WirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschau
  • Home
  • Wirtschaft
    Wirtschaft
    Die Kategorie „Wirtschaft“ in der WirtschaftsRundschau bietet umfassende Berichterstattung und Analysen zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen. Hier finden Leser aktuelle Informationen zu Finanzmärkten, Unternehmensentwicklungen, Wirtschaftspolitik…
    Mehr laden
    Top Schlagzeilen
    Börsen-Ticker: DAX verliert, im Fokus Douglas und Aroundtown
    29. Mai 2024
    Nächste Förderrunde für Heizungstausch gestartet
    29. Mai 2024
    Unternehmen in Schieflage: Stadt Kelheim hilft Faserhersteller
    29. Mai 2024
    Neuste Schlagzeilen
    OpenAI streicht Limits für ChatGPT-Gratisnutzer
    11. August 2026
    Streiks abgewendet: Piloten und Lufthansa gehen in Schlichtung
    11. August 2026
    Nur noch 14 Tage für viele Waren: Amazon stutzt Rückgabefristen
    11. August 2026
    Kompromiss bei „Rente mit 63“?
    11. August 2026
  • Netzwelt
    NetzweltMehr laden
    OpenAI, Anthropic, Meta: Wie sicher sind wir vor KI-Angriffen?
    6. August 2026
    Kommunale US-Wasserversorger attackiert: Gefahr in Bayern?
    6. August 2026
    Neuer Angriff: Anthropic-KI verschickte Phishing-Mails
    5. August 2026
    Alex Karp: Vom Außenseiter zum Milliardär und Tech-CEO
    4. August 2026
    KI: Welche Symbole im Netz wohl bald allgegenwärtig sind
    3. August 2026
  • Wissen
    WissenMehr laden
    Wie ein Langhalssaurier im Museum zum Leben erweckt wird
    10. August 2026
    Bislang heißester Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen
    10. August 2026
    Ist Zucker eine Droge? Was der süße Stoff im Körper anrichtet
    10. August 2026
    Zeckenstiche: Zahl von FSME-Erkrankungen leicht erhöht
    10. August 2026
    Juni und Juli waren in Westeuropa so warm wie noch nie
    10. August 2026
  • Kultur
    KulturMehr laden
    Steckerlfischfiasko – was der Eberhofer mit Frontenhausen macht
    10. August 2026
    Kunst für alle: Der Kunstautomat in Nürnberg
    10. August 2026
    Mord an Tupac Shakur: Neuer Prozess nach 30 Jahren
    10. August 2026
    Sonnenfinsternis: Vom Weltuntergangszenario zum Party-Event
    10. August 2026
    Leider eine Soap: Warum die Serie „München Beats“ enttäuscht
    8. August 2026
  • Lesezeichen
Gerade: Lebensrettend: Ameisen amputieren sich gegenseitig Beine
Teilen
Benachrichtigungen
Schriftgröße ändernAa
WirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschau
Schriftgröße ändernAa
  • Wirtschaft
  • Wissen
  • Kultur
  • Netzwelt
  • Home
  • Wirtschaft
  • Netzwelt
  • Wissen
  • Kultur
  • Lesezeichen
WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Lebensrettend: Ameisen amputieren sich gegenseitig Beine
Wissen

Lebensrettend: Ameisen amputieren sich gegenseitig Beine

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 3. Juli 2024 15:48
Von Michael Farber
Teilen
5 min. Lesezeit
Teilen

 

Sie zeigen ein Verhalten, das bisher nur vom Menschen bekannt war: Die Florida-Holzameisen amputieren vorsorglich Gliedmaßen, um das Leben verwundeter Artgenossinnen zu retten. Bei bestimmten Verletzungen an den Beinen beißen sie diese komplett ab. Eine Forschungsgruppe der Universitäten im unterfränkischen Würzburg und im schweizerischen Lausanne hat dieses Verhalten entdeckt.

Inhaltsübersicht
90 Prozent überleben AmputationAmputiert wird nur bei verletztem OberschenkelAussichtslos: Amputation bei verletzten UnterschenkelnGefährlich: Kämpfe gegen andere AmeisenvölkerWie agieren heimische Ameisenarten?

90 Prozent überleben Amputation

Ob die Ameisen diesen radikalen Schritt gehen, hängt demnach davon ab, wie nah sich die Wunde am Körper befindet. Denn der rabiate Eingriff verhindere, dass sich lebensgefährliche Wundinfektionen im Körper der Ameisen ausbreiten, berichtet die Forschungsgruppe um den Würzburger Ameisenforscher Erik Frank. Die Erfolgsrate sei sehr gut: Rund 90 Prozent der amputierten Tiere überleben die „Behandlung“. Trotz des Verlusts eines ihrer sechs Beine könnten sie danach ihre Aufgaben im Nest wieder im vollen Umfang übernehmen.

Amputiert wird nur bei verletztem Oberschenkel

Eine weitere verblüffende Beobachtung: Die Ameisen schreiten nur dann zur Amputation, wenn die Beinverletzungen am Oberschenkel liegen – egal ob die Wunden steril oder mit Bakterien infiziert sind. Befinden sich die Wunden dagegen am Unterschenkel, wird den Angaben zufolge niemals amputiert. Stattdessen treiben die Ameisen in solchen Fällen einen höheren Aufwand bei der Pflege der Verwundeten: Sie lecken die Wunden intensiv aus. Vermutlich säubern die Tiere die Wunden damit auf mechanischem Weg von Bakterien. Auch diese Therapie sei mit einer Überlebensrate von rund 75 Prozent relativ erfolgreich.

Aussichtslos: Amputation bei verletzten Unterschenkeln

Um die Frage zu beantworten, warum die Ameisen nicht auch bei Unterschenkelverletzungen amputieren, führten die Forschenden selbst Amputationen bei Ameisen mit verwundeten und bakteriell infizierten Unterschenkeln durch. Das Ergebnis sei überraschend ausgefallen: Die Überlebensrate lag dann bei nur noch bei 20 Prozent.

Die Erklärung dafür: Computertomographische Untersuchungen zeigten, dass im Oberschenkel der Ameisen viele Muskeln sitzen, deren Aktivität für die Zirkulation des „Ameisen-Bluts“, der sogenannten Hämolymphe sorgt. Ameisen besitzen kein zentral pumpendes Herz wie Menschen, sondern mehrere über den Körper verteilte Herzpumpen und Muskeln, die diese Funktion übernehmen, so das Forschungsteam. Verletzungen an den Oberschenkelmuskeln behinderten also auch die Zirkulation, so die Forschenden. Weil der Blutfluss gemindert sei, gelangten Bakterien nicht so schnell von der Wunde in den Körper. In diesem Fall lohne sich deshalb die Amputation: Bei schnellem Handeln sei die Chance groß, dass der Ameisenkörper noch frei von Bakterien ist.

Im Unterschenkel dagegen liegen demnach keine für die Zirkulation der Hämolymphe relevanten Muskeln. Bei Verletzungen dringen die Bakterien deshalb sehr schnell in den Körper vor. Das Zeitfenster für eine erfolgreiche Amputation sei dann eng und die Chance auf Rettung gering. „Genau das scheinen die Ameisen zu ‚wissen‘, wenn man es vermenschlichend ausdrücken will“, so Erik Frank vom Würzburger Biozentrum. „Unsere Studie belegt erstmals, dass auch Tiere im Zuge der Wundbehandlung prophylaktische Amputationen einsetzen. Und sie zeigt, dass die Ameisen die Behandlung an der Art der Verletzung ausrichten“, ergänzt Laurent Keller von der Universität in Lausanne.

Gefährlich: Kämpfe gegen andere Ameisenvölker

Die in der Studie untersuchte Ameisenart der Florida-Holzameisen (Camponotus floridanus) kommt im Südosten der USA vor. Die rotbraunen Tiere werden mit bis zu 1,5 Zentimeter Körperlänge relativ groß. Sie nisten in verrottendem Holz und verteidigen ihr Nest energisch gegen rivalisierende Ameisenvölker. Bei solchen Kämpfen kommt es dann immer wieder zu Verletzungen.

Das Forschungsteam hat diese Art ausgesucht, weil diese keine Metapleural-Drüse besitzen. Mit dieser produzieren andere Ameisenarten ein antibiotisch wirksames Sekret, das sie auf infizierte Wunden auftragen. So kam die Frage auf, welche Alternativen die Florida-Holzameisen gegen Infektionen einsetzen. Dass es sich dabei um verletzungsspezifische Amputationen handelt, sei eine große Überraschung gewesen, so die Forschenden.

Wie agieren heimische Ameisenarten?

Nun will das Würzburger Forschungsteam um Erik Frank weiter zu Ameisenarten in Deutschland forschen. Für seine Forschungen über die Wundversorgung bei Tieren hat die Hector Fellow Academy den Würzburger Biologen im Januar 2024 mit einem Preis für junge Forschende ausgezeichnet, einem sogenannten Hector Research Career Development Award – dotiert mit einer voll finanzierten Promotionsstelle und zusätzlichen 55.000 Euro. „Dieser Preis wird es meiner Gruppe ermöglichen, das Verhalten der sozialen Wundpflege bei Tieren weiter zu erforschen. Wir möchten damit untersuchen, wie Ameisen, die in einer engen Beziehung mit Akazienbäumen leben, die Wunden ihrer Wirtspflanzen heilen“, so Frank.

 

Dir gefällt vielleicht

Wie ein Langhalssaurier im Museum zum Leben erweckt wird

Bislang heißester Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen

Ist Zucker eine Droge? Was der süße Stoff im Körper anrichtet

Zeckenstiche: Zahl von FSME-Erkrankungen leicht erhöht

Juni und Juli waren in Westeuropa so warm wie noch nie

Diesen Artikel teilen
Facebook Twitter Whatsapp Whatsapp Link kopieren Drucken
Was denken Sie?
Liebe0
Traurig0
Glücklich0
Wütend0
Avatar-Foto
Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
Vorheriger Artikel Brustkrebs: Wann ist Mammographie-Screening sinnvoll?
Nächster Artikel Brustkrebs: Wann ist Mammographie-Screening sinnvoll?
Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Letzte Beiträge

OpenAI streicht Limits für ChatGPT-Gratisnutzer
Wirtschaft 11. August 2026
Streiks abgewendet: Piloten und Lufthansa gehen in Schlichtung
Wirtschaft 11. August 2026
Nur noch 14 Tage für viele Waren: Amazon stutzt Rückgabefristen
Wirtschaft 11. August 2026
Kompromiss bei „Rente mit 63“?
Wirtschaft 11. August 2026
WirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschau
© 1984-2025 WirtschaftsRundschau. Alle Rechte vorbehalten.
  • Meine Lesezeichen
  • Kontakt
  • Datenschutz
Welcome Back!

Sign in to your account


Lost your password?