Die Präsentation der Adidas-Quartalszahlen stand deutlich unter dem Eindruck des vergangenen Wochenendes, bei dem gleich zwei Marathon-Läufer in London, der Kenianer Sabastian Sawe und der Äthiopier Yomif Kejelcha, zum ersten Mal in der Geschichte für die Strecke weniger als zwei Stunden brauchten (externer Link) – und das in Adidas-Schuhen. „Gestatten Sie uns, damit ein wenig anzugeben“, hieß es auf der Pressekonferenz.
Adidas hat es mit dem „Adizero Adios Pro Evo 3“ eigenen Angaben zufolge erstmals geschafft einen Laufschuh mit einem Gewicht von unter 100 Gramm – nämlich 97 Gramm – herzustellen. Mit ihm schaffte es Sawe auf eine Zeit von 1:59:30 Stunden ins Ziel, auch Yomif Kejelcha brauchte mit 1:59:41 weniger als zwei Stunden. Daneben lief die Äthiopierin mit den gleichen Schuhen zu einem Weltrekord der Frauen von 2:15:41 und unterbot damit ihren eigenen Rekord um neun Sekunden.
Adidas wächst auf allen Märkten
Angeben konnte Adidas-Chef Björn Gulden dann auch mit den Zahlen: Ein Umsatzwachstum von 14 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro und ein Anstieg des Betriebsergebnisses um fast 100 Millionen Euro auf 705 Millionen Euro stehen unterm Strich. Gulden nannte das erste Quartal 2026 „eines der besten, die das Unternehmen je hatte“.
Gleichzeitig wuchs Adidas auf allen Märkten der Welt – bis auf den europäischen Markt (+6 Prozent) – sogar zweistellig: So steht im wichtigen Markt von Nordamerika ein Plus von zwölf Prozent, in Lateinamerika sogar ein Wachstum von 26 Prozent. Und auch in Afrika (+10 Prozent), China (+17 Prozent), Südkorea und Japan (23 Prozent) sowie in Lateinamerika (+26 Prozent) verzeichnet der Sportartikelhersteller ein Plus. Insgesamt wuchs das Unternehmen um 14 Prozent.
Running-Segment wächst – mit Rekord-Schuh weiter
Das Bekleidungsgeschäft von Adidas wuchs dabei stärker als die anderen Segmente: Der Umsatz stieg hierbei um 31 Prozent. Daneben verzeichnet auch der Performance-Bereich einen starken Umsatzanstieg von währungsbereinigten 29 Prozent.
Adidas nennt dabei vor allem den Bereich „Running“, zu dem auch der Schuh zählt, den Sabastian Sawe bei seinem Rekordlauf in London am Wochenende trug. Für Adidas sind die Erfolge der Läufer besonders wertvoll, weil sie damit dem größten Kontrahenten Nike im wahrsten Sinne des Wortes davongelaufen sind, denn die US-Amerikaner hatten lange den Rekord als ihr Ziel angepeilt und vermarktet.
Krisen ziehen an Adidas vorbei
Die weltweiten Krisen wirken sich bislang nur bedingt auf das Geschäft des Sportartikelherstellers aus. So habe man bereits früh stark in Vorräte investiert, das zahle sich nun aus. Lediglich im Bereich des Mittleren Ostens sei das Geschäft beeinträchtigt. Wie sich die Materialverfügbarkeit auf die Preise in den kommenden Monaten auswirken werde, könne Adidas derzeit nicht sagen.
Optimistischer Blick auf 2026
Das zweite Quartal werde aber ein sehr „sichtbares“ für Adidas sein. Das Unternehmen blickt – auch aufgrund der Fußball-Weltmeisterschaft – optimistisch auf die kommenden neun Monate. So erwartet Adidas einen Anstieg des währungsbereinigten Umsatzes im hohen einstelligen Prozentbereich und einen Anstieg des Betriebsergebnisses von rund 2,3 Milliarden Euro.

