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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Personalmangel am Altar: Ein Viertel weniger Ministranten
Kultur

Personalmangel am Altar: Ein Viertel weniger Ministranten

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 29. Mai 2026 17:47
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Sie schwenken Weihrauchfässer, klingeln das Geläut bei der Wandlung, tragen Kreuz und Fahnen bei Prozessionen: Ohne Ministrantinnen und Ministranten sind katholische Gottesdienste und Feiertage kaum vorstellbar. Doch in der katholischen Kirche in Bayern engagieren sich immer weniger Mädchen und Buben als Ministrantinnen und Ministranten. Ist Ministrieren nicht mehr cool? Und was bedeutet der Ministranten-Schwund für die Zukunft der Kirche?

Inhaltsübersicht
Ist die katholische Kirche zu altmodisch?In allen bayerischen Bistümern gibt’s weniger „Minis“Rückgang um rund 20 Prozent bayernweit

Ist die katholische Kirche zu altmodisch?

Beim Katholikentag in Würzburg hat sich die Jugend abseits der großen Bühnen in der Innenstadt in einem Park und an einem Gymnasium zum bundesweiten „Ministrant:innentag“ getroffen. Bei der „Mini-Olympiade“ soll man mit einem schwingenden Weihrauchfass besonders viele Überschläge schaffen. Die nächsten Stationen: Gebetsbuch Balancieren und Klingelbeutel-Weitwurf. Die Stimmung beim Ministrant:innentag spiegelt das Wesen der Ministrantenarbeit wieder: Es geht um Spaß am Glauben und darum Gemeinschaft aktiv zu leben – das ernste Thema Nachwuchsmangel haben die Organisatoren bewusst ausgeklammert. Doch die angereisten Ministrantinnen und Ministranten kennen das Problem.

In allen bayerischen Bistümern gibt’s weniger „Minis“

Warum immer weniger Mädchen und Buben den Dienst am Altar machen wollen, dazu haben die Ministranten in Würzburg unterschiedliche Vermutungen. Das eher schlechte Image der katholischen Kirche in manchen Teilen der Bevölkerung ist ein Erklärungsversuch und: „Weil die Kirche in manchen Fragen sehr altmodisch ist, das müsste aufgepeppt werden“, meint Sophie. Modernere Liedtexte fände sie beispielsweise gut. „Junge Menschen können nichts mit der hierarchischen Struktur der Kirche anfangen“, sagt Linus und fügt hinzu: „Wenn ich an Themen wie Homosexualität oder Diversität denk, wenn man da von draußen drauf guckt, fühlt sich vielleicht doch nicht jeder willkommen.“

Trotzdem betonen die „Minis“ die vielen positiven Aspekte der Ministrantenarbeit. Die Jugendlichen schätzen die gemeinsame Zeit mit ihren Freunden, dass sie neue Leute kennenlernen und sie als Gemeinschaft den Ort und die Pfarrei mit Leben füllen.

Rückgang um rund 20 Prozent bayernweit

Doch immer weniger junge Menschen engagieren sich in Bayern als Ministranten. Das zeigt eine BR-Anfrage bei den bayerischen Bistümern. Die Bistümer Passau, Würzburg, Augsburg, Eichstätt verzeichnen in den vergangenen zehn Jahren einen Rückgang von über 20 Prozent. Den größten Schwund gibt es im Bistum Eichstätt. Dort sank die Zahl innerhalb von elf Jahren um 39 Prozent – von 6.500 auf 4.000 Ministranten. Auch in Passau ministrieren heute 30 Prozent Jugendliche weniger als noch vor zehn Jahren (2015: 7.700; 2025 5.400).

Das Bistum Würzburg verzeichnet einen Rückgang von 24 Prozent, im Bistum Augsburg fällt das Minus mit 22 Prozent am niedrigsten aus (2015: 28.000, 2024: 21.000). Aus dem Bistum Regensburg und dem Erzbistum Bamberg stammen die aktuellsten Zahlen von 2020 – allerdings bemerkt man auch da schon einen Rückgang. Das Erzbistum München und Freising nennt für das Jahr 2015 eine Zahl von 22.500 und für das Jahr 2025 eine Zahl von 17.000 Ministranten, verweist aber darauf, dass sich die Zahlen nicht direkt vergleichen ließen, da sich die statistische Methode für deren Erhebung inzwischen verändert habe.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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