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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Longevity: Was verlängert unser Leben wirklich?
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Longevity: Was verlängert unser Leben wirklich?

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 24. Juni 2026 11:49
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Wie gesund und wie lange wir leben, wird nicht allein durch Zufall oder Gene bestimmt, sondern auch durch unseren Lebensstil. Welche Faktoren dabei den größten Einfluss haben, zeigt ein Blick auf die Forschung.

Inhaltsübersicht
Kann man seine Lebensdauer direkt beeinflussen?Wie stark beeinflussen Gene die Lebenserwartung?Was passiert beim Altern im Körper?Die wichtigsten Faktoren für ein langes LebenWelche Rolle spielt Ernährung für ein langes Leben?Warum Bewegung und Schlaf entscheidend für die Gesundheit sindWarum soziale Kontakte für die Gesundheit wichtig sindMedikamente gegen das Altern? Stand der Forschung zu LongevityGeht es am Ende um Lebensdauer oder Lebensqualität?

Kann man seine Lebensdauer direkt beeinflussen?

Nicht im Sinne von zusätzlichen Lebensjahren über Nacht. Aber im Sinne einer besseren biologischen Ausgangslage: ja. Studien zeigen, dass Bewegung, Rauchstopp oder besserer Schlaf bereits innerhalb weniger Wochen messbare Effekte auf Entzündungswerte, Stoffwechsel und kardiovaskuläre Risikofaktoren haben, wie Kohortenanalysen aus der UK Biobank (externer Link) zeigen.

Diese Veränderungen senken das Risiko für chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes oder Krebs. Da diese Krankheiten über Jahre oder Jahrzehnte entstehen, gilt: Je früher man gegensteuert, desto größer ist der Effekt.

Wie stark beeinflussen Gene die Lebenserwartung?

In Zwillings- und Populationsstudien wird der genetische Einfluss meist auf etwa zehn bis 25 Prozent geschätzt, während Umwelt- und Lebensstilfaktoren den größeren Anteil ausmachen. Das erklärt, warum Menschen mit ähnlicher genetischer Ausstattung unterschiedlich altern können. Faktoren wie Bewegung, Ernährung, Rauchen oder soziale Bedingungen können genetische Risiken entweder verstärken oder abschwächen.

Was passiert beim Altern im Körper?

Altern ist kein einzelner Defekt, sondern ein Zusammenspiel biologischer Prozesse. In der Forschung werden diese als „Hallmarks of Aging“ (externer Link) beschrieben. Dazu zählen DNA-Schäden, eine nachlassende Funktion der Mitochondrien, chronische niedriggradige Entzündungen und eine reduzierte Fähigkeit zur Gewebereparatur.

Auch Stammzellen verlieren mit der Zeit an Leistungsfähigkeit, wodurch die Regenerationsfähigkeit des Körpers sinkt. Diese Prozesse verlaufen schleichend und bleiben lange unbemerkt. Erst wenn mehrere Systeme betroffen sind, treten altersbedingte Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, neurodegenerative Erkrankungen oder Krebs auf.

Die wichtigsten Faktoren für ein langes Leben

Die stärksten Effekte auf Gesundheit und Lebenserwartung entstehen durch das Zusammenspiel mehrerer Gewohnheiten. Gut belegt sind körperliche Aktivität, Nichtrauchen, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und soziale Einbindung.

Diese Faktoren beeinflussen Risikomarker wie Blutdruck, Blutzucker und Entzündungswerte. Menschen, die mehrere dieser Verhaltensweisen kombinieren, haben ein deutlich geringeres Risiko für chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes und Demenz.

Welche Rolle spielt Ernährung für ein langes Leben?

Die Forschung zeigt, dass vor allem Ernährungsmuster – nicht einzelne Lebensmittel – einen großen Einfluss auf Gesundheit und Alterungsprozesse haben. Besonders gut untersucht ist eine pflanzenbetonte Ernährung mit Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und ungesättigten Fetten, so Studien (externer Link).

Solche Ernährungsmuster sind mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und Gesamtsterblichkeit verbunden. Stark verarbeitete Lebensmittel, hohe Zuckerzufuhr und eine dauerhaft hohe Kalorienaufnahme stehen hingegen mit erhöhtem Risiko für chronische Erkrankungen und ungünstigen Stoffwechselveränderungen in Verbindung.

Warum Bewegung und Schlaf entscheidend für die Gesundheit sind

Bewegung und Schlaf gehören zu den stärksten Einflussfaktoren auf Gesundheit und Lebenserwartung. Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Herz-Kreislauf-Gesundheit, erhöht die Insulinsensitivität und unterstützt kognitive Funktionen.

Schlaf ist ebenfalls zentral: In den Schlafphasen laufen wichtige Reparatur- und Regenerationsprozesse im Körper ab. Chronischer Schlafmangel ist mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und kognitive Beeinträchtigungen verbunden.

Bewegung und Schlaf wirken gemeinsam auf zentrale biologische Systeme, die mit Alterungsprozessen verknüpft sind.

Warum soziale Kontakte für die Gesundheit wichtig sind

Soziale Beziehungen haben einen messbaren Einfluss auf Gesundheit und Lebenserwartung. Große Meta-Analysen (externer Link) zeigen, dass gute soziale Kontakte mit einer deutlich geringeren Sterblichkeit verbunden sind. Umgekehrt erhöht soziale Isolation das Risiko für vorzeitigen Tod in einem Ausmaß, das mit klassischen Risikofaktoren vergleichbar ist.

Soziale Kontakte wirken über mehrere Mechanismen: Sie reduzieren chronischen Stress, stabilisieren die psychische Gesundheit und beeinflussen indirekt physiologische Prozesse wie Entzündungswerte, Herz-Kreislauf-Funktion und das Immunsystem.

Medikamente gegen das Altern? Stand der Forschung zu Longevity

Die Forschung untersucht intensiv sogenannte Longevity-Interventionen. Bisher gibt es jedoch kein Medikament, das bei gesunden Menschen nachweislich die Lebensspanne verlängert.

Substanzen wie Metformin oder Rapamycin zeigen Effekte auf zelluläre Prozesse und Alterungsmechanismen; für eine allgemeine Empfehlung fehlt jedoch die ausreichende Evidenz aus Studien am Menschen. Viele dieser Ansätze sind beim Menschen noch nicht hinreichend belegt.

Geht es am Ende um Lebensdauer oder Lebensqualität?

Die moderne Longevity-Forschung rückt stärker die „gesunden Lebensjahre“ (Healthspan) in den Mittelpunkt. Gemeint ist die Zeit, in der Menschen körperlich fit, geistig leistungsfähig und selbstständig bleiben. Ein längeres Leben bringt wenig, wenn es von Krankheit oder Einschränkungen geprägt ist. Deshalb zielt die Forschung darauf, altersbedingte Erkrankungen zu verzögern oder zu vermeiden.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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