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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Rüstungskonzern Rheinmetall wird Schiffbauer
Wirtschaft

Rüstungskonzern Rheinmetall wird Schiffbauer

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 15. September 2025 14:49
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Für Rheinmetall spielte das Geschäft mit der Marine bisher nur eine Nebenrolle. Das Unternehmen lieferte allenfalls Spezialtechnik wie Geschütze, baute aber keine eigenen Schiffe. Traditionell war der Konzern nämlich auf sogenannte Landsysteme spezialisiert, also zum Beispiel Panzer und die dazugehörige Munition. Nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat sich das geändert. Seither hat Rheinmetall sein Geschäftsgebiet massiv erweitert und ist inzwischen in fast allen Rüstungsfeldern aktiv. Das Unternehmen stellt in einem neuen Werk in Nordrhein-Westfalen Bauteile für den Kampfjet F-35 her, beschäftigt sich aber auch zunehmend mit Drohnen.

Inhaltsübersicht
Vier Werften auf einen StreichBayerische Wettbewerber fallen zurückGewerkschaft fordert Tarifbindung

Vier Werften auf einen Streich

Mit der jetzt angekündigten Übernahme von NVL (Naval Vessels Lürssen) mit Firmensitz in Bremen sollen künftig auch noch Schiffe ins Rheinmetall-Portfolio kommen. Der Marine-Spezialist NVL betreibt in Norddeutschland vier Werften, darunter bekannte Namen wie Blohm+Voss in Hamburg. Dazu kommen Standorte in Kroatien, Bulgarien und Ägypten. Das Unternehmen baut Küstenwachboote und Marineschiffe. Damit erwirtschaftet es nach eigenen Angaben mit 2.100 Beschäftigten einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro. Der bisherige Eigentümer Lürssen zieht sich mit dem Verkauf von NVL aus dem Militärgeschäft zurück und will sich künftig auf den Bau von Jachten spezialisieren. Rheinmetall wiederum wird mit dem Marine-Zukauf erstmals Lieferant für alle Teilstreitkräfte der Bundeswehr und anderer Armeen. Gleichzeitig baut der Konzern seine Position als größter deutscher Verteidigungskonzern weiter aus.

Bayerische Wettbewerber fallen zurück

Gleichzeitig zieht Rheinmetall seinem bisher größten heimischen Wettbewerber davon. KNDS Deutschland mit Sitz in München erwirtschaftet deutlich weniger Umsatz und bleibt vorerst auf Panzer wie den Leopard 2, den Puma und den Boxer spezialisiert. Allerding gibt es auch hier Wachstumspläne. Die deutsch-französische Mutterholding KNDS strebt nämlich an die Börse. Nicht zuletzt, um erwartete Investitionen und mögliche Zukäufe zu finanzieren. Erst vor wenigen Tagen erklärte KNDS-Chef Jean-Paul Alary, der Gang an die Börse sei für das kommende Jahr „realistisch“. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Es sei aber geplant, dass KNDS ein reiner Landsystem-Konzern bleibe. Anders als bei Rheinmetall gebe es keine Pläne für größere Aktivitäten rund um Flugzeuge oder Schiffe.

Gewerkschaft fordert Tarifbindung

Bei der zuständigen Gewerkschaft sieht man bei der Übernahme noch Fragezeichen. Daniel Friedrich von der IG Metall Küste forderte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa klare Zusagen zur Sicherung von Standorten und Beschäftigung. Darüber hinaus wolle sich die Gewerkschaft für eine einheitliche Tarifbindung bei den NVL-Werften einsetzen. So gelte bisher zwar an einigen Standorten der Flächentarifvertrag der Metallbranche. In der Peene-Werft Wolgast aber werde unter einem schlechteren Haustarifvertrag gearbeitet. Da Rheinmetall aber vor allem von Staatsaufträgen profitiere, sei eine Tarifbindung angebracht, sagte Gewerkschafter Friedrich.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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