Warum ist KI so wichtig?
Im Zentrum ihrer These: Künstliche Intelligenz ist weit mehr als nur eine Technologie, sondern auch ein Rohstoff. Schon heute sind moderne KI-Systeme aus vielen Unternehmen nicht mehr wegzudenken – doch diese Unternehmen sind dabei größtenteils von Technologie aus den USA abhängig.
Europa hat aktuell weder eigene Top-Modelle wie GPT-5.5 oder Claude Fable, noch hat es überhaupt die Rechenzentren, um solche Modelle selbst zu entwickeln und betreiben. Nur etwa fünf Prozent der aktuellen KI-Rechenleistung steht in Europa. Über zwei Drittel stehen in den USA. Und die Schere geht immer weiter auseinander.
Im Silicon Valley, erzählt Fox, gelte Europa vielen längst als verlorener Posten – als Kandidat für eine „Permanent Underclass“, ein „geopolitisches Prekariat, aus dem man einfach nicht mehr rauskommt“. Von amerikanischen Kollegen höre sein Team Fragen wie: „Warum kommt ihr nicht einfach ins Silicon Valley, nehmt das letzte Ticket, solange es noch geht?“
Was lässt sich noch ändern?
Um das schlechte Ende von „Europe 2031“ noch abzuwenden, fordern die Autoren einige Maßnahmen: Darunter eine Taskforce auf höchster Regierungsebene in allen europäischen Ländern. Und konkrete Maßnahmen und Finanzierungen, 15 bis 25 Prozent der globalen KI-Rechenkapazität nach Deutschland zu holen. Davon sind selbst die ambitioniertesten Pläne von EU und Bundesregierung aktuell weit entfernt.
„Ich glaube, alle Regierungen in Europa, die Europäische Union und die europäischen Unternehmen müssen verstehen, dass KI eben nicht ein Thema oder eine Technologie wie alle anderen ist“, so Philip Fox. „Wenn man keinen gesicherten Zugang zu dieser Technologie hat, hat man eigentlich keine Chance, über die eigene Zukunft gemäß der eigenen Werte und Vorstellungen zu bestimmen.“

