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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Wetterfühligkeit: Was Betroffene dagegen tun können
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Wetterfühligkeit: Was Betroffene dagegen tun können

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 8. September 2024 09:07
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Wetterumschwünge gehen an manchen Menschen nicht spurlos vorüber. Besonders bei stürmischem Wetter und wenn es kälter wird, klagen viele über Beschwerden. Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschen bezeichnet sich als wetterfühlig, so eine Umfrage des Deutschen Wetterdienstes von 2015, ein Fünftel der Befragten gibt sogar an, stark unter dem Wetter zu leiden. Die Älteren spüren das Wetter subjektiv stärker als die Jüngeren. Das Problem: Betroffene werden häufig nicht ernst genommen, die Symptome als Einbildung abgetan. Auch in der Wissenschaft ist man sich nicht einig, was hinter dem Phänomen Wetterfühligkeit steckt.

Inhaltsübersicht
Was sind die Symptome von Wetterfühligkeit?Das Wetter verstärkt BeschwerdenDer Nachweis von Wetterfühligkeit ist schwierigWetterfühligkeit: Trainingsmangel und zu viel Drinnen?Was kann man gegen Wetterfühligkeit machen?

Was sind die Symptome von Wetterfühligkeit?

Die Älteren spüren das Wetter subjektiv stärker als die Jüngeren: In der Altersgruppe der ab 60-Jährigen klagen nahezu 70 Prozent darüber, dass ihnen das Wetter in Knochen und Kopf fährt. Auch Frauen in der Menopause leiden oft bei Wetterumschwüngen. Die häufigsten Symptome sind Kopfschmerzen und Migräne, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gelenkschmerzen und Schlafstörungen. Betroffene fühlen sich matt, müde, antriebslos, deprimiert oder gereizt.

Das Wetter verstärkt Beschwerden

Aber, so Prof. Dr. Andreas Matzarakis, Zentrum für medizin-meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes im Gespräch mit Bayern 3 im Oktober 2023: „Wetterfühligkeit ist etwas, was auf etwas Vorhandenem beruht. Das heißt: Ich habe Beschwerden und bei bestimmten Wettersituationen oder Wetterlagen werden meine Beschwerden verschlimmert oder verbessert. […] Es sind unterschiedliche Beschwerden, die wir haben, aber primär geht es darum, dass der Körper mit der neuen Wettersituation nicht so schnell klarkommt. Das heißt, er braucht eine gewisse Zeit, bis er sich anpasst (…).“ Matzarakis vermutet, dass wetterfühlige Menschen eine niedrige Reizschwelle haben könnten und dass ihr Körper darum schon auf geringe Wetterreize heftig reagiert.

Der Nachweis von Wetterfühligkeit ist schwierig

Warum das Wetter so einen Einfluss hat, oder ob das Ganze nicht doch nur Einbildung ist, ist schwer zu erforschen. Das liegt unter anderem daran, dass es zu einem bestimmten Zeitpunkt viele verschiedene Wettervariablen gibt. Alle ändern sich gleichzeitig, oft heftig bei einem Wetterumschwung.

Fachleute gehen davon aus, dass Reaktionen auf das Wetter sich durch das Zusammenspiel aller Faktoren wie Temperatur, Feuchtigkeit, Sferics (elektromagnetische Gewitterimpulse), Druckschwankungen sowie UV- und Infrarotstrahlen erklären. Dazu kommt die persönliche Disposition. Wie genau das alles zusammenspielt, konnte bisher aber nicht geklärt werden.

Wetterfühligkeit: Trainingsmangel und zu viel Drinnen?

Dass wir auf Wetterwechsel mit körperlichen Beschwerden reagieren, sei unter anderem eine Folge unseres Lebens in vier Wänden, meint Angela Schuh, langjährige Professorin für medizinische Klimatologie an LMU München. Dort gäbe es zwangsläufig zu wenig Tageslicht, was zu Beschwerden führen könne, so Angela Schuh. Zudem beruhe Wetterfühligkeit zu einem großen Teil auf einem Trainingsmangel des Körpers. Das führe dazu, dass er sich nicht schnell genug und auch nicht mit den richtigen körperlichen Abläufen anpassen könne.

Was kann man gegen Wetterfühligkeit machen?

  • Ab an die frische Luft – wann immer es geht und bei jedem Wetter. Besonders gut ist Ausdauertraining: also wandern, walken, joggen, Rad fahren, spazieren gehen.
  • Man sollte sich so kleiden, dass man sich leicht kühl fühlt, aber nicht friert. Das trainiert die Thermoregulation des Körpers. Außerdem hilfreich ist jede Art der Abhärtung: Wechselduschen, Kneippsche Anwendungen und regelmäßige Saunabesuche.
  • Wetterfühlige sollten sich einen immer gleichen Tagesablauf angewöhnen – also Weckzeit, Mahlzeiten und Schlafenszeit sollten möglichst immer zur selben Zeit stattfinden.
  • Regelmäßiger und ausreichender Schlaf kann Wetterfühligkeit lindern.
  • Gesund und regelmäßig, möglichst immer zur selben Zeit essen.
  • Wetterfühlige sollten auf Nikotin, Alkohol oder Kaffee verzichten, da diese Genussmittel Kopfschmerzen verursachen können.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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