WirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschau
  • Home
  • Wirtschaft
    Wirtschaft
    Die Kategorie „Wirtschaft“ in der WirtschaftsRundschau bietet umfassende Berichterstattung und Analysen zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen. Hier finden Leser aktuelle Informationen zu Finanzmärkten, Unternehmensentwicklungen, Wirtschaftspolitik…
    Mehr laden
    Top Schlagzeilen
    Tupperware ist insolvent: Was bedeutet das für die Kunden?
    18. September 2024
    Schaeffler: Arbeitsplätze durch Fusion mit Vitesco in Gefahr?
    12. Juni 2024
    DAX, Gold, Bitcoin: Alles auf Rekordhoch – Wie kann das sein?
    29. Mai 2024
    Neuste Schlagzeilen
    Führungs-Desaster beim VdK Bayern: Wie geht es weiter?
    29. Mai 2026
    Teurer Sprit wirkt sich auf Tankstellen in Bayern aus
    29. Mai 2026
    Belebung am bayerischen Arbeitsmarkt – noch keine Entspannung
    29. Mai 2026
    Statt arbeitslos: Aufgefangen von der Transfergesellschaft?
    29. Mai 2026
  • Netzwelt
    NetzweltMehr laden
    Warum man keine Fotos von seinen Händen posten sollte
    27. Mai 2026
    Wie KI den Journalismus unter Druck setzt
    26. Mai 2026
    Knorke oder Kokolores? „Boomerwort des Jahres“ gesucht
    22. Mai 2026
    Wer profitiert vom KI-Boom – und wer bleibt zurück?
    21. Mai 2026
    Google killt die Suche, wie wir sie kennen
    20. Mai 2026
  • Wissen
    WissenMehr laden
    Wie erkennt man, ob jemand ertrinkt? Typische Anzeichen
    30. Mai 2026
    Transgenerationale Traumata: Wie Ängste unserer Vorfahren prägen
    29. Mai 2026
    Mediensucht: Eine Sucht wie bei Alkohol und Nikotin?
    29. Mai 2026
    Krebs, Viren und KI: Wie die Pathologie Patienten hilft
    28. Mai 2026
    Blackout Spanien 2025: Was bedeutet das für den Netzausbau hier?
    28. Mai 2026
  • Kultur
    KulturMehr laden
    Hotelzimmer als Videothek: Room 30 im Münchner Hotel Olympic
    30. Mai 2026
    Wegen Krankheit: Haindling sagt Tournee ersatzlos ab
    29. Mai 2026
    Ein letztes Album: Die Toten Hosen verabschieden sich
    29. Mai 2026
    Personalmangel am Altar: Ein Viertel weniger Ministranten
    29. Mai 2026
    Yad Vashem: Große Zustimmung zu geplanter Außenstelle in München
    28. Mai 2026
  • Lesezeichen
Gerade: Gedichte passieren: Dagmar Nick wird 100 Jahre alt
Teilen
Benachrichtigungen
Schriftgröße ändernAa
WirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschau
Schriftgröße ändernAa
  • Wirtschaft
  • Wissen
  • Kultur
  • Netzwelt
  • Home
  • Wirtschaft
  • Netzwelt
  • Wissen
  • Kultur
  • Lesezeichen
WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Gedichte passieren: Dagmar Nick wird 100 Jahre alt
Kultur

Gedichte passieren: Dagmar Nick wird 100 Jahre alt

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 30. Mai 2026 09:50
Von Uta Schröder
Teilen
4 min. Lesezeit
Teilen

 

Gedichte, sagt Dagmar Nick gerne, passieren einfach. Oder auch: „Sie rieseln von oben herab“. Man könnte auch sagen: Es sind kleine Erleuchtungen, Epiphanien. Meistens, so fügt die Schriftstellerin – seit vielen Jahren im Münchner Stadtteil Nymphenburg lebend – hinzu, kämen die Texte beim Gehen: „Beim rhythmischen Gehen in frischer Natur. Ohne sich dabei etwas zu denken.“ Es passiert.

Inhaltsübersicht
Gegen Kriegsende floh sie westwärtsGroße Klarheit und sehr direktIhr letztes Liebesgedicht

Und das seit über 70 Jahren. 1947 – da war sie 21 – erschien ihr erster Gedichtband „Märtyrer“, gewidmet den Überlebenden der Konzentrationslager. Die frühen, eindrücklichen Texte handeln – wie das berühmte Gedicht „Flucht“ – von existenziellen Erfahrungen im Krieg. Ebenso erinnern sie an Anne Frank und an die Ermordeten in Bergen-Belsen: Gedichte gegen das Verschweigen. Zur Lyrik kamen später Hörspiele und Prosatexte. „Die Lyrik ist da oder nicht. Es gibt Zeiten, wo sie gar nicht will. Aber Prosa ist reine Arbeit. Noch und noch.“

Gegen Kriegsende floh sie westwärts

Dagmar Nick wuchs in Breslau auf, in einem musischen Elternhaus. Der Vater – „Nicki“ – war Komponist und bis 1933 Leiter des Schlesischen Rundfunks. Die Mutter – aus einer jüdischen Familie stammend – Sängerin. Nach der politisch motivierten Entlassung des Vaters lebte die Familie in Berlin und in Schlesien. Gegen Kriegsende floh sie westwärts und fand schließlich in München ein Zuhause.

Der ältere Bruder von Dagmar Nick, Soldat im Osten, blieb verschollen. Sie sei eine Unterwegs-Seiende, erzählt die Schriftstellerin. In den 60er Jahren lebte sie eine Zeitlang in Israel, angeregt von den Eindrücken ihres ersten Besuchs dort. „Wie ich den See Genezareth gesehen habe. Und überall waren deutsche Hotels und deutsche Einkaufsmöglichkeiten. Alle haben Deutsch gesprochen. Ich fühlte mich da sehr zu Hause. Nach einer Weile habe ich gedacht: Wo ist das Theater? Und die ‚Kammerspiele‘. Das fehlte mir.“

Große Klarheit und sehr direkt

Die Erfahrungen des Unterwegsseins fanden Eingang in die Gedichte – geschrieben stets mit großer Klarheit, sehr direkt. Auch Griechenland und die damit verbundene Welt der Antike wurden wichtige Themen. Ebenso die jüdische Tradition. Ausgehend von den Geschichten der hebräischen Bibel schrieb Dagmar Nick etwa über Jakob, Isaaks Sohn, oder über Lilith, die erste Gefährtin von Adam.

In den späten Gedichten beschäftigte sich Dagmar Nick auch mit den Erfahrungen von Alter, Krankheit und Tod. Viel Trost ist in diesen Texten zu finden. Mit „Eingefangene Schatten“ schrieb sie zudem die Geschichte ihrer jüdischen Vorfahren und Verwandten, zurückgehend bis ins 16. Jahrhundert, zu Moses Spanier in Hamburg. Gerne möchte sie, so erzählt Nick, noch die Lebensgeschichte ihrer Mutter Kaete alias „Katja“ schreiben. Das Material ist bereits gesammelt.

Ihr letztes Liebesgedicht

Gedichte „passieren“ derweil noch immer. Nicht so oft, aber doch. Vor einiger Zeit hat Dagmar Nick, wie sie sagt, ihr letztes Liebesgedicht geschrieben. Eine Erinnerung an ihren Mann, der begeisterter Ornithologe war. Und an einen Greifvogel, der auf ihrem Arm saß.

„Wärst du mein Falke / und ich verkappte dich, / so wärest du immer noch schön. / Und trüge ich dich auf meiner linken Faust, / an deinen umschlungenen Fängen / so wärest du immer noch frei // Denn nähm ich dir wieder die Kappe ab / und löste die Schlaufen / so flögest du auf – / und hättest für immer noch / meine Sehnsucht nach dir / in den Schnüren deines Geschühs.“

Ein großes Leuchten in den Augen, als Dagmar Nick erzählt und – aus dem Kopf – rezitiert. Man spürt: Im kleinen Gedicht ist eine so große Freiheit. Und alles Gegenwart.

 

Dir gefällt vielleicht

Hotelzimmer als Videothek: Room 30 im Münchner Hotel Olympic

Wegen Krankheit: Haindling sagt Tournee ersatzlos ab

Ein letztes Album: Die Toten Hosen verabschieden sich

Personalmangel am Altar: Ein Viertel weniger Ministranten

Yad Vashem: Große Zustimmung zu geplanter Außenstelle in München

Diesen Artikel teilen
Facebook Twitter Whatsapp Whatsapp Link kopieren Drucken
Was denken Sie?
Liebe0
Traurig0
Glücklich0
Wütend0
Avatar-Foto
Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
Vorheriger Artikel Wegen Krankheit: Haindling sagt Tournee ersatzlos ab
Nächster Artikel Wie erkennt man, ob jemand ertrinkt? Typische Anzeichen
Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Letzte Beiträge

Hotelzimmer als Videothek: Room 30 im Münchner Hotel Olympic
Kultur 30. Mai 2026
Wie erkennt man, ob jemand ertrinkt? Typische Anzeichen
Wissen 30. Mai 2026
Wegen Krankheit: Haindling sagt Tournee ersatzlos ab
Kultur 29. Mai 2026
Transgenerationale Traumata: Wie Ängste unserer Vorfahren prägen
Wissen 29. Mai 2026
WirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschau
© 1984-2025 WirtschaftsRundschau. Alle Rechte vorbehalten.
  • Meine Lesezeichen
  • Kontakt
  • Datenschutz
Welcome Back!

Sign in to your account


Lost your password?