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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Warum „Spider-Noir“ die beste Marvel-Serie seit langem ist
Kultur

Warum „Spider-Noir“ die beste Marvel-Serie seit langem ist

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 27. Mai 2026 09:51
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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In diesem Fall ist der Superheld in Rente. Der gealterte Detektiv Ben Reilly muss erstmal sein Spinnen-Kostüm hervorkramen, als er sich für ein Comeback entscheidet. Dann ist „The Spider“ allerdings zurück! Ein Held in fortgeschrittenem Alter, der sich plötzlich wieder durch die schummrigen Gassen von New York schwingt.

Inhaltsübersicht
New York zur Zeit der „Great Depression“Beides möglich: Schwarz-Weiß und in FarbeFazit: Mutig und stilbewusst

New York zur Zeit der „Great Depression“

Die Serie spielt zur Zeit der „Great Depression“, die Stadt ist damals ein Moloch: Menschen verschwinden, sterben, die Korruption und der Schmuggel blühen. Höchste Zeit für einen Helden also. Der 62-jährige Nicholas Cage gibt den Streiter für Gerechtigkeit im Stil von Humphrey Bogart mit Trenchcoat und Fedora-Hut. Gewohnt cool, immer an der Grenze zur Überzeichnung nuschelt er schwer verständliche Sätze, wie er es schon im Animationsfilm „Spider-Man: Into The Spider-Verse“ getan hat.

Er habe sich einen älteren Spider-Man gewünscht, erklärt Showrunner Oren Uziel (51) im Interview. „So kann ich mich besser mit ihm identifizieren.“ Cage sei für ihn von Anfang an die Idealbesetzung gewesen. „Als ich ihn traf, habe ich schnell gemerkt, was für ein riesiges Wissen über Film Noir und Comicbücher er hat. Er ist die perfekte Besetzung.“ Tatsächlich trägt Cage die Serie. Dabei nimmt er es mit einem Trupp von bekannten Marvel-Bösewichten auf: Megawatt, Tombstone, Sandman und allen voran mit dem irischen Gangsterboss Silvermane, verkörpert von Brendan Gleeson.

Beides möglich: Schwarz-Weiß und in Farbe

Eine Superheldengeschichte in Film-Noir-Atmosphäre – das ist das Besondere an „Spider-Noir“. Serienmacher Oren Uziel nimmt den Genremix ernst und so kann der Zuschauer die acht Folgen, je nach Wahl, in Schwarz-Weiß oder in Farbe anschauen. Zwei Versionen für zwei verschiedene Zuschauergruppen. „Für jede Fanbase eine“, wie Uziel sagt.

Wer „Spider-Noir“ in Schwarz-Weiß schaut, fühlt sich an 80 Jahre alte Gangster-Filmklassiker wie „Die Spur des Falken“ (1941) erinnert. Wer die Farbversion aufruft, ist näher dran an den neueren Marvel-Verfilmungen. Generell überwiegt in „Spider-Noir“ aber das „Noir“, die Schatten, die Dunkelheit, das Zwielicht.

Fazit: Mutig und stilbewusst

Das alles funktioniert erstaunlich gut, auch wenn manches etwas zu dick aufgetragen ist und der ein oder andere Neben-Charakter Schablone bleibt. Die Serie überzeugt mit einer klaren ästhetischen Idee, ist Hommage an die Filmgeschichte. Vielleicht ist das ja die eigentliche Pointe von dieser Superman-Serie: Marvel blickt zurück und entdeckt ausgerechnet in der Vergangenheit, im Schwarzweißkino der 30er-Jahre, ein Zukunftsmodell. Nach zuletzt eher enttäuschenden Neuerscheinungen ist „Spider-Noir“ wieder mal eine mutige und unbedingt stilbewusste Produktion des Comic-Franchise.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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