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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Flaute statt Aufwind: Keine Trendwende auf Bayerns Arbeitsmarkt
Wirtschaft

Flaute statt Aufwind: Keine Trendwende auf Bayerns Arbeitsmarkt

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 30. April 2026 10:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Der bayerische Arbeitsmarkt kann sich weiterhin nicht erholen. Das ist das Fazit des Chefs der bayerischen Arbeitsagenturen, Markus Schmitz, beim Blick auf die aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt. Wie aus dem Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, waren im April rund 323.000 Menschen im Freistaat ohne Job. Im Vergleich zum März verringerte sich die Zahl um 6.500.

Inhaltsübersicht
„Lüftchen statt Aufwind“ auf dem ArbeitsmarktZahl der Beschäftigten in Bayern sinktKeine Trendwende in diesem Jahr erwartetRegionale Unterschiede in BayernGroße Spanne bei Städten und Landkreisen

Schmitz spricht trotzdem nicht von Frühjahrsbelebung, sondern von Frühjahrsflaute. „In diesem Jahr fällt der Rückgang so niedrig aus wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr“, sagt Schmitz.

„Lüftchen statt Aufwind“ auf dem Arbeitsmarkt

Nach der Corona-Pandemie im April 2022 waren knapp 218.000 Menschen in Bayern arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote betrug 2,9 Prozent. Laut Definition der Bundesagentur für Arbeit gilt das als Vollbeschäftigung.

Im aktuellen Monat liegt der Freistaat nun bei 4,1 Prozent. Ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte. Die Arbeitsagenturen verspürten allenfalls ein „laues Lüftchen statt eines Aufwindes“, so Schmitz. Konjunkturkrise, Transformation und nun auch der Iran-Krieg mit den gestiegenen Energiepreisen führten zu Unsicherheit.

Zahl der Beschäftigten in Bayern sinkt

Jahrelang war die Zahl der Beschäftigten stetig gestiegen. Doch auch diese Entwicklung hat sich gedreht: Demnach waren zuletzt 5,63 Millionen Menschen im Freistaat sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Ein Minus von über 20.000 gegenüber dem Vorjahresmonat. „Dieser Trend hält seit Herbst an und verstärkt sich“, sagt Markus Schmitz.

Da wäre zum einen der demografische Faktor: Geburtenstarke Jahrgänge erreichen zunehmend das Rentenalter. Aber auch die wirtschaftliche Lage führt laut Schmitz zum Stellenrückgang vor allem im verarbeitenden Gewerbe und im Handel.

Keine Trendwende in diesem Jahr erwartet

Arbeitskräfte werden zwar nach wie vor gesucht, allerdings zehn Prozent weniger als vor einem Jahr. Anfang dieses Jahres bestand noch Hoffnung auf ein Wirtschaftswachstum, auch in Bayern. Inzwischen haben die Wirtschaftsinstitute und die Bundesregierung ihre Prognosen wieder gesenkt. Außerdem seien die Effekte der Investitionsprogramme der Bundesregierung kaum spürbar, sagt der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen. „Wir nehmen zarte Entwicklungen im Bereich der Bau- und Infrastrukturprojekte wahr“, so Schmitz.

In Bayern könnten sich die Investitionen in Zukunft darüber hinaus besonders auf die Verteidigungsindustrie auswirken. Insgesamt erwartet er für dieses Jahr keine Trendwende mehr auf dem Arbeitsmarkt.

Regionale Unterschiede in Bayern

Unter den Regierungsbezirken ist Schwaben mit einer Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent bayerischer Spitzenreiter. Schwaben ist auch der einzige Regierungsbezirk im Freistaat, der im Vergleich zum Vorjahr eine steigende Nachfrage bei Arbeitskräften meldet. Die Oberpfalz (3,9 %) und Niederbayern (4,0 %) liegen unter dem bayerischen Schnitt von 4,1 Prozent. Unterfranken und Oberbayern melden den Durchschnittswert. Oberfranken (4,4 %) und Mittelfranken (4,7 %) liegen darüber.

Große Spanne bei Städten und Landkreisen

Das oberfränkische Hof meldet mit einer Quote von 8,1 Prozent die höchste Arbeitslosigkeit in Bayern. Laut Arbeitsagenturen seien dort besonders viele Menschen ohne Ausbildung arbeitslos. Auch in den unterfränkischen Städten Aschaffenburg (7,9 %) und Schweinfurt (7,4 %) ist die Arbeitslosigkeit vor allem wegen der Krise der Zuliefererbranche hoch. In Bayerns zweitgrößter Stadt Nürnberg (7,4%) ist es vor allem der Stellenrückgang in der Zeitarbeit, der die Arbeitslosigkeit steigen lässt.

Immerhin melden 15 Landkreise in Bayern derzeit noch eine Arbeitslosenquote von unter drei Prozent und damit Vollbeschäftigung, fünf davon allein in Schwaben. Auch die unterfränkischen Landkreise Main-Spessart und Schweinfurt liegen unter drei Prozent, genauso wie der oberfränkische Landkreis Bamberg, der Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz und die oberbayerischen Landkreise Eichstätt, Erding und Pfaffenhofen a.d. Ilm.

Drei Landkreise verzeichnen im April dabei mit jeweils 2,4 Prozent die niedrigste Arbeitslosigkeit: Der oberbayerische Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, der schwäbische Landkreis Unterallgäu und der mittelfränkische Landkreis Roth.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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