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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Frankreich: Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige geplant
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Frankreich: Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige geplant

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 27. Januar 2026 08:47
Von Michael Farber
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3 min. Lesezeit
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Die französische Nationalversammlung hat für ein Nutzungsverbot sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren gestimmt. Die Abgeordneten in Paris nahmen am Montagabend einen entsprechenden Gesetzesvorschlag an. Er sieht vor, dass „der Zugang zu einem von einer Onlineplattform bereitgestellten Onlinedienst für ein soziales Netzwerk“ für Minderjährige unter 15 Jahren verboten ist. Der Text muss noch im Senat abgestimmt werden, der anderen Parlamentskammer.

Inhaltsübersicht
Social-Media-Verbot: Wissensinhalte nicht betroffenStarttermin laut Macron: das nächste SchuljahrEU-Recht führte zu Problemen bei vorherigem französischem GesetzVorbild AustralienDeutschland: Uneinigkeit in beiden Regierungsfraktionen

Social-Media-Verbot: Wissensinhalte nicht betroffen

Welche sozialen Medien konkret vom Verbot betroffen wären, lässt die verabschiedete Formulierung offen. Klargestellt wird lediglich, dass „Online-Enzyklopädien“ sowie „Bildungs- oder Wissenschaftsverzeichnisse“ davon ausgenommen sein sollen. Auch private Messengerdienste sollen nicht betroffen sein.

Starttermin laut Macron: das nächste Schuljahr

Nach der Abstimmung teilte Macron auf der Plattform X mit: „Das ist es, was Wissenschaftler empfehlen, und das ist es, was die Franzosen in großer Mehrheit fordern.“ Der Staatschef will, dass die Regelung bereits zum nächsten Schuljahr greift. „Ab dem 1. September werden unsere Kinder und Jugendlichen endlich geschützt sein. Dafür werde ich sorgen“, schrieb Macron.

EU-Recht führte zu Problemen bei vorherigem französischem Gesetz

Frankreich hatte bereits vor einigen Jahren versucht, ein Mindestalter von 15 Jahren dafür einzuführen, dass Jugendliche ohne Erlaubnis ihrer Eltern ein eigenes Konto auf sozialen Netzwerken anlegen können. Das Gesetz konnte wegen der europäischen Rechtslage aber nicht angewandt werden.

Ob die neuen Regeln dem aktuellen EU-Recht standhalten, muss sich zeigen. Doch das Europäische Parlament stimmte 2025 mit deutlicher Mehrheit für die Forderung nach einem EU-weiten Mindestalter. Der verabschiedete Bericht hat aber bislang keine bindende Wirkung.

Vorbild Australien

Sollte das Gesetz in Frankreich endgültig verabschiedet werden, wäre Deutschlands Nachbar eines der ersten Länder, das derart restriktive Vorgaben für Minderjährige einführt. In Australien dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren seit Kurzem keine eigenen Social-Media-Konten mehr auf vielen großen Plattformen haben.

In Großbritannien stimmte das Oberhaus in der vergangenen Woche ebenfalls für ein Social-Media-Verbot bis 16 Jahre, das jetzt noch durch das von der Regierungspartei Labour dominierte Unterhaus muss. In Dänemark verständigte sich die Regierung mit der Opposition darauf, eine nationale Altersgrenze von 15 Jahren für den Zugang zu bestimmten sozialen Medien einzuführen.

Deutschland: Uneinigkeit in beiden Regierungsfraktionen

Auch in Deutschland gibt es eine Debatte darüber, ob der Zugang zu sozialen Medien für Kinder eingeschränkt werden sollte. Hier hatte sich Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) offen für ein entsprechendes Verbot gezeigt, ebenso Bildungsministerin Karin Prien (CDU). CSU-Chef Markus Söder hielt eine Altersbeschränkung zuletzt hingegen für „totalen Quatsch“. Auch die SPD hat ihre Meinungsbildung zum Thema noch nicht abgeschlossen.

Mit Informationen von AFP und dpa

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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