Siemens schließt seine Software-Tochter „evosoft“. Bis Ende kommenden Jahres verlieren knapp 380 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz, die meisten davon in Nürnberg. Die Mitarbeiter seien am Dienstag im Rahmen einer Betriebsversammlung über die Entscheidung informiert worden, sagte ein Unternehmenssprecher dem Bayerischen Rundfunk.
Siemens: Marktumfeld grundlegend verändert
Als Grund nannte Siemens die fehlende Auftragslage. Diese stehe jedoch weniger im Zusammenhang mit der konjunkturellen Entwicklung als vielmehr mit einer strategischen Neuausrichtung des Konzerns. Künftig wolle Siemens IT- und Softwarelösungen verstärkt intern entwickeln – teilweise auch im Ausland. Das Kunden- und Marktumfeld habe sich „grundlegend verändert“, hieß es. Deshalb sollen die Strukturen vereinfacht werden.
Mit Arbeitnehmern soll Interessenausgleich verhandelt werden
Für „evosoft“ hat das weitreichende Folgen: Der wichtigste Auftraggeber fällt weg. Rund 95 Prozent der Aufträge der hundertprozentigen Siemens-Tochter kamen zuletzt vom Mutterkonzern. Der Großteil der etwa 340 Beschäftigten in der Region arbeitete zuletzt in Nürnberg, die Belegschaft zieht derzeit allerdings an den Siemens-Campus nach Erlangen um.
Mit den Arbeitnehmervertretern sollen nun Verhandlungen über einen Interessenausgleich aufgenommen werden. Den Beschäftigten von „evosoft“ sei zudem empfohlen worden, sich auf derzeit rund 2.000 offene Stellen bei Siemens zu bewerben, sagte der Sprecher weiter.

