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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Im Einsatz an der Grenze: Unterwegs mit einer Bundespolizistin
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Im Einsatz an der Grenze: Unterwegs mit einer Bundespolizistin

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 4. Februar 2026 08:47
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Carmen ist Bundespolizistin im gehobenen Dienst. Frühmorgens um 6.53 Uhr beginnt ihre Arbeit am Bahnhof Freilassing. Die 32-Jährige ist an einer sogenannten Schwerpunktdienststelle beschäftigt. Freilassing zählt bundesweit zu den Orten mit den höchsten Aufgriffen bei unerlaubten Einreisen und Schleusungen.

Inhaltsübersicht
Bundespolizei im Grenzgebiet: Hohe Verantwortung im JoballtagStreife im Zug: Passkontrollen und Abgleiche in PolizeidatenbankenEinsatz am Bahnhof: Verdacht auf SchwarzfahrenStraßengrenze Salzburg-Freilassing: Schleuser im FokusGehalt und Einsatz: So abwechslungsreich ist der Job bei der BundespolizeiBeruf Bundespolizistin: Motivation, Belastung und Work-Life-Balance

Carmen ist zuständig für den Grenzschutz und bahnpolizeiliche Aufgaben. Sie kontrolliert Züge, Fahrzeuge und Reisende – mit dem Ziel, irreguläre Migration zu verhindern und die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.

Bundespolizei im Grenzgebiet: Hohe Verantwortung im Joballtag

Die Bundespolizistin soll im Grenzgebiet auch Schleusungen aufdecken und sicherstellen, dass die Grenzkontrollen effizient und rechtssicher ablaufen. Die Grenze zu Österreich ist offiziell offen. Seit 2025 gelten jedoch nochmals verschärfte Grenzkontrollen. Allein von Januar bis Oktober 2025 registrierte die Bundespolizeiinspektion Freilassing im Schnitt neun unerlaubte Einreisen pro Tag. Die Kontrollen finden an Bahnhöfen, in Zügen sowie an Straßenübergängen statt.

Streife im Zug: Passkontrollen und Abgleiche in Polizeidatenbanken

Heute ist Carmen mit ihrem Kollegen Johannes unterwegs. Um 7.14 Uhr kontrollieren sie einen Railjet Richtung Traunstein. Die beiden prüfen Ausweise, scannen Dokumente und gleichen Daten mit polizeilichen Fahndungssystemen ab. Ob Haftbefehl oder unerlaubte Einreise – nichts darf übersehen werden. „Es kann natürlich immer sein, dass jemand im Zug durchdreht, randaliert, mit unseren Kontrollen nicht einverstanden ist und das Ganze dann in einem Widerstand endet. Das wäre der absolute Worstcase. Im Zug ist nicht viel Platz, man hat Schwierigkeiten, die Person unter Kontrolle zu bringen“, sagt Carmen. An diesem Tag bleibt die Situation jedoch ruhig: In diesem Zug werden keine unerlaubten Einreisen festgestellt.

Einsatz am Bahnhof: Verdacht auf Schwarzfahren

Nach der Zugkontrolle werden Carmen und Johannes zur Verstärkung angefordert. In einem Nachtzug haben Kollegen eine Person mit mehreren Haftbefehlen festgenommen. Ein weiterer Mann verhält sich auffällig. Am Bahnsteig kontrollieren die Beamten den ungarischen Staatsbürger: Ausweis vorhanden, Ticket nicht. Schwarzfahren ist in Deutschland eine Straftat. Möglich sind Geldstrafen – und im Extremfall sogar bis zu ein Jahr Haft. Der Mann muss mit auf die Polizeistation. Nach einer Anzeige darf er die Wache wieder verlassen.

„Ich bin der Meinung, dass zu einer guten Polizistin auf jeden Fall gehört, dass man Empathie hat und sie dem Gegenüber auch zeigt. Genauso muss man sich aber auch durchsetzen können und für das stehen, was man nach außen repräsentiert“, sagt Carmen.

Straßengrenze Salzburg-Freilassing: Schleuser im Fokus

Der nächste Einsatz führt zum Straßengrenzübergang Salzburg-Freilassing. Hier kontrolliert die Bundespolizei seit 2015 wieder an der Grenze zu Österreich. Fahrzeuge werden herausgewunken, Kennzeichen geprüft, Innenräume durchsucht. Besonders im Blick: mögliche Schleuserfahrzeuge wie Taxis oder stark getönte Autos. „Wir achten auf das Verhalten der Personen, ob die Person nervös ist und sich der Kontrolle auch ganz gerne entziehen möchte“, erklärt Carmen. „Man schaut sich natürlich das Kennzeichen und das Auto von außen an. Wer für einen bauchgefühlsmäßig interessant sein könnte, den holt man dann auch raus.“

Doch auch hier verläuft der Einsatz ohne besondere Vorkommnisse – an diesem Tag gibt es keine unerlaubten Einreisen in Carmens Dienst. Nach elf Stunden Dienst fahren sie und Johannes zurück zur Dienststelle. „Alles in allem gehe ich heute mit einem guten Gefühl raus“, sagt Carmen zufrieden.

Gehalt und Einsatz: So abwechslungsreich ist der Job bei der Bundespolizei

Neben den Kontrollen im Grenzgebiet gehört zu Carmens weiteren Aufgaben auch die Vollstreckung von Haftbefehlen. Regelmäßig nimmt sie zudem an Einsatztrainings teil, um für unterschiedliche Lagen vorbereitet zu sein. Ein weiterer Teil ihrer Arbeit ist die Sachbearbeitung, etwa bei Strafanzeigen. Das monatliche Bruttogehalt liegt bei rund 3.350 Euro (externer Link).

Beruf Bundespolizistin: Motivation, Belastung und Work-Life-Balance

Carmen ist nach ihrem Polizeistudium gleich als Kommissarin in den Beruf eingestiegen und als Führungskraft vorgesehen. Trotzdem sammelt sie erst einmal Praxiserfahrungen auf Streife. „Die ersten Tage waren wirklich hart. Man wird am Anfang ein bisschen überrollt mit dieser Flut an Informationen und neuen Sachen, die um einen herum passieren“, sagt sie. Trotz körperlicher und mentaler Belastung ist sie überzeugt: „Meine Motivation ist, anderen zu helfen. Ich bin superglücklich damit. Ich möchte das jetzt auch für den Rest meines Lebens machen.“

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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