind das DAX-Schwergewicht und stehen für zehn Prozent des gesamten Werts. Bewegt sich der Kurs nach oben, zieht das den ganzen Index mit.
  • Siemens Healthineers: Vor allem das schwache China-Geschäft macht dem Medizintechnik-Unternehmen aus Erlangen zu schaffen. Die Aktien notieren deshalb bei -13 Prozent.
  • BMW: Der Autobauer ist mit -36 Prozent Sinnbild für eine Branche, die massiv unter Druck steht. Auch Volkswagen und Mercedes-Benz zählen zu den schwächsten DAX-Werten.

Insgesamt haben neun der 40 DAX-Konzerne ihre Zentrale im Freistaat. Dies sind außerdem die Allianz (+12 Prozent), MTU Aero Engines (+5 Prozent), Adidas (-4 Prozent) und die Munich Re (-8 Prozent). Fresenius Medical Care (+5 Prozent) und Scout24 (-12 Prozent) sind zwar in Bayern im Handelsregister eingetragen, werden aber von Berlin und Bad Homburg aus gelenkt.

Steigt der DAX weiter oder fällt er? Diese zwei Faktoren entscheiden darüber

Wie es an der Börse weitergeht, kann niemand verlässlich voraussagen – die meisten Analysten sind aber zumindest verhalten optimistisch. „Das Börsenumfeld ist vor allem für Aktien international nach wie vor relativ gut“, sagt Kapitalmarktstratege Martin Lück. Zwei Faktoren dürften wesentlich über den weiteren Kursverlauf entscheiden: Ob die Straße von Hormus geöffnet und die beschriebene Kausalkette ausgelöst wird – und ob sich der KI-Boom fortsetzt.

International werden manche über die DAX-Rekorde wohl nur müde lächeln. Dem Plus von acht Prozent stehen beispielsweise 14 Prozent beim amerikanischen S&P 500 gegenüber. Und der südkoreanische Kospi hat dank seiner Chip-Giganten seit Jahresanfang mit mehr als 60 Prozent abgehoben.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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