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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Steuern runter, Beiträge rauf: Wem bleibt wirklich mehr Netto?
Wirtschaft

Steuern runter, Beiträge rauf: Wem bleibt wirklich mehr Netto?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 15. Juli 2026 09:48
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Die Gesundheitsreform ist bereits verabschiedet. Für die Rente und die Steuer liegen Entwürfe vor, beide werden aber erst nach der Sommerpause in neue Gesetze gegossen und können dann verabschiedet werden. Hier kann es also noch zu Änderungen kommen. All diese Reformen haben konkrete Auswirkungen auf unser Einkommen. Wie sie zusammenwirken, wer belastet und wer entlastet wird – das ist letztlich noch schwer abzusehen.

Inhaltsübersicht
Was können die Rechner liefern?Was soll sich ändern? Ein paar Beispiele:Wer zahlt drauf oder wer bekommt was raus?

Was können die Rechner liefern?

Im Netz gibt es verschiedene Rechner (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt), mit denen sich jeder seine eigene Be- oder Entlastung ausrechnen lassen kann. Diese Rechner geben einen Anhaltspunkt und sind eine spannende Spielerei. Die Ergebnisse sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Zum einen, weil die Reformen zum Großteil noch nicht beschlossen sind und sich noch einiges ändern kann. Zum anderen aber auch, weil die verschiedenen Reformen verschiedene Ziele verfolgen.

Die Steuerreform soll die Bürger entlasten. Vor allem die unteren und mittleren Einkommen. Sie profitieren von einem höheren Grundfreibetrag und der Abflachung des Steuertarifs. Wer Kinder hat, bekommt mehr Kindergeld beziehungsweise einen höheren Kinderfreibetrag. Mehr bezahlen müssen Menschen mit sehr hohen Einkommen, da der Reichensteuersatz früher greift und nochmal steigt.

Auf der anderen Seite stehen die Reformen der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Sie sollen die Sozialsysteme stabilisieren, also verhindern, dass die Beiträge in den nächsten Jahren stark steigen. Diese Reformen sind also nicht als Entlastung der Bürger angelegt.

Was soll sich ändern? Ein paar Beispiele:

Für die Rente wird ein zusätzlicher Beitrag von zwei Prozent eingeführt, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen. Das Geld fließt in eine Kapitalrente nach schwedischem Modell. Darüber hinaus wird nach Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung ab 2028 vermutlich der Beitragssatz auf 19,9 Prozent steigen.

In der gesetzlichen Krankenversicherung steigt die Beitragsbemessungsgrenze. Das bedeutet, dass diejenigen, die mehr verdienen, mehr bezahlen müssen. Die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern wird eingeschränkt.

Auch für die Pflegeversicherung steigt die Beitragsbemessungsgrenze. Außerdem der Zuschlag für Kinderlose.

Wer zahlt drauf oder wer bekommt was raus?

Spielt man verschiedene Konstellationen bei den Rechnern durch, zeigt sich eine Tendenz. Bei vielen werden die Erleichterungen bei der Steuer durch die Mehrbelastungen in den Sozialversicherungen überlagert. Das gilt vor allem für Singles und Gutverdiener. Bei ihnen wirkt sich vor allem die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenzen aus. Wer Kinder (vor allem unter 12 Jahren) hat und beim Einkommen in der Mitte liegt, also das Medianeinkommen in Bayern von rund 58.000 Euro im Jahr verdient, kann unterm Strich mit einem Plus rechnen.

Aber wie gesagt: Nicht alle Reformen sind schon endgültig so beschlossen – um tatsächlich verlässliche Ergebnisse berechnen zu können, ist es noch zu früh.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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