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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Schwimmende Drohnen – Milliardenmarkt und Gefahr für den Handel
Wirtschaft

Schwimmende Drohnen – Milliardenmarkt und Gefahr für den Handel

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 15. September 2026 09:47
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Sie überwachen Infrastrukturen unter Wasser, wie zum Beispiel Strom- oder Datenkabel in der Ostsee. Sie sollen Häfen schützen oder auch – ähnlich wie Torpedos – feindliche Schiffe angreifen. Schon heute sind maritime Drohnen ein riesiges Business. Experten schätzen den heutigen Weltmarkt für solche Technologien auf mehrere Milliarden US‑Dollar. Das US-Wirtschaftsmagazin Fortune geht aber davon aus, dass dieser Markt momentan noch am Anfang steht und binnen weniger Jahre rasant wachsen wird.

Inhaltsübersicht
Bundesmarine will massiv in Drohnen investieren„Monitor“-Moment der schwimmenden Drohnen

Bundesmarine will massiv in Drohnen investieren

So haben unter anderem die europäischen Nato-Streitkräfte großen Bedarf angemeldet, etwa für Einsätze in der Ostsee und im Atlantik. Nicht zuletzt reagiert man damit auf eine Zunahme hybrider Angriffe, die vor allem Russland zugeschrieben werden. Die deutsche Bundesmarine hat bereits einige entsprechende Systeme geordert, mit denen sie unter anderem in der Ostsee Unterwasserminen aufspüren will. Das sind aber nur erste Schritte. In ihrer Strategie für die Zeit ab 2035 (externer Link) haben sich die deutschen Seestreitkräfte das Ziel gesetzt, massiv in unbemannte Systeme und KI zu investieren.

An der Küste Portugals findet derzeit eine jährliche Nato-Übung statt, die sich immer mehr zu einer Messe für die Hersteller schwimmender Drohnen entwickelt hat. Mit dabei ist ein Unternehmen, das seinen Sitz in Bayern hat, also nicht gerade in einer Hochburg der Seefahrt. Quantum Systems aus Gilching präsentiert in Portugal gleich zwei maritime Drohnen. Die eine ist ein unbemanntes Boot, das unter dem Namen Seavex für monatelange Dauereinsätze ausgelegt ist. Das zweite Modell mit dem Namen Subvex ist ein Mini-U-Boot, das mit einer Länge von etwas mehr als vier Metern in die Torpedorohre größerer Boote passt und von dort seine Einsätze starten kann. Über eine einheitliche Software-Plattform sollen sie mit anderen Systemen, also zum Beispiel fliegenden Drohnen und bemannten Schiffen, vernetzt werden, um so mit wenig Personal möglichst große Seegebiete überwachen und sichern zu können.

„Monitor“-Moment der schwimmenden Drohnen

Mit solchen Technologien wollen westliche Streitkräfte darauf reagieren, dass Staaten wie der Iran, aber auch Terrorgruppen zunehmend auf Drohnen und kleine, wendige Boote setzen, um Seehandelswege zu stören oder ganz zu blockieren. Damit entsteht jedoch im Gegenzug nicht nur eine völlig neue Gefahr für Frachter, Öltanker und Kreuzfahrtschiffe in Krisenregionen, sondern auch für klassische Kriegsschiffe. So zerstörte die Ukraine im Schwarzen Meer mehrere Schiffe der russischen Flotte mit vergleichsweise billigen Seedrohnen.

Seit Kurzem sehen Experten hier auch eine neue Eskalationsstufe. So meldete das ukrainische Militär am Wochenende das Aufeinandertreffen von besatzungslosen ukrainischen und russischen Booten im ersten unbemannten Seegefecht der Geschichte. Marine-Fachleute sprechen von einem „Monitor-Moment“, der die Seekriegsführung für immer verändern könnte. Der Name bezieht sich auf das Schiff USS Monitor, das im Jahr 1862 im amerikanischen Bürgerkrieg auf die CSS Virginia traf. Beide Schiffe waren mit Metallplatten gepanzert. Die Schlacht von Hampton Roads läutete damals das Ende hölzerner Kriegsschiffe ein.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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