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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Teures, klobiges Modestück: Über die Faszination Raumanzug
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Teures, klobiges Modestück: Über die Faszination Raumanzug

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 21. August 2025 08:49
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Als persönliches Raumschiff des Astronauten wird der Raumanzug gerne bezeichnet und da ist auch etwas dran. Er kann alles, was ein Mensch zum Überleben im Weltraum braucht: Er hält Temperaturen von unter minus 100 bis mehr als plus 100 Grad Celsius stand. Er schützt den empfindlichen Körper vor dem Einschlag von Mikrometeoriten. Und er kann, ausgestattet mit Düsen, sogar der Fortbewegung dienen, wie ein richtiges Raumschiff eben. Diesem Wunderwerk hat das Hermann-Oberth-Raumfahrtmuseum in Feucht jetzt eine Sonderausstellung gewidmet.

Inhaltsübersicht
Schüler gestalten Ausstellung über RaumanzügeWeltraumkuh und MarsianerDer Raumanzug als modisches KleidungsstückSchüler interviewen Astronaut Thomas Reiter

Schüler gestalten Ausstellung über Raumanzüge

Das Besondere: Die Ausstellung wurde maßgeblich von Schülerinnen und Schülern der Wilhelm-Löhe-Schule in Nürnberg gestaltet. Herausgekommen ist eine hochprofessionelle Präsentation, auf die die Schüler stolz sind.

Till-Valentin Lutz ist einer von ihnen. Der Jugendliche führt zu seinen Lieblingsexponaten: eine Vitrine mit Figuren und Puppen, ein Snoopy im Raumanzug, die blauen Schlümpfe, gerüstet für den Weltraum, eine Barbie-Puppe im blauen Nasa-Overall – und die kleine Figur einer Kuh, die ebenfalls einen Raumanzug trägt.

Weltraumkuh und Marsianer

„Es gibt keine Kuh in einem Raumanzug“, sagt Till-Valentin Lutz, aber der Raumanzug sei doch ziemlich realistisch modelliert. Lutz hat sich mit dem Raumanzug in der Fiktion befasst. Bücher und Artefakte aus dem Archiv des Oberth-Museums haben er und seine Mitschüler zusammengesucht und so einen interessanten Überblick über die Geschichte des Raumanzugs zusammengestellt. Von den ersten Fiktionen in der Literatur des 19. Jahrhunderts über die frühen ernsthaften Überlegungen bis hin zu Darstellungen in modernen Science-Fiction-Filmen wie „Der Marsianer“.

Die Grenzen zwischen Fiktion, Utopie und Wirklichkeit verschwimmen dabei gelegentlich. So zeigt die Ausstellung eine unscheinbare Strichzeichnung von zwei Menschen, die im Raumanzug Fußball spielen. Gezeichnet hat sie der mittelfränkische Raketenpionier Hermann Oberth, der zeitlebens im Schatten des weitaus populäreren Wernher von Braun stand.

In einem Brief von 1924 habe Oberth seinem österreichischen Kollegen Max Valier die Physik der Bewegungen auf dem Jupitermond Phobos erläutert, sagt Museumsdirektor Michael Zuber. Die herum wirbelnden Männchen mit dem Ball dienten zur Veranschaulichung dieser Orbitalmechanik. Heute, so Zuber, gelte die Zeichnung als eine der frühesten ernsthaften Darstellungen eines Raumanzugs.

Der Raumanzug als modisches Kleidungsstück

Die Ausstellung zeigt aber nicht nur Zeichnungen und Fiktion, auch echte Raumanzüge gibt es zu sehen. Ein besonderes Ausstellungsstück ist der sowjetische SK-2, die an Frauen angepasste Variante jenes Raumanzugs, den Juri Gagarin als erster Mensch im Weltall getragen hat.

Und noch etwas wird in der Ausstellung deutlich: Technik und Design haben sich enorm weiterentwickelt. Waren die ersten Anzüge für Außeneinsätze im Weltraum noch klobig und schwer, so arbeiten Entwickler heute daran, sie dünner und leichter zu machen und damit die Beweglichkeit der Raumfahrer zu verbessern.

Schön aussehen soll der Anzug obendrein: So wurde der Raumanzug für die künftigen Mondmissionen der NASA in Zusammenarbeit mit dem Designerlabel Prada entwickelt. Und die eleganten Kreationen des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX sehen aus, als kämen sie aus einer Science-Fiction-Serie. Ob das wiederum die Modewelt inspirieren wird, wird sich zeigen – immerhin hat das schon 1969 bei den Moonboots, den flauschigen Stiefeln im Astronautenlook, funktioniert.

Schüler interviewen Astronaut Thomas Reiter

Wie es sich anfühlt, in einem Raumanzug zu stecken, kann man in der Ausstellung leider nicht ausprobieren. Dafür haben die Jugendlichen aber ein Interview mit Astronaut Thomas Reiter geführt, das auf einem Großbildschirm zu sehen ist. Eine der Fragen an den Raumfahrtstar sei gewesen, an welchen besonderen Moment im Raumanzug er sich erinnere, sagt Schüler Jakob Maletius: „Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, aber es gab auf jeden Fall viele Erlebnisse.“

Wer jetzt neugierig auf die Antwort geworden ist, kann noch bis 30. September 2025 die Ausstellung im Pfinzingschloss Feucht besuchen.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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